Bundesebene

Kolping, Kirche und Handwerk in engem Austausch

Der zentrale Besprechungskreis Kirche und Handwerk hat in Köln getagt.

Handwerk und Kirchen wollen in der politischen Diskussion näher zusammenstehen. "Wir wollen uns gemeinsam der inhaltlichen Debatte stellen und gegen 'Fake News' vorgehen", erklärte der Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, Karl-Sebastian Schulte, am 24. Januar 2020 beim abschließenden Pressegespräch der Tagung des Besprechungskreises in Köln. Rote Linien in der Debatte müssten klar abgesteckt werden, damit sie nicht zu "Rutschbahnen in den Extremismus" werden.

Laut Schulte arbeiten Handwerk und Kirche vor allem im Bereich der Jugendbetreuung sehr eng zusammen. Dabei hob er vor allem das Kolpingwerk Deutschland als den größten Träger für Jugendwohnen in Deutschland hervor. Das Kolping-Jugendwohnen bietet Auszubildenden bezahlbaren Wohnraum fernab ihres Zuhauses. "Bei der Fortentwicklung der Angebote wissen wir das Handwerk gut an unserer Seite", sagte Bundessekretär Ulrich Vollmer. Und auch von einzelnen Diözesen gäbe es eine sehr gute Unterstützung. Studierendenwohnen kenne jeder, aber Jugendwohnen für Auszubildende sei in der Öffentlichkeit zu wenig bekannt. Hier regte Ulrich Vollmer deshalb eine gemeinsame Initiative an, "um das Jugendwohnen und seinen großen Wert in der Gesellschaft bekannt zu machen."

Eine weitere Überschneidung hat sich im Besprechungskreis beim geplanten Lieferkettengesetz gezeigt. Demnach sollen Unternehmen verpflichtet werden, in ihren globalen Lieferketten die Menschenrechte zu wahren, sollten freiwillige Ansätze nicht ausreichen. Nach Worten des Bevollmächtigten des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, wollen die Kirchen hier dem Handwerk zur Seite stehen. Innerhalb der Kirchen finde zurzeit noch ein Meinungsbildungsprozess statt, aber "die Nachweispflicht darf nicht im letzten Glied der Kette - beim Handwerker - sein."

Bundespräses Josef Holtkotte schätzt an diesem Kreis, dass der Austausch auf einer gemeinsamen Glaubens- und Wertegrundlage stattfindet. "Glaube und Leben sollen eine Einheit bilden; beides soll nicht voneinander getrennt werden; sondern der Glaube muss zum Alltag dazugehören", sagte Josef Holtkotte. Dieses Verständnis erkenne er auch bei den Mitgliedern des Besprechungskreis, die dafür Zeugnis gäben.

Dem Zentralen Besprechungskreis Kirche und Handwerk gehören Vertreter von Handwerkskammern, Fachverbänden sowie kirchlichen Institutionen und Verbänden wie dem Kolpingwerk Deutschland an. Der Kreis besteht seit über 50 Jahren. Er trifft sich einmal im Jahr und befasst sich mit aktuellen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Themen.

 

Text: KNA und Georg Wahl

Bild 1 (Barbara Bechtloff): Am Donnerstagabend 23.1.2020 besuchte der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki den Zentralen Besprechungskreis Kirche und Handwerk.

Bild 2 (Tobias Pappert): Pressegespäch mit (v.l.) Jascha Habeck (Moderation), Bernhard Haßlberger (Weihbischof der Erzdiözese München und Freising), Karl-Sebastian Schulte (Vorsitzender des Besprechungskreises Kirche-Handwerk und Geschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks), Prälat Martin Dutzmann (Bevollmächtigter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland), Josef Holtkotte (Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland) Ulrich Vollmer (Bundessekretär des Kolpingwerkes Deutschland).