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Kolping in Zeiten von Corona

Am 12. Mai 2020 fand eine zweistündige Videokonferenz der Sekretäre und Geschäftsführer der Diözesan- und Landesverbände / Regionen mit Bundessekretär Ulrich Vollmer und Bundespräses Josef Holtkotte statt.

Wie bleiben wir mit unseren Mitgliedern vor Ort in Kontakt und gestalten die Kommunikation? Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit den Leitungsverantwortlichen in den Vorständen bzw. den Leitungsteams der Kolpingsfamilien? Welche Veranstaltungen können wir in der kommenden Zeit durchführen und wie? Welche Fragen richten Kolpingsfamilien an uns? Diese und viele weitere Fragen standen im Fokus der Videokonferenz.

Es zeigte sich deutlich: Vielerorts ruht das Kolping-Leben, schließlich basiert es auf gemeinsamen Veranstaltungen, Nähe, Gemeinschaft und Begegnung. Aber ebenso wurde klar: Kolpingsfamilien sind kreativ und setzen Zeichen der Solidarität, orientieren sich um, pflegen Kontakte via Social Media oder mit Hilfe von Videokonferenzen und lernen dabei oftmals von der technikaffinen Kolpingjugend. Neue Technik und Digitalisierung können für Kontakt sorgen, wo persönliche Nähe aufgrund von Social Distancing aktuell nicht möglich, ja gefährlich und untersagt ist. Spürbar ist: Die neuen Medien bieten durchaus ressourcensparende Chancen, die auch in die Nach-Corona-Ära – wann auch immer diese beginnen mag – teilweise überführbar sein können. Doch keineswegs ersetzen sie die persönlichen Begegnungen. Und so blicken die Teilnehmenden vor allem mit großer Sorge auf die Kolpingsfamilien, die ihre Existenz und ihren Fortbestand in dieser Zeit und auch in der Zukunft – weil keiner weiß, wie es weitergeht – selbst in Frage stellen: weil sie für ihre Mitglieder Orte der Begegnung und Nähe sind und dieses gerade nicht möglich ist.   

Gegen Ängste und Unsicherheiten wird dabei, so zeigen es die Berichte, auf unterschiedliche Art und Weise angegangen: Über das gesamte Bundesgebiet verteilt gibt es engagierte Kolpingsfamilien und Einzelne, die zum Beispiel mit Mitgliedern der Kolpingsfamilie häufig in Kontakt stehen, nachfragen, wie es der Kolpingschwester oder dem Kolpingbruder geht, die Einkaufshilfen und Telefonate gegen das Alleinsein organisieren und umsetzen. Es gibt eine Vielfalt spiritueller Angebote – digital oder ganz kreativ als Drive-In-Gottesdienst. Kolping-Blaskapellen spielen Ständchen vor Seniorenheimen, Senioren erhalten Briefe, Mundschutz wird genäht, Spieleabende werden über Videokonferenztools abgehalten und vieles mehr. Aus den Diözesanverbänden gibt es zukunftsweisende, Mut machende Ideen: Von Corona-Unterseiten auf Webseiten, auf der alle Informationen, Tipps und Ratschläge zusammengefasst präsentiert werden, über Krisen-Bewältigungs-Pakete, die an alle Mitgliedshaushalte im Diözesanverband versandt werden – alles mit dem Fokus, Hilfestellung zu leisten und aufzuzeigen, wie Gemeinschaftspflege auch in Zeiten des Abstands erfolgreich ist, wie wir mit Kolping durch diese schwere Zeit kommen können.

Spürbar zeigte sich Erleichterung bei den Teilnehmenden der Videokonferenz, sich über die vielen Fragen austauschen zu können und sich, wenn auch nur virtuell zuzuwinken und anzulächeln; zu sehen, dass – wenn auch für vieles aktuell noch kein Weg erkennbar ist – die Suche nach diesem längst begonnen hat. So wird es schon in Kürze Antworten auf wichtige organisatorische Fragen geben: Was ist mit der Bundesversammlung des Kolpingwerkes Deutschland im November 2020? Wie geht es mit dem Zukunftsprozess des Kolpingwerkes Deutschland weiter?

In der nächsten Ausgabe der Idee & Tat, die im Juli 2020 erscheinen wird, werden aus den Fragen, Antworten und weiterführenden Fragestellungen dieser ersten – und so der einstimmige Tenor – nicht letzten Videokonferenz Ergebnisse und Anregungen dargestellt.

Fotos: Marian Hamacher