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Profilschärfung, Mitgliedschaft, Zusammenarbeit

Beim Zukunftsforum ist es am Nachmittag thematisch geworden: In kleinen Podiumsgesprächen sowie mit Hilfe des Abstimmungstools Mentimeter wurden erste verbandliche Zukunftstendenzen entwickelt.

In Debatten auf der Bühne unter digitaler Beteiligung des Plenums ging es beim Zukunftsforum in medias res:

Was macht Kolping heute aus? Oder auch morgen? So lautete die erste Fragestellung mit Bezug auf folgendes, in den Regionalforen vielfach bekräftigtes Statement: „Das Kolping-Profil muss klarer werden. Verband, Einrichtungen und Unternehmen müssen sich zukünftig enger an diesem Profil orientieren als bisher.“ Schon aus der Mitgliederumfrage und den Regionalforen ging der Weg dabei in folgende vier Richtungen:

  • Engagement für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen
  • Engagement für junge Menschen
  • generationsübergreifende Zusammenarbeit
  • Internationales Engagement / Verantwortung für die Eine Welt

Dabei wurde auch darüber debattiert, inwiefern es verbindlich sein sollte, Aktivitäten der Kolpingmitglieder an diesen vier Kriterien zu messen. Über das Tool Mentimeter konnten die Teilnehmenden dann ihre Profil-Vorstellung für den Verband in einer Cloud an die Leinwand projizieren lassen. Die AG Upgrade wird sich den vom Plenum in diesem Bereich beigesteuerten Begriffen im Sinne der Profilschärfung annehmen.

Wer kann Mitglied bei Kolping werden?
Dieses Thema ist als sehr prominentes Thema nicht nur aus der Mitgliederumfrage hervorgegangen, sondern wurde auch in den Regionalforen heiß diskutiert. Denn im verbandlichen Alltag tauchen diese Fragen zunehmend auf: Darf jemand, der aus der Kirche ausgetreten ist, Mitglied im Verband bleiben? Was ist mit den muslimischen Kindern, die auf Ferienfreizeiten mitfahren, und was mit ihren Familien? Wollen wir uns weiterhin ausschließlich an Christen richten, auch wenn diese in Deutschland irgendwann in absehbarer Zukunft eine Minderheit bilden? Verwässern wir nicht unsere Grundlagen, wenn wir Nicht-Christen Mitglied werden lassen? Was ist mit Vorstandsämtern? In den Antworten auf Fragen, in der Debatte wurde auch hier deutlich, dass noch keine Entscheidung gefällt wird, dass es beim Zukunftsforum um die Ermittlung einer Tendenz geht, mit der weitergearbeitet wird, im Bundesvorstand, in der AG Upgrade und auch auf der Diözesanebene. Und über das Abstimmungstool Mentimeter zeigt sich dann eine deutliche Tendenz: 96 Prozent der Abstimmenden sprechen sich für eine Öffnung der Mitgliedschaft aus, 4 Prozent sind dagegen.  

Welche Mitgliedschafts- und Beteiligungsmöglichkeiten brauchen wir in Zukunft?
Aktuell gibt es im Verband die Wahrnehmung, dass die Mitgliedschaft in der Kolpingsfamilie vor Ort der Normalfall ist. Darüber hinaus gibt es auch noch die Sonderfälle "Einzelmitgliedschaft im Diözesanverband" und "Einzelmitgliedschaft im Kolpingwerk Deutschland". Aber sollten Mitgliedschaftsformen in Zukunft nicht gleichwertig nebeneinander stehen? Und gibt es auch andere denkbare Formen der Mitgliedschaft im Verband? Beteiligungsformen, wie Kolpinggemeinschaften, projektgebundenes Engagement, potentielle Hochschul-Gemeinschaften, ideelle Mitgliedschaft (rein finanziell) werden erwähnt. Mittels des Abstimmungtools zeigt sich dann die deutliche Tendenz: Die Teilnehmenden wünschen sich, dass bei Mitgliedschaftsformen über die Kolpingsfamilie hinaus gedacht wird. Zusätzlich zur Kolpingsfamilie sollten andere gleichwertige Möglichkeiten eine Rolle in der verbandlichen Zukunft spielen.

Verband, Einrichtungen und Unternehmen: Wie sind wir gemeinsam Kolping?
Es gibt 230 Kolpinghäuser, ein besonderer Schwerpunkt ist das Kolping-Jugendwohnen. Mehr als 21.000 junge Menschen nehmen Angebote der 20 Kolping-Bildungsunternehmen wahr. Verband und Einrichtungen/Unternehmen arbeiten schon zusammen. Auf überörtlicher Ebene funktioniert das oft schon gut. Die Kolpingsfamilien jedoch haben oft kaum Berührungspunkte zu den Kolping-Einrichtungen und -Unternehmen – und wie sieht es mit Verbandsbewusstsein in den Einrichtungen aus? Wie könnte sich in Zukunft die öffentliche Wahrnehmung „Verband mit seinen Einrichtungen und Unternehmen“ hin zu einer Wahrnehmung „Verband und Einrichtungen und Unternehmen“ entwickeln? Ist das überhaupt gewollt? Wollen wir – als Verband, Einrichtungen und Unternehmen – zukünftig auf Augenhöhe miteinander arbeiten? Ja! Die anschließende Umfrage zeigt die deutliche Tendenz, dass dies gewollt ist.

Grafiken: mentimeter.com