Martin Otten und Helferschaft im Dorfmittelpunkt von Ahlde: Sie renovieren gemeinsam mit vielen weiteren Helfern das Dorfgemeinschaftshaus.

Vom Armenhaus zur Region mit überdurchschnittlichem Wohlstand: Das Moor wurde trocken gelegt, aber dünn besiedelt ist das Emsland bis heute.

"Willkommen bei den Machern", so lautet selbstbewusst die Botschaft am Gewerbegebiet von Emsbüren. Seit 2004 sind hier 26 Betriebe mit 900 Arbeitsplätzen entstanden.

"Wir sind im Dorf eine große Familie." Martin Otten (45) ist Ortsbürgermeister in Ahlde.

Markus Silies leitet das Kolping-Bildungshaus Salzbergen. Der Belegungsplan von 2018 veranschaulicht, dass es nahezu ausgebucht ist.

Blick auf das neue "Haus am See", dahinter das Haupthaus aus Fachwerk.

Ehrenamtliche Helfer bei der Renovierung des Dorfgemeinschaftshauses in Ahlde.

Im Dorfgemeinschaftshaus wird auch eine Wohnung eingerichtet. Die Mieteinnahmen helfen bei der Finanzierung.

Fleißige Helfer beim Frühjahrsputz auf der Kolping-Wiese in Bokeloh. Das Riesenxylophon (hinten links) und das Wildbienenhotel (rechts) sind zu sehen.

Die Kinder haben viel Freude daran, die Mitmachmöglichkeiten der Kolping-Wiese in Bokeloh zu nutzen.

Zum Frühjahrsputz treffen sich Mitglieder der Kolpingsfamilie Bokeloh, um die Kolping-Wiese im Ortskern zu pflegen.

Kolpingmagazin

Willkommen bei den Machern

Grenzregion, strukturschwach, arm, dünn besiedelt – so war das Emsland noch vor Jahrzehnten. Jetzt ist die Region überdurchschnittlich wohlhabend. Die Arbeitslosigkeit ist minimal. Die Einwohnerzahl nahm um 20 Prozent zu. Warum?

Deutschland steht vor großen Herausforderungen: Die Verstädterung wächst unaufhörlich, auf dem Land dünnt die Infrastruktur zunehmend aus. Der kleine Supermarkt, der Arzt, die Sparkassenfiliale machen dicht. Dementsprechend verschwinden auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze aus den Dörfern und Kleinstädten. Ein unüberwindbarer Trend? Droht die Öde auf dem Land?

Das Emsland zeigt, dass es umgekehrt sein kann. Dass Menschen lieber auf das Land ziehen, weil sie dort für sich und ihre Kinder bessere Lebensbedingungen vorfinden. Dass in einer dünn besiedelten Region der Wohlstand stärker steigen kann als andernorts. Aber woran liegt das? Es liegt an den Menschen und an ihrer Mentalität. Kirche und Kolpingwerk haben daran einen wesentlichen Anteil.

Noch in der Mitte des vergangenen Jahrhunderts galt das Emsland als Armenhaus Deutschlands. Es gab kaum Straßen, Autos blieben im Moor stecken. Hunderttausende geflüchtete Bauern brauchten Land. Und das gab es im Emsland. Moorland, das dem Staat gehörte, noch nicht kultiviert. Im Jahr 1950 wurde der sogenannte Emslandplan im Bundestag beschlossen, von allen Parteien. Es wurden Moore kultiviert, Wälder aufgeforstet, Flüsse reguliert, Straßen gebaut, 40.000 Vertriebene angesiedelt, Betriebe gegründet. Der Strukturwandel war rasant: Während 1950 noch jeder Zweite auf den Feldern und in den Ställen arbeitete, war es 1970 nur noch jeder Fünfte, heute jeder 50. Die Landwirtschaft trägt nur noch drei Prozent zur Bruttowertschöpfung im Emsland bei.

