Aus den Regionen

Corona-Virus und Hochwasser in Tocantins

Das Kolpingwerk Diözesanverband Speyer startet Spendenaufruf zur Unterstützung seines Partnerlandes Tocantins.

Tocantins gehört zu den ärmsten Regionen Brasiliens. Diese Situation stellt das Land mit der Eindämmung der Ausbreitung des Corona-Virus bereits vor große Herausforderungen. Am 12. April waren in Tocantins 26 Fälle von Corona-Infektionen registriert, davon 16 in Palmas. Es ist jedoch bekannt, dass diese Zahlen nicht mit der Realität übereinstimmen. Die Dunkelziffer ist unbekannt, da keine Tests für Verdachtsfälle zur Verfügung stehen. Es gibt Tausende von Menschen, welche keinen Zugang zu Nahrung haben, ihre Miete nicht mehr zahlen können, viele Arbeitslose und Obdachlose. So versucht z.B. die Kolpingsfamilie in Palmas die Not etwas zu lindern, indem sie Sammelpunkte für Lebensmittelspenden eingerichtet hat. Im Norden von Tocantins, in Esperantina, hat es die Menschen jedoch besonders schwer getroffen: Hier macht den Menschen nicht nur das Corona-Virus zu schaffen, sondern zusätzlich ein Hochwasser. Aufgrund einer Überschwemmung der beiden Flüsse Araguaia und Tocantins wurden viele Menschen obdachlos, offiziell waren es am 12. April 65 Familien. Kolping und die Umweltbehörde arbeiten zusammen, um die betroffenen Familien, welche ihrer Lebens-grundlage entzogen wurden und nun vor dem Ruin stehen, zu retten. Es sieht schlimm dort aus, berichtet Diözesanpräses Michael Baldauf, der im täglichen Kontakt mit dem Koordinator des Kolpingwerkes Diözesanverband Speyer, Michael Anderson, steht, der in Tocantins für den Aufbau und die Betreuung der Kolpingsfamilien verantwortlich ist. Anderson versucht deshalb mit vielen Freiwilligen ,Hilfe zu organisieren und u.a. die betroffenen Familien mit Lebensmitteln zu versorgen.

Die Regierung von Brasilien hat zwar am 7. April 2020 eine Beihilfe für alle Familien beschlossen, deren Einkommen unter 500 Reais (das entspricht etwa 88 Euro) oder unter drei Mindestlöhnen liegt. Die bisherigen Erfahrungen zeigen aber, dass diese Unterstützung, wenn überhaupt, zu spät vor Ort ankommen wird. "Wir müssen den Menschen jedoch umgehend Hilfe zukommen lassen", erklärt Diözesanvorsitzender Andreas W. Stellmann. Unbürokratisch und kurzfristig muss dies geschehen. Er erinnert auch an die in diesem Jahr 10-jährige Partnerschaft mit dem Kolping-Landesverband Tocantins. Der Diözesanvorstand hat deshalb, so Walter Rung, Leiter des Arbeitskreises Brasilien, beschlossen, einen Spendenaufruf zu starten.

Jede Spende hilft, um die große Not der Menschen in Brasilien zu lindern. 

Aktionskonto Brasilien
IBAN: DE63 5405 0220 0000 0652 43
BIC: MALADE51KLK                     
Kennwort: Katastrophenhilfe