Pfarrer Martin Olf bei seiner Predigt im Otterberger Dom.

Auszug der Kolpingbanner nach dem Gottesdienst.

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Maria – Kelch des Heiligen Geistes

Internationale Maiandacht des Kolpingwerkes Bezirksverband Kaiserslautern-Landstuhl in der Zisterzieneserabteikirche zu Otterberg: Beten für den Frieden in der Welt und in Europa.

„Ein Kelch ist offen, er soll und will gefüllt werden. Im Offen-sein ist beides enthalten: Ich bin bereit, alles zu empfangen und ich bin bereit, alles hinzugeben“, sagte Pfarrer Martin Olf in seiner Predigt in der Zisterzienserabteikirche zu Otterberg. Im Offensein nehmen und geben, empfangen und schenken, dies sei im Grunde die Gegenhaltung zum Sich-verschließen und Sich-eng-machen, führte der Geistliche weiter aus, der seine Predigt unter den Leitgedanken„Maria – Kelch des Heiligen Geistes“ stellte.

Nahezu 400 Gläubige waren der Einladung des Kolping-Bezirksverbandes Kaiserslautern-Landstuhl gefolgt, um im Geiste Mariens für den Frieden in der Welt und in Europa zu beten. Zahlreiche Banner der Kolpingsfamilien zogen voran zum Altar, gefolgt von den Bannern der Europaunion, der Legio Mariae und den Frauen der Schönstattbewegung. Die polnische Gemeinde trug das Bild ihrer Muttergottes von Tschenstochau in den Altarraum, die portugiesische Gemeinde die mit Blumen geschmückte Statue der Madonna von Fátima.

Der Kelch als offenes Gefäß symbolisiere die Liebe. Die Liebe, mit der man erfüllt werde, sei das Maß. Entscheidend sei, sich selbst wie ein Kelch füllen zu lassen. „Sonst habe ich nichts, was ich geben kann.“ Am Ende unseres Lebens, so Olf, frage uns Jesus nicht 'Was hast Du geschafft?' sondern 'Wovon bist du erfüllt?' Maria zeige uns, was es bedeute, offen zu sein. Sie war aber auch bereit, wieder herzugeben und loszulassen. Ihren Sohn konnte sie nicht für sich behalten. „Sie musste aushalten, dass er seinen Weg der Liebe und Hingabe so konsequent ging, dass die Menschen ihn dafür ans Kreuz schlugen. Aber auch die schmerzhaften und bitteren Erfahrungen haben den geöffneten Kelch, der Maria war, nicht verschlossen. Am Pfingsttag war sie wiederum bereit, sich dem Geist zu öffnen und sich von ihm ergreifen zu lassen.“ Maria habe an ihre Grenzen gehen und Schmerz erfahren müssen. Wer sich dem Geist öffne, begebe sich ins Abenteuer des Aufbruchs, der Bewegung, der Veränderung. Der Geist führe uns in die Weite, ins Leben und nie in Enge oder Angst. Abschließend rief Pfarrer Olf die Hörerinnen und Hörer auf, den Mut zu haben und das Vertrauen, wie Maria ein offener Kelch zu sein, bereit, sich auch auf das Unbekannte einzulassen.

In mehreren europäischen Sprachen, in Portugiesisch, Polnisch, Italienisch, Rumänisch, Französisch, Deutsch und Englisch, wurden Fürbitten um den Frieden in der Welt und die Zukunft Europas vorgetragen. Mit dem eucharistischen Segen endete die Maiandacht.