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Für ein Sterben in Würde!

Kolpingwerk Deutschland zur Ökumenischen Woche für das Leben 2019

Anlässlich der Ökumenischen Woche für das Leben, die in diesem Jahr vom 4. bis 11. Mai 2019 stattfindet, betont das Kolpingwerk Deutschland in einer Erklärung, dass der Grundsatz "Die Würde des Menschen ist unantastbar" sich gerade dann bewähren müsse, wenn Menschen aufgrund von Krankheit oder Alter auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Die Ökumenische Woche für das Leben steht in diesem Jahr unter dem Titel "Leben schützen. Menschen begleiten. Suizide verhindern." und thematisiert die Ursachen von Depression und Todeswünschen. Dies nimmt das Kolpingwerk Deutschland zum Anlass, die notwendige Diskussion um Wünsche und Werte in der letzten Lebensphase in den Mittelpunkt zu rücken.

So spricht sich das Kolpingwerk zunächst angesichts der Debatten um das Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes aus dem Jahr 2017 gegen eine verwaltungsaktmäßige Suizid-Beihilfe aus.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat in einem Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geschrieben, dass es nicht Aufgabe des Staates sein könne, Selbsttötungshandlungen durch die behördliche, verwaltungsaktmäßige Erteilung von Erlaubnissen zum Erwerb des konkreten Suizidmittels aktiv zu unterstützen. Er bittet in seinem Schreiben ausdrücklich darum, entsprechende Anträge zu versagen. Im Zeitraum März 2017 bis April 2018 waren beim BfArM 104 Anträge eingegangen, die Menschen gestellt hatten, um Betäubungsmittel zum Zweck der Selbsttötung erwerben zu dürfen. Keiner dieser Anträge wurde bewilligt und keiner abgelehnt. In diesem Punkt steht der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland ausdrücklich hinter der Forderung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn.

In der Erklärung begrüßt das Kolpingwerk darüber hinaus, dass im Koalitionsvertrag der großen Koalition festgehalten ist, dass die Hospiz- und Palliativversorgung weiter gestärkt werden soll und weist darauf hin, dass Umsetzung und Auswirkungen des Hospiz- und Palliativgesetzes (2015) zu evaluieren sind. Der Bundesvorstand sieht keine Notwendigkeit zur Anpassung der Rechtslage. Das starke Signal, welches der Bundestag im Jahr 2015 mit dem „Gesetz zur Strafbarkeit der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ gegeben hat, ist auch aktuell von hoher Bedeutung.

"Es ist ein Gebot der Menschlichkeit, Strukturen zu schaffen und Ressourcen bereit zu stellen, die dabei helfen, Menschen ein Sterben in Würde zu ermöglichen. Dabei dürfen nicht nur die Hospize, sondern muss auch die Situation in Pflegeheimen und Krankenhäusern in den Blick genommen werden", so der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland.

Zur Erklärung im Wortlaut

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