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"Perspektive Selbstverwaltung" braucht Nachfolgeprojekt

Die Förderung des Ehrenamts in der Selbstverwaltung des Handwerks durch das Projekt „Perspektive Selbstverwaltung" (PerSe) ist erfolgreich gelaufen. Der Bedarf an Förderung für engagierte Mitwirkende ist aber ungebrochen.

Das Handwerk und damit seinee Selbstverwaltung befinden sich in einem starken Wandlungsprozess: Traditionelle Handwerksstrukturen mit inhabergeführten Betrieben werden zunehmend von Kleinstbetrieben und Solo-Selbständigen auf der einen und Handwerkskonzerne auf der anderen Seite abgelöst. Außerdem gehen viele Ehrenamtlichen im Handwerk aus den geburtenstarken Jahren in den Ruhestand und so wird es immer schwerer, junge Handwerker*innen für Aufgaben zu gewinnen, die für eine funktionierende Selbstverwaltung dringend erforderlich sind.

Um dem entgegenzuwirken hatten der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB), der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) das Projekt „Perspektive Selbstverwaltung“ (PerSe Plus) zur Stärkung des Ehrenamts ins Leben gerufen. Ziel dieses und seines Vorgängerprojektes PerSe, das bereits seit 2017 lief, war es, Ehrenamtliche in der Selbstverwaltung des Handwerks bei ihrem Engagement mit Schulungen und anderen Angeboten zu unterstützen und zu begleiten.

Zum Ende dieses Jahres wird das Projekt auslaufen. Bei einer Abschlussveranstaltung am 30.11.2022 in Berlin wurde nun Bilanz gezogen, inwiefern die vielen Angebote das Ehrenamt im Handwerk gestärkt haben. „Als Bildungsprojekt hat PerSe insbesondere das ehrenamtliche Engagement der Arbeitnehmerseite in den Handwerkskammern gefördert und unterstützt“, sagte Michael Kellner, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundeministerium für Wirtschaft und Klimaschutz: "Im Rahmen des Zukunftsdialogs Handwerks werden wir weiterhin diskutieren und uns austauschen." Auch die Teilhabe von Frauen solle noch gestärkt werden. Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden DGB-Vorstands bestätigte: „Mit den beiden Projekten sollten die Arbeitnehmer*innen gestärkt werden. Es sollte im Interesse der Mittelgeber liegen, dass die Ehrenamtlichen auf Augenhöhe mit den hauptamtlichen der Kammerverwaltung arbeiten können. Dabei ist Qualifizierung ein Schlüsselwort und dies wurde durch Perse und Perse Plus sehr gut vermittelt.“ 

Kolping hat sich von Beginn des Projekts hier eingebracht u.a. durch die Vertretung im Beirat des Projekts. So konnte auch Kathrin Zellner, die als Leitung der Ständigen Kommission Arbeit und Soziales des Kolpingwerkes für den Beirat an dieser Veranstaltung teilnahm, eine positive Bilanz ziehen. Allerdings verband sie dies mit einem eindringlichen Appell, dass eine Fortsetzung der Angebote, die durch PerSe ermöglicht wurden, gefunden werden müsse: „Die beiden Projekte PerSe und PerSe Plus haben sehr viel erreicht, um die Selbstverwaltung der Arbeitnehmer*innen im Handwerk zu stärken. Zwar läuft dieses Projekt Ende dieses Jahres aus, damit ist der Bedarf nach diesen Angeboten aber weiter ungebrochen vorhanden. Genau deswegen ist es so wichtig hier einen Anschluss zu finden, wie die Qualifizierung und Fortbildung der Arbeitnehmer*innen in der Selbstverwaltung weiterhin sichergestellt werden können.“