Die Subventionen haben am Anfang geholfen, wie in anderen Regionen Deutschlands auch. Aber sie erklären nur den Ausgangspunkt für den Wandel und nicht das Aufblühen in den letzten 25 Jahren. Um das zu begreifen, schaut man sich am besten im Emsland selbst um. Zum Beispiel in Ahlde, einem Ortsteil von Emsbüren. Ahlde hat 435 Einwohner, Emsbüren 10.170. Für den Ortsunkundigen ist Ahlde nicht als Dorf erkennbar. Entlang der Landstraße liegen weit verstreut einzelne Gehöfte. Der Ortsmittelpunkt besteht aus einem Bauernhof mit benachbartem Dorfgemeinschaftshaus, einem Spielplatz und einer Wiese, auf der jährlich das Schützenfest gefeiert wird. Der nächste Nachbarhof liegt vielleicht am Horizont.

Vor dem Dorfgemeinschaftshaus, einer ehemaligen Dorfschule, stehen ein Traktor und ein Kipplader. Innen wird gerade gearbeitet. Sanitärrohre werden verlegt und Toiletten angeschlossen. Das Dorfgemeinschaftshaus wird in Eigeninitiative saniert. Kosten: 297.000 Euro. Aber Zuschüsse stehen nur in Höhe von 145.000 Euro zur Verfügung. Die Differenz wird in Eigenleistung erbracht. Bauleiter ist Martin Otten (45), von Beruf Landwirt, Besitzer von 93.000 Hühnern und im Ehrenamt seit sieben Jahren Ortsbürgermeister von Ahlde. Er kennt nicht nur jeden Ahldener Bürger persönlich, er hat auch zu unzähligen eine persönliche Beziehung. Das hilft ihm jetzt entscheidend. Denn es sind viele Berufe darunter: Architekt, Klemptner, Trockenbauer und Elektriker zum Beispiel. Und jeder, der gebraucht wird, packt mit an. Am Wochenende und nach Feierabend. „Wir haben eine Whats-App-Gruppe“, erklärt Martin Otten. „Wenn spontan jemand gebraucht wird, schreibe ich das ins Smartphone. Und zehn Minuten später ist die benötigte Hilfe da.“ Das ist normal. Beeindruckt war der Ortsbürgermeister neulich, als der marode Dachstuhl abgetragen wurde. Ungewöhnlich viele Helfer waren vor Ort, und irgendwann knurrte allen der Magen. „Das habe ich in die WhatsApp-Gruppe geschrieben, und kurze Zeit später waren wir versorgt.“ Martin Otten muss schmunzeln: Später hätten einige Frauen geklagt, dass sie die Nachricht verpasst hatten, weil sie ihr Smartphone mal aus den Händen gelegt hatten. „Die waren richtig traurig, dass sie nichts beigesteuert hatten.“

Komisch? Vielleicht für den Großstädter. Martin Otten sagt dazu nur: „Wir sind im Dorf eine große Familie.“ Auf Nachfrage fügt er hinzu: „Wenn wir nicht lernen, miteinander zu leben, machen wir etwas falsch.“ Ob nun Putin, Trump oder Islamischer Staat: Gemeinschaftssinn sei die Antwort auf derlei Entwicklungen. Die gemeinsame Arbeit auf der Baustelle schweiße die Menschen noch weiter zusammen. Wer miteinander für die Gemeinschaft schwitzt, lästert auch nicht über die anderen, sondern ist dankbar für das gute Funktionieren der Gemeinschaft.

Alle Helfer auf der Baustelle des Dorfgemeinschaftshauses, das am 30. Juni eingeweiht werden soll, freuen sich bereits darauf, wenn das Gebäude wieder genutzt werden kann: von der Jugendtanzgarde, den Senioren, der Kleinkinder-Krabbelgruppe, den Landfrauen und vom Handarbeitsclub.

Nachbarschaftshilfe – damit sei er aufgewachsen, berichtet Martin Otten. Sie ist typisch für die Mentalität der Emsländer. Sie sind heimatverbunden, traditionsbewusst und pragmatisch.Ob bewusst oder unbewusst – sie praktizieren die Prinzipien der Katholischen Soziallehre:

  • Eigenverantwortung
  • Subsidiarität
  • Solidarität

Eigenverantwortung: Ein Emsländer, der im Moor steckenblieb, schrie nicht um fremde Hilfe, denn es hörte ihn ohnehin niemand. Also gab er sich Mühe, sich selbst zu helfen. Werte wie Fleiß, Tatendrang und Erfindergeist finden im Emsland gesellschaftliche Anerkennung. Das wirkt sich aus: Heute prägen noch immer überwiegend kleine und mittelständische Betriebe, oft inhabergeführt, die emsländische Wirtschaft.

