An der Gesprächsrunde „Kolping – gestern – heute – morgen“ nahmen teil (v. li.): Harold Ries, Ulrich Vollmer, Kerstin Stegemann, Stefan Nacke, MdL. Moderatoren: Uwe Slüter und Daniel Fissenewert.

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Zukunft geht nur mit Reflektion von Vergangenheit

Kolpingwerk Diözesanverband Münster feiert 160-jähriges Jubiläum mit Sommerfest.

Mit vielen Veranstaltungen und Angeboten feiert das Kolpingwerk Diözesanverband (DV) Münster in diesem Jahr sein 160-jähriges Bestehen. Dieses stehe ganz in dem Zeichen, „auf derzeitige gesellschaftliche Veränderungsprozesse durch Bewusstseinsbildung und aktive Mitwirkung zu reagieren“, so Diözesanvorsitzender Harold Ries. Über 120 Kolpinger, die in ihren Kolpingsfamilien im gesamten Bistum Münster Verantwortung übernehmen, ehemalig Verantwortliche sowie Mandatsträgerinnen und -träger aus Gesellschaft und Politik, folgten der Einladung nach Coesfeld.

Dort bot ein Sommerfest im Haus und Garten der Kolping-Bildungsstätte am vergangenen Samstag auch Informations- und Mitmachstände rund um die Betätigungsfelder Internationalität, Familie, Kolpingjugend, Arbeit und Soziales sowie Kirche mitgestalten und Verbandsentwicklung im Kolpingwerk. In der Geschäftsstelle standen die Türen der Verwaltungsbüros offen, um auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Serviceangebote der Geschäftsstelle kennen zu lernen.

Ruf nach Erneuerung wird lauter

Zukunft kann nie ohne den Blick und die Reflektionen über die Vergangenheit gelingen. Harold Ries: „In heutiger Zeit erleben wir viele Umbrüche in Familien, Kirchen, Gesellschaftsstrukturen oder gewandelten Denkweisen. Wir werden uns, wie Generationen zuvor, im Sinne Adolph Kolpings den damit einher gehenden Veränderungen ehrenamtlich-sozialen Engagements stellen.“ Und so stand dieser Festtag 160 Jahre nach Gründung des Diözesanverbandes Münster unter dem Motto „Kolping – gestern – heute – morgen“.

Beim Gottesdienst, zelebriert von Diözesanpräses Franz Westerkamp, hielt Alexandra Damhus die Predigt. „Der Ruf nach Erneuerung ist nicht mehr zu überhören“, so die Diözesanseelsorgerin. Das gelte für Kirche und für den Verband. „Aber Erneuerung geht nur im Miteinander, im Handeln aber auch im Beten.“ Ein Beispiel: Das Kolpingwerk schließt sich der Initiative des „Gebets am Donnerstag“ an, bei der in vielen Ländern mittlerweile für die Gleichberechtigung von Frauen in der Kirche gebetet wird.

„Talk auf dem orangenen Teppich“

In der Feierstunde wurde mit einer Bilder-Chronologie die Entwicklung vom Gesellenverein bis zum heutigen Kolpingwerk als christlicher Sozialverband gezeigt. Kolping-Bundessekretär Ulrich Vollmer erwies sich als profunder Kenner der Historie. Mit ihm nahmen Stefan Nacke, MdL, Vorsitzender des Kolpingwerkes Landesverband Nordrhein-Westfalen, Kerstin Stegemann, Vorsitzende des Diözesanfachausschusses „Verbandsentwicklung“, Diözesanvorsitzender Harold Ries am „Talk auf dem orangenen Teppich“ teil.

Moderiert von Uwe Slüter (Geschäftsführer) und Daniel Fissenewert (Leiter des Verbandssekretariates) widmete man sich den Zeitepochen und wagte Thesen für die Zukunft. Wichtig sei, dass Kolping „weiterhin politisch aktiv bleibe“ und „nahe am Menschen, um ihm Heimat und Bildung zu bieten“.

Text und Foto: Rita Kleinschneider