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Kolpingwerk wirbt für eine weltoffene und lebensnahe Kirche

Der Bundesvorstand hat in einer Erklärung vom 3. November darauf hingewiesen, dass bei allen gegenwärtigen Herausforderungen der Blick auf das Eigentliche des christlichen Glaubens und auf das große Engagement vieler Christ:innen für ihre Mitmenschen nicht verloren gehen darf.

„Das Kolpingwerk Deutschland fordert gemeinsame Anstrengungen für eine zukunftsfähige katholische Kirche in Deutschland“. So lautet eine Erklärung, die der Bundesvorstand des katholischen Sozialverbandes anlässlich seiner Bundesversammlung am Donnerstag verabschiedet hat. Der Blick auf die schwelenden innerkirchlichen Probleme und die beim Synodalen Weg sichtbar werdenden tiefen Gräben dürfe nicht den Blick auf den vitalen Kern des christlichen Glaubens und des christlichen Engagements in der Gesellschaft verstellen. „Der Missbrauchsskandal muss aufgearbeitet werden – ohne Wenn und Aber! Wir dürfen dennoch nicht vergessen, was katholische Kirche für unsere Gesellschaft bedeutet“, sagte die Bundesvorsitzende des katholischen Sozialverbandes, Ursula Groden-Kranich.

Trotz anhaltender Kritik an der Institution Kirche und trotz erheblichen Gegenwinds setzen sich auch und gerade im Kolpingwerk immer noch viele Engagierte für andere Menschen ein, um deren Lebensverhältnisse zu verbessern oder um Sinn, Trost und Hoffnung zu stiften. Viele entdecken – wie es in der Erklärung heißt – „ihre eigene Identität als anpackende Christ:innen mit hoher Sensibilität für die außerordentlichen Nöte dieser Zeit“. Die Zeichen der Zeit zu deuten und aktiv Gesellschaft und Kirche mitzugestalten, das sei bei Kolping der Anspruch aller Generationen.

Das Kolpingwerk versteht sich ausdrücklich als ein Verband von Menschen, die ihren Glauben nicht vom alltäglichen Leben abkoppeln können. Kolping-Engagement sucht immer nach der Anschlussfähigkeit von Glauben und Leben, nach der Verbindung von Gebet und sichtbarem sozialen und sozialpolitischem Einsatz. Davon hat die Gesellschaft in vielfältiger Weise profitiert. „Die Kirche und alle, die sich ihr verbunden fühlen“, so die Erklärung, „haben eine Sendung zu den Menschen „besonders aber zu den Armen und Bedrängten aller Art“ (Gaudium et Spes 1), wie das Zweite Vatikanische Konzil betont hat.

In diesem Sinne sieht das Kolpingwerk im Synodalen Weg die Möglichkeit, der Kirche in Deutschland gemeinsam und hoffnungsvoll neue Perspektiven zu eröffnen. Er ist nicht der selbstgerechte und subversive Weg hin zu einer deutschen Nationalkirche, sondern er ist das unbedingt zu würdigende Ringen aktiver Katholik:innen um die Überlebensfähigkeit ihrer Kirche.

Die vollständige Erklärung findest Du hier