Subsidiarität: Die Emsländer fühlen sich dafür verantwortlich, was um sie herum passiert, sie nutzen ihre Fähigkeiten und investieren ihre Zeit im Sinne der Allgemeinheit. Wer sich ehrenamtlich engagiert, tut das auch, um die persönliche Lebensqualität, die seiner Familie und Mitbürger zu verbessern. Die aktiven Bürger wollen ihr Umfeld so gestalten, dass es ihren eigenen Ansprüchen gerecht wird. Durch diesen Einsatz fühlen sie sich noch stärker mit dem Dorf, der Gemeinschaft und dem, was sie geschaffen haben, verbunden.

Solidarität: Hilfe für diejenigen, die sich selbst nicht (mehr) helfen können und auf andere angewiesen sind, gehört ebenfalls zur Mentalität der Emsländer.

Das Füreinanderdasein lernen die Emsländer von Kindheit an. Schon die Kleinsten werden über die Kindergärten in das Gemeindeleben eingebunden. Sie tanzen beim Schützenfest oder geben eine kleine Vorstellung beim Kirchenfest und besuchen die Älteren im Seniorenheim. Die Kinder wachsen nicht nur mit einer Selbstverständlichkeit in die Vereinsstrukturen hinein, sondern finden auch die Möglichkeit, verschiedene Aktivitäten auszuprobieren und ein Hobby für sich zu entdecken. Zudem erweitert sich der Freundeskreis, und die Kinder erhalten Bezugspersonen außerhalb ihres familiären Umfelds.

Bei der Umfrage in Emsbüren unter 41 Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren gaben fast drei Viertel an, in einem Verein vor Ort aktiv zu sein. Neben Sport- und Musikvereinen oder der Freiwilligen Feuerwehr bildet die kirchliche Jugendarbeit einen festen Bestandteil des emsländischen Jugendangebots. Weil Freunde und Schulkameraden mitfahren, reisen nahezu alle Kinder mit ins Zeltlager, ganz egal, ob sie getauft sind oder nicht. Feldbetten, Lagerküche und der „Überfall“ auf eine andere Jugendgruppe – für die jungen Emsländer ist das Zeltlager der Höhepunkt des Jahres und prägt viele Kindheitserinnerungen. Es bietet Spaß und ein aufregendes Gemeinschaftserlebnis ganz ohne Eltern.

Wenn die Heranwachsenden zu alt für die Jugendgruppen und das Zeltlager werden, steigen sie oft selbst zum Gruppenleiter auf oder fahren als Betreuer in die Zeltlager mit. Sie übernehmen damit Verantwortung und lernen schon früh, sich ehrenamtlich einzubringen. Für diese Aufgaben werden sie geschult und legen einen Gruppenleiterkurs ab.

Derart mit der Heimat verbunden, bleibt das Heimatdorf oftmals auch dann der Lebensmittelpunkt, wenn die Jugend für die Ausbildung oder das Studium fortzieht. Bei der Umfrage konnte sich nur jeder achte Jugendliche nicht vorstellen, nach der Schule oder Ausbildung in Emsbüren zu bleiben.

Die guten Erinnerungen an die eigene Kindheit und Jugend in der Region sind häufig der Beweggrund dafür, nach der Ausbildung zurück in das Heimatdorf oder zumindest in die Region zu ziehen. Die gute Arbeitsmarktlage ermöglicht das vielen jungen Emsländern. Zudem entspricht das Emsland mit seinen kleinen Ortschaften und den engen sozialen Netzwerken den Vorstellungen vieler junger Familien. Kommunen, Kirchen und Vereine bemühen sich, dies zu erhalten. Die Kolpingsfamilie Thuine hat im Jahr 2004 begonnen, für jedes Neugeborene im Dorf einen Baum zu pflanzen. Jeder Baum trägt ein Täfelchen mit dem Namen und Geburtsdatum des Kindes. Für die jungen Eltern ist dies eine schöne Geste, für die Kinder sollen die Bäume nach einigen Jahren Bezugspunkte zum Heimatort bilden. Jedes Jahr im Sommer übergibt die Kolpingsfamilie den sogenannten Kinderwald: An einem Sonntag werden die Eltern mit ihrem Nachwuchs eingeladen, „ihren“ Baum zu finden. Danach richten die Kolpinger ein Familienfest aus. Das Projekt richtet sich ausdrücklich an alle Bewohner unabhängig ihrer Herkunft oder Religiosität. Auch Zugezogene sollen dadurch in die dörfliche Gemeinschaft integriert werden. Kein Wunder, dass bereits 2013 ein Baum für ein syrisches Kind gepflanzt wurde.

