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So wirkt Kolping im Handwerk

Das Kolpingwerk Deutschland gestaltet durch seine Mitglieder im gesellschaftlichen Wandel die eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen aktiv mit. Zum Beispiel in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung des Handwerks.

Kolping wirkt. Auch im Handwerk. Aber warum eigentlich? Adolph Kolping hatte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vor allem die Lage der Handwerksgesellen im Blick, die durch die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Umbrüche vielfach ihren Platz in der Gesellschaft nicht mehr finden konnten. Ihnen wieder Orientierung und Bildung zu vermitteln, war der Ausgangspunkt für Kolpings Handeln.

Heute sind die Mitglieder von Kolping freilich nicht mehr alle Handwerksgesellen – und auch die Aktivitäten des Verbandes sind heute deutlich weiter gefächert. Aber das Engagement im Handwerk und gerade in der Ausbildung, der beruflichen Bildung allgemein und der Jugendsozialarbeit ist heute immer noch ein wichtiger Bestandteil. Denn dort zeigt sich die Herkunft und Identität des Verbandes weiterhin. Im aktiven Handeln.

Ein sehr aktuelles Vorbild

Adolph Kolping kann gerade heute ein sehr aktuelles Vorbild sein, weil es Parallelen zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen einer sogenannten Arbeitswelt 1.0, mit denen Kolping selbst konfrontiert war, und den heutigen Veränderungen einer Arbeitswelt 4.0 gibt.

Es geht darum, die Menschen zu ermutigen, im gesellschaftlichen Wandel die eigenen Lebens- und Arbeitsbedingungen aktiv mitzugestalten. Das galt für Adolph Kolping und die Handwerksgesellen und das gilt auch heute noch. Etwa beim Engagement von Kolping in der wirtschaftlichen Selbstverwaltung im Handwerk. Denn indem sie in den Gremien der Handwerkskammern mitwirken, können Handwerker_innen das Handwerk aktiv mitgestalten. Dies reicht von Fragen der beruflichen Bildung über die Lage und Situation in den Handwerksbetrieben bis hin zur Interessenvertretung gegenüber Politik und Wirtschaft. Mitbestimmung und Mitwirkung im Handwerk sind wichtig, um die besten Gestaltungsmöglichkeiten zu finden. Mit den Erfahrungen, die Handwerker_innen in der täglichen Arbeit sammeln, bereichern sie die Diskussion in den Gremien des Handwerks.

Auf der Suche nach Kandidierenden

Alle fünf Jahre finden Handwerkskammerwahlen statt, um die Gremien neu zu besetzen. Die Vollversammlung ist das höchste beschlussfassende Organ, sozusagen das Parlament der Handwerkskammer. Hier wird nach den gesetzlichen Vorgaben die „Kammerpolitik“ festgelegt und beschlossen. Sie ist zu einem Drittel durch Arbeitnehmer_innen besetzt und zu zwei Dritteln durch Arbeitgeber_innen.

Im Handwerk gibt es auf der Seite der Arbeitnehmenden zwei Organisationen, die sich intensiv um Kandidierende bemühen: Kolping und die Gewerkschaften. Für die Benennung von Engagierten aus dem Kolpingwerk Deutschland sind die Diözesanverbände zuständig. Und jeder, der hieran Interesse hat, kann sich im Bundessekretariat bei Fachreferent Dr. Torben Schön (Tel.: 0221/20701135, E-Mail: Torben.Schoen(at)kolping.de) oder dem jeweiligen Diözesanverband melden. „Dann werden schnell Möglichkeiten gefunden, wie sich jeder einzelne ehrenamtlich im Handwerk engagieren und mitgestalten kann“, erklärt Schön.

Ein eigener Arbeitskreis

Das Kolpingwerk ist darüber hinaus neben dem Engagement in den Handwerkskammern noch auf anderen Ebenen aktiv: Unter anderem bringt es die aus seiner Sicht wichtigen Themen bei Politiker_innen im Bundestag ein. „Zuletzt haben wir unter anderem die jüngste Anpassung der Handwerksordnung mit Stellungnahmen begleitet“, sagt Schön. „Und dies oft in Kooperation als gemeinsame ,Arbeitnehmerbank‘ mit dem DGB, mit dem wir uns in vielen weiteren Bereichen auch gemeinsam für die Interessen der Arbeitnehmer_innen im Handwerk stark machen.“ Genauso steht das Kolpingwerk aber auch im engen Austausch mit dem Zentralverband des deutschen Handwerkes (ZDH), mit dem es einen eigenen Arbeitskreis gibt. Dort tauschen sich mindestens einmal im Jahr die Leitungen der beiden Verbände aus. „Auf diese Weise hat Kolping eine gute ausgewogene Position, um das Handwerk für die Arbeitnehmenden mitzugestalten“, ist Torben Schön überzeugt.

Kolping lebt auch im Handwerk aus der Beteiligung, deswegen freut sich das Kolpingwerk über alle, die sich für das Handwerk und für Kolping aktiv einbringen möchten. Dafür gibt es viele Möglichkeiten: Zum Beispiel direkt in den Handwerkskammern und in den Diözesanverbänden. „Auch hier kommen wir gerne gemeinsam ins Gespräch“, betont Schön.

Jeden Monat stellen wir im Rahmen der Kampagne #KOLPINGwirkt einen Fachbereich des Kolpingwerkes Deutschland vor. Bereits erschienen sind folgende Beiträge:

Foto: Andrew Ruiz/unsplash