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Gegen das Vergessen: #WeRemember

Am 27. Januar wird weltweit der Opfer des Holocaust gedacht. Die #WeRemember-Kampagne ruft dazu auf, gegen Antisemitismus und jede Form von Hass und Fremdenfeindlichkeit einzutreten.

Während der nationalsozialistischen Herrschaft in Deutschland und über Teile Europas wurden nach heutigem Forschungsstand rund 6 Millionen Juden ermordet. Allein in Auschwitz fanden zwischen 1,1 und 1,5 Millionen Menschen den Tod, überwiegend Menschen jüdischen Glaubens. Das Konzentrationslager wurde am 27. Januar 1945 von den Alliierten befreit. Vor 15 Jahren führten die Vereinten Nationen zum Gedenken an den Holocaust und den 60. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau den Gedenktag ein.

„Auch wenn die letzten Opfer und Zeugen der nationalsozialistischen Verbrechen bald nicht mehr unter uns leben, darf es keinen Schlussstrich bei dem Gedenken an den Holocaust geben“, heißt es in der Erklärung „Erinnerungskultur als gesamtgesellschaftlicher Auftrag“, die der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland am 20. Februar 2021 anlässlich der letztjährigen Kölner Gespräche herausgegeben hat. Es brauche deshalb, so heißt es in der Erklärung weiter, neue Formen des Gedenkens für nachkommende Generationen, die sich fragen, was diese Vergangenheit mit ihrem Leben zu tun hat. Gedenken und Erinnern bedeuteten zugleich Lehren aus unserer Geschichte zu ziehen und Verantwortung im Hier und Heute zu tragen.

In diesem Sinne bittet der Jüdische Weltkongress Menschen, politische Institutionen und Unternehmen auf der ganzen Welt, ein Selfie mit der eindringlichen Botschaft #WeRemember zwischen dem 20. und 27. Januar auf soziale Plattformen wie Twitter, Instagram und Facebook zu stellen. Das Foto wird mit dem Hashtag #WeRemember versehen und so Teil der Bewegung gegen Antisemitismus, Völkermord, Hass und jede Form von Fremdenfeindlichkeit. Der Schriftzug „#WeRemember“ wird außerdem an bedeutenden Wahrzeichen in Deutschland wie z. B. dem Reichstagsgebäude projiziert. Darüber hinaus auch weltweit z. B. an den Mauern der Altstadt von Jerusalem, an der Europäischen Kommission und dem NATO-Hauptquartier.

Maßnahmen zur Ausrottung des europäischen Judentums, die sogenannte „Endlösung“, insbesondere die Deportation von Juden nach Auschwitz und andere Konzentrationslager, wurden bei einer Konferenz von Spitzenvertretern der obersten Reichs- und Parteibehörden in einer Villa am Wannsee vereinbart, die sich vor Kurzem zum 80. Mal jährte. Die Vorgänge sind in dem sehenswerten Dokumentationsfilm „Die Wannseekonferenz“ dargestellt worden, der am Montag, 24. Januar 2022, im ZDF läuft und jetzt bereits in der ZDF-Mediathek zu sehen ist.

 

Foto: Kolpingwerk Deutschland