Aus den Regionen

Drive-In-Gottesdienst

Eucharistische Anbetung in Corona-Zeiten: 400 Menschen feierten in Hildesheim Eucharistie im Auto.

Auf dem Hildesheimer Volksfestplatz, im Volksmund als Schützenplatz bekannt wurde am Ostersonntag ein katholischer Gottesdienst mit Eucharistischer Anbetung gefeiert. Dieser fand nach den Prinzipien eines Autokinos statt: Teilnehmen durfte nur, wer mit dem Pkw anreiste und im Auto sitzen blieb. Der Grund: Wegen der Ausbreitung des Corona-Virus blieben die Kirchen in Niedersachsen auch während der Ostertage geschlossen. Etwa 400 Menschen haben an diesem "Drive-In-Gottesdienst" teilgenommen. Fahrzeuge aus dem gesamten Bistum waren angereist. Aufgrund der Corona-Pandemie mussten Fenster und Türen der Autos geschlossen bleiben, die Predigt konnte über das Autoradio gehört werden. Der Regionalsender Radio Tonkuhle übertrug live und stellte für die Gottesdienstbesucher die Frequenz 105,3 bereit.

"Wir sind sehr dankbar, dass wir auf diese Art und Weise diesen Gottesdienst feiern durften”, sagte Mirco Weiß, Diözesansekretär des Kolpingwerkes Diözesanverband Hildesheim. Die Idee zu diesem neuen Gottesdienstformat hatte Pfarrer Hans-Günter Sorge. Zu Beginn der Heiligen Messe fuhr der 60-jährige Priester durch die Autoreigen und segnte die Fahrzeuge mit ihren Insassen mit Weihwasser. Höhepunkt des Gottesdienstes war die Eucharistische Anbetung. Pfarrer Sorge ließ sich abermals mit seinem „Papamobil“, welches von einem lokalen Autohändler kostenlos zur Verfügung gestellt wurde, durch die Fahrzeugreihen fahren und spendete mit der geweihten Hostie in der Monstranz den sakramentalen Segen.

Die aufwendigen Vorbereitungen gingen trotz notwendiger behördlicher Genehmigungen ungewöhnlich schnell. Von Idee bis Umsetzung dauerte es nur 72 Stunden. Der Pächter des Platzes stellte das Gelände kostenlos zur Verfügung. Über Pressemitteilungen, Anzeigen, Facebook und andere soziale Netzwerke wurde in Windeseile der Termin bekannt gemacht. „In Zeiten von Corona fehlt den Menschen das Gemeinschaftsgefühl, da sie das Haus nicht verlassen dürfen“, sagt Pfarrer Sorge.