Auch bei der Emsbürener Kolpingsfamilie stehen Familien im Mittelpunkt. Sehr beliebt ist das Vater-Kind-Zelten, das die Kolpinger seit 16 Jahren in jedem Sommer veranstalten. Daran nehmen über 120 Väter und Kinder teil. Gestartet hat die Kolpingsfamilie das Projekt, weil es auch in Emsbüren immer mehr Väter gab, die gerne mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollten. Außerdem freuen sich die Emsbürener über die alljährliche Nikolausaktion der Kolpingsfamilie, bei der im Jahr etwa 14 Nikoläuse mit Begleitung durch die Gemeinde ziehen und rund 200 Familien besuchen. Damit werden auch jene angesprochen, die erst später zugezogen sind. Unterstützung finden Familien in Emsbüren auch beider Gemeinschaftsinitiative „Seitenblicke wagen, um Familien vor Ort zu stärken“ unter der Federführung der katholischen Kirche.

Ortswechsel: In Bokeloh, einem Ortsteil von Meppen, hat die örtliche Kolpingsfamilie vor einem Jahr eine „Kolpingwiese“ errichtet. Mehr als tausend Ehrenamtsstunden waren Kolpingmitglieder und Jugendliche der Kirchengemeinde tätig, bis die Anlage vollendet war. Dabei wandelten sie eine Brachfläche in der Nachbarschaft der Kirche in ein kleines Paradies für Mensch und Natur um. Sie legten eine Streuobstwiese mit alten Fruchtsorten an, errichteten ein Wildbienenhotel sowie Spielmöglichkeiten für Kinder. An jeder der zehn Stationen und Attraktionen brachten sie ein Kolping-Zitat an. Die Wiese besitzt einen Rundweg mit Sitzgelegenheiten zum Verweilen, während die Kinder auf einem Riesenxylophon musikalische Töne erzeugen oder mit einer Riesen-Drehscheibe das Blöken von Schafen imitieren können. Das Wildbienenhotel erlaubt mit einer durchsichtigen Scheibe Einblicke in das Nistverhalten der Insekten. Die Kolpingsfamilie und ihre Helfer stellen sich so in den Dienst der Allgemeinheit. In unmittelbarer Nachbarschaft entsteht gerade eine große Neubausiedlung.

Nächster Ortswechsel: Im südlichen Emsland befindet sich das Kolping-Bildungshaus Salzbergen. Salzbergen? Kolping-Bildungshäuser gibt es meist in Großstädten – angefangen in Augsburg bis in Würzburg. Warum in Salzbergen? – Antwort: Weil es im Emsland liegt! Fleiß, Tatendrang und Erfindergeist werden den Emsländern nachgesagt. Das Kolping-Bildungshaus Salzbergen ist dafür ein Beispiel. Sieben Fachwerkgebäude gehören zu der Anlage. Bei dem monumentalen Haupthaus handelt es sich um ein Zweiständer-Fachwerkhaus, das im Ortsteil Hummeldorf abgerissen und an der Kolpingstraße neu aufgebaut wurde. 1983 wurde es als Bildungs- und Begegnungsstätte des Kolpingwerkes Diözesanverband Osnabrück eingeweiht. 1997 wurde es um das Heinrich-Holtmeyer-Gästehaus mit zusätzlichen Gästezimmern und Gruppenräumen erweitert. Und im vergangenen Jahr kam das „Haus am See“ dazu. Es verbindet mit seiner Architektur Tradition und Moderne. Die Erweiterung des bestehenden Speisesaales und der Neubau kosteten insgesamt 700.000 Euro, von denen der Träger mit mehr als 200.000 Euro den größten Anteil einbrachte. Möglich wurde das zum Beispiel durch eine Solidaritätsaktion: Es fanden sich 208 Personen und Gruppen, die symbolisch einen Ziegelstein spendeten, was eine Summe von 86.000 Euro einbrachte. Jährlich besuchen 250 bis 300 Gruppenmit rund 10.000 Gästen die Einrichtung, ein Drittel davon bei eigenen Veranstaltungen. Für das Jahr 2018 ist das Bildungshaus bereits nahezu ausgebucht. Gerade finden mehrere Gruppenleiterkurse für die Jugendarbeit des Diözesanverbandes statt.

