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Dr. Michael Hermes
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Die Arbeitswelt der Zukunft

Vom 13. bis 14. September 2019 findet zu diesem Thema in Fulda eine Tagung statt, in der es um die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, familiärer Sorgearbeit und Engagement in Kirche und Gesellschaft geht.

Die Tagung soll Raum dafür geben, nicht nur die "Arbeitswelt der Zukunft" in den Blick zu nehmen, sondern daraus – vor dem Hintergrund der Erarbeitung politischer Forderungen – eine gesamtgesellschaftliche Perspektive zu entwickeln, die die Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit, Sorgearbeit und Engagement für Kirche und Gesellschaft fokussiert.

Die Teilnahme an der Fachtagung ist kostenfrei. Verpflegung und Übernachtung sind inklusive. Melde Dich jetzt hier an!


Die Arbeitswelt der Zukunft

Fulda am 13.09.2019

Noch 15 von 60 Plätze frei

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Das Kolpingwerk Deutschland hat mit der Forderung der Gleichwertigkeit der drei Arbeitsformen (Erwerbsarbeit, familiäre Sorgearbeit und Engagement in Kirche und Gesellschaft) eine programmatische Grundaussage getroffen, die Rückschlüsse auf das Arbeitsverständnis des Kolpingwerkes trifft. Demnach ist jede Form von Arbeit ein sowohl individueller Akt der Selbstbestätigung als auch ein Beitrag zur gesellschaftlichen Wertschöpfung. Dabei gibt es zwischen den drei Arbeitsformen keine qualitativen Statusunterschiede: Das Kolpingwerk weist an verschiedenen Stellen darauf hin, dass die wertvolle Zeit für Familie sowie gesellschaftliches Engagement nicht ökonomischen Anforderungen untergeordnet werden dürfen. Dies wirft die Frage auf, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um neben einer Erwerbstätigkeit etwa Erziehung oder Pflege in der Familie zu leisten und/oder sich ehrenamtlich zu engagieren.

Zwei gesamtgesellschaftliche Entwicklungen/Diskurse berühren die Debatte um die Gleichwertigkeit der Arbeitsformen, die gleichzeitig die thematischen Schwerpunkte der Tagung bilden.

1. Digitalisierung
Die Digitalisierung kann zur Erreichung des Ziels der Gleichwertigkeit der drei Arbeitsformen beitragen, insofern die durch Effizienz- und Optimierungsprozesse sich ergebenden zusätzlichen Ressourcen (zeitlicher, finanzieller Art) für die individuelle Lebensgestaltung fern von externen Zwängen und Einschränkungen durch Erwerbsarbeit genutzt werden und die dafür notwendigen ordnungspolitischen Entscheidungen getroffen werden. Damit ergibt sich auch die Chance, die Sorgearbeit („sorgende“ Tätigkeiten wie Betreuung, Erziehung und Pflege) neu zu bewerten.

2. „Sorgearbeit“/Care
Nicht nur die Digitalisierung wirft neue Gestaltungsfragen und -möglichkeiten auf. Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie die Vergemeinschaftung der Kosten einer älter werdenden Gesellschaft (Wer pflegt wen unter welchen Bedingungen wie? Wie finanziert wer was?) sowie der Erziehung von Kindern verlangen nach politischen Lösungen. Im Kern geht es um die Fragen: Wie wollen wir leben? Wer trägt welche Belastungen, und wie müssen diese verteilt sein, damit das Ideal der Gleichwertigkeit der Arbeitsformen erreicht werden kann?

Grundlage der Tagung bildet ein gleichnamiges Arbeitspapier, welches unter Kommentierung aller Bundesfachausschüsse erarbeitet wurde. Zudem haben die Bundesfachausschüsse sich in eine Anhörung eingebracht, in deren Rahmen Professor Dr. Ursula Münch Fragen zur Thematik der Tagung beantwortet hat. Auch diese ersten Ergebnisse fließen in das Arbeitspapier mit ein, das aktuell im Bundessekretariat fortgeschrieben wird.

Im Rahmen von Impulsvorträgen nehmen auf der Tagung die folgenden Experten zur ersten schriftlichen Grundlage Stellung:

  • Silke Raab, Abteilung Frauen, Gleichstellungs- und Familienpolitik beim Deutschen Gewerkschaftsbund, Bundesvorstandsverwaltung in Berlin
  • Dr. Oliver Stettes, Leiter des Kompetenzfeldes Arbeitsmarkt und Arbeitswelt am Institut der Deutschen Wirtschaft in Köln
  • Prof. Dr. Ursula Nothelle-Wildfeuer, Professorin für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg

Nachdem mit der Fachtagung zum Thema „Digitalisierung“ bereits eine erfolgreiche Tagung stattfand, die unter Beteiligung aller Bundesfachausschüsse durchgeführt wurde, fließen auch in die Fachtagung im September die Arbeitsergebnisse aller Bundesfachausschüsse mit ein. Neben den Mitgliedern der Ausschüsse richtet sich die Tagung an alle Interessierten, die das Kolping-Profil an den Schnittstellen Erwerbsarbeit, Sorgearbeit und Engagement in Kirche und Gesellschaft schärfen wollen.

Für das Kolpingwerk Deutschland ist die Tagung von großer Bedeutung. Die Tagungsergebnisse zu den Themen Erwerbsarbeit, familiäre Sorgearbeit sowie Engagement in Kirche und Gesellschaft können wesentliche Bausteine im Verbandsentwicklungsprozess „Upgrade“ und damit für eine mögliche Weiterentwicklung des Leitbildes darstellen.

Flyer zur Veranstaltung