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So werden die Spenden der Kampagne „ZukunftsFest“ aufgeteilt

Die Resonanz war überwältigend: Knapp 180.000 Euro hat die diesjährige Spendenkampagne „ZukunftsFest“ eingebracht. Die Mittel wurden auch bereits ausgeschüttet.

Als im Kolpingwerk Deutschland Anfang des Jahres der Gedanken aufkam, eine direkte Spendenbitte an die Kolpingschwestern und -brüder zu richten, warf das viele Fragen auf – vor allem die Frage nach dem richtigen Zeitpunkt und der Spendenbereitschaft der Mitglieder. Zumindest die Antwort, was der beste Zeitpunkt sein könnte, war schnell gefunden: Der 1. Mai. Der Tag der Ehrung des Heiligen Josefs – des Schutzpatrons unseres Verbandes.

Aus diesem Anlass sollten unter den Einschränkungen der Corona-Pandemie die dem Verband wichtigen Werte von Solidarität und Tatkraft in den Mittelpunkt gerückt werden. Getreu den Worten Adolph Kolpings „Es ist keine Zeit zu feiern, zuzuschauen, gewähren zu lassen, bloß zu jammern und zu klagen, sondern es ist Zeit zu handeln, Zeit zu wirken, und zwar für jeden ohne Unterschied, wie es ihm nach Maßgabe seiner Kräfte und Mittel nur möglich ist“, rief der Bundesvorstand mit der Spendenkampagne „ZukunftsFest“ dazu auf, durch gemeinsame Hilfe verantwortliches Leben und solidarisches Handeln zu ermöglichen.

Orientiert an den vier Handlungsfeldern des Kolpingwerkes

Dazu wurden vier Projekte ausgewählt, die die Verbandsaktivitäten möglichst breit abbilden, orientiert an den vier Handlungsfeldern: „Eine Welt“, „Arbeitswelt“, „Junge Menschen“ und „Familie“. Bewusst sollte der Blick mit „ZukunftsFest“ nach vorne gerichtet werden, um belasteten Familien einen unbeschwerten Urlaub zu ermöglichen, Kolpingsfamilien vor Ort in ihrer generationsübergreifenden Arbeit zu stärken, jungen Menschen während ihrer Ausbildung ein Zuhause zu geben und jungen Freiwilligen die Chance auf eine prägende Lebenserfahrung zu ermöglichen.

„Die hohe Spendenbereitschaft macht mich dankbar“, sagt Bundessekretär Ulrich Vollmer. „Bislang waren wir sehr zurückhaltend mit dem Formulieren von Spendenbitten. Das gute Ergebnis zeigt, dass unsere Mitglieder unsere verbandlichen Ziele und Projekte unterstützen, wenn es darauf ankommt und wenn sie wissen, wozu ihre Spende dient.“ Knapp 180.000 Euro hat die Spendenkampagne eingebracht. 163.331,81 Euro davon wurden auch bereits an die vier Spendenprojekte ausgeschüttet. Die Zustiftungen von 16.000 Euro verbleiben in der Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland und erhöhen entsprechend das Fondsvermögen zur Förderung der vier Handlungsfelder; auf ihrer Basis werden auf Dauer Aktivitäten in den Handlungsfeldern gefördert.

Erste Maßnahmen bereits gestartet

Die einzelnen Bereiche konnten bereits erste Maßnahmen anstoßen und durchführen. Die Spendengelder im Bereich/Fonds Arbeitswelt werden für die Ausweitung der Kampagne „Azubiwohnen“ genutzt. Um die Zielgruppe der jungen Menschen ideal anzusprechen, wurden und werden auch weiterhin Micro-Influencer für Instagram engagiert. Erste erfolgreiche Kooperationen liefen bereits mit „gipserfelix“ und „dachdeckerin_chiara“. Außerdem wird es eine Instagram-Werbekampagne geben.

Zudem steht noch eine Überarbeitung der Website an, damit diese in Zukunft noch besser auf Suchmaschinen-­Seiten angezeigt wird. „Ergänzend zu der digitalen Bewerbung der jungen Zielgruppe stehen die Fachmedienarbeit und die Ansprache von Multiplikator_innen bereits in den Startlöchern“, erklärt Alexandra Horster, die Geschäftsführerin von Kolping Jugendwohnen.

Intensivierte Öffentlichkeitsarbeit

Die sieben Kolping-Familienferienstätten nehmen an dem Programm Corona-Auszeit für Familien teil und nutzen die eingesetzten Mittel, um Familien über die Möglichkeit eines stark geförderten Familienurlaubs zu informieren. „Über eine weitere Verwendung der Mittel wird in den nächsten Wochen entschieden“, sagt Benedikt Lücken-Vollmer, der Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der Kolping-Familienferienstätten.

Den Kolping Jugendgemeinschaftsdiensten (JGD) war es mithilfe der Spendengelder möglich, ihre Öffentlichkeitsarbeit zu intensivieren. Notwendig waren die Spenden aber auch, damit weiter öffentliche Gelder fließen, denn dafür muss immer ein Eigenteil aufgebracht werden. Dadurch habe die Struktur der JGD auch in der schwierigen Corona-Zeit erhalten bleiben können, erklärt Annette Fuchs, die Leiterin der Kolping Jugendgemeinschaftsdienste. So sei es auch weiterhin möglich, junge Menschen für einen Freiwilligendienst im Ausland zu gewinnen.

"Prävention kann Menschenleben retten"

Mit den „ZukunftsFest“-Spenden möchte die Kolpingjugend die Präventionsarbeit vor Ort unterstützen und generationsübergreifend anbieten. Das können neben klassischen Präventionsschulungen und Workshops zum Beispiel auch Teambuilding-Maßnahmen mit dem Schwerpunkt in der Präventionsarbeit oder Selbstverteidigungskurse sein. „Es ist für Kinder und Jugendliche wichtig, ihre Rechte und Möglichkeiten zu kennen; genauso wie es für Erwachsene wichtig ist, sensibel zu werden und zu wissen, wie man in einer Konfrontation handeln sollte, Anzeichen wahr- und Anliegen ernst zu nehmen“, sagt Elisabeth Adolf, die Bundesjugendsekretärin der Kolpingjugend. „Denn Prävention kann Menschenleben retten.“ Einen entsprechenden Antrag auf Förderung gibt es bei der Kolpingjugend.

Wird es die Spendenkampagne auch im kommenden Jahr geben? Lange darüber nachdenken musste der Bundesvorstand des Kolpingwerkes nicht. „Dank der überwältigenden Resonanz aus dem Verband und der Vielzahl an förderungswürdigen Projekten“, habe dieser sich dafür entschieden, die Spendenkampagne auch 2022 fortzuführen, sagt Guido Mensger, der Leiter Finanzen und Verwaltung des Kolpingwerkes Deutschland.