Leiter des Bildungshauses ist Markus Silies, zugleich einer von zwei Kolping-Diözesansekretären und Landessekretär der Region Nord. Das Bildungshaus bildet zugleich einen wichtigen Schauplatz der Studie „Von Kirchtürmen und Netzwerken – Wie engagierte Bürger das Emsland voranbringen“, die im vergangenen Jahr vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung (Berlin) veröffentlicht wurde. Darin beschreiben die Berliner Wissenschaftler die Bedeutung der Kirchen und Verbände wie Kolping für die positive Entwicklung des Emslandes. Zwei Drittel der Emsländer sind katholisch, nur 14 Prozent gehören keiner Kirche an. Den Erfolg des Emslandes führen die Wissenschaftler auf erhaltene, funktionsfähige Strukturen zurück. Der Kirche komme eine „zentrale Rolle“ zu – nicht nur als „tragende Säule“ in zivilgesellschaftlichen Strukturen durch aktive Kirchengemeinden und Verbände, ebenso durch ihre Wertevermittlung.

Was zählt noch zu den Erfolgsfaktoren des Emslandes? Markus Silies betont die Bedeutung der kleinen Einheiten: „Wir lassen die Kirche im Dorf. Solange es möglich ist, erhalten wir die Eigenständigkeit vor Ort. Fusionen gibt es nur, wenn es Sinn macht.“ Das gelte für politische und kirchliche Weichenstellungen. Und er nennt ein Beispiel: „Die Kommune Emsbüren hat 14 Schützenvereine in acht Ortsteilen. Es gibt nicht ein Schützenfest für alle, sondern jeder Verein organisiert sein eigenes. Das stärkt die Verbundenheit der Menschen untereinander.“


Familienfreundlichkeit – „Fast alle sind zurückgekommen“

„Ich bin in so einer richtigen Jungs-Clique groß geworden. Nur einer davon hat nicht studiert. Davon sind bis auf einen, der Priester geworden ist, alle wieder zurückgekommen. Die waren bei Siemens in Bremen oder Abteilungsleiter bei Sony Ericsson in Düsseldorf. Aber immer, wenn es um Familiengründung ging, um die Frage ‚Wo lassen wir uns nieder? Wo sollen die Kinder groß werden?‘ Dann ging es nicht mehr darum, anderswo 500 oder 1.000 Euro mehr in der Tasche zu haben. Die sind wirklich alle wieder zurückgekommen.“ Markus Silies, Leiter des Kolping-Bildungshauses in Salzbergen


Zahlen – Zur Entwicklung des Emslandes

  • Das Bruttoinlandsprodukt ist im Emsland zwischen 2008 und 2013 um 9,4 Prozent gewachsen. Es lag damit an der Spitze aller dünn besiedelten ländlichen Kreisregionen in Deutschland. Die  Bevölkerungsstruktur ist vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.
  • Die Pro-Kopf-Wirtschaftskraft liegt über dem Bundesdurchschnitt in Deutschland.
  • Die demografischen Trends sind gegen die Bundestrends: Die Einwohnerzahl nahm von 1990 bis Ende 2014 um 20 Prozent zu. Bis 2009 war die Geburtenrate höher als die Sterberate. Bundesweit war das seit den 1970-er Jahren so. Die Bevölkerung ist vergleichsweise jung.
  • Seit 1980 haben die sozialversicherungspflichtigen Jobs um 75 Prozent zugenommen. 2015 betrug die Arbeitslosigkeit 3,2 Prozent. Quelle: Berlin-Institut

Studie des Berlin-Instituts: Die vollständige Studie steht hier gratis als Download zur Verfügung.

 


Text: Martin Grünewald
Fotos: Barbara Bechtloff