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Erfrischende Begegnungen

Vom 14. bis 16. September 2020 tagten die Sekretäre und Geschäftsführer der Diözesan- und Landesverbände / Regionen mit der Verbandsleitung und Referenten aus dem Bundessekretariat in Frankfurt.

Trotz des einen oder anderen Seufzers „Ach, die Maske“, gefolgt von hektischem Hantieren in Hosen- oder Handtaschen zum Auffinden des Mund-Nasen-Schutzes, war innerhalb der drei Tage etwas deutlich zu spüren: die Erleichterung, sich – natürlich unter den notwendigen Hygienebedingungen und inklusive Einhaltung des Abstandsgebotes – endlich wieder von Angesicht zu Angesicht austauschen zu können. Und so spannen sich rege Diskussionen der Diözesan- und Landessekretäre, Geschäftsführer, der Verbandsleitung sowie der Referenten aus dem Bundessekretariat um Themen, wie „Herausforderungen für Kolpingsfamilien in Zeiten von Corona“ und „Wie können wir Kolpingsfamilien unterstützen?“.

Corona hat, so die Berichte, deutlich zu einer großen Verunsicherung gerade in der Arbeit vor Ort beigetragen: Was darf ich, was kann ich falsch machen, wenn ich diese oder jene Veranstaltung anbiete – und ehe ich etwas falsch mache, lasse ich es nicht doch lieber wieder? Es gibt den Wunsch nach bundesweiter Ermutigung. Als ersten Anknüpfungspunkt dafür wird der Kolping-Gedenktag in diesem Jahr ins Spiel gebracht: eine gute Möglichkeit, sich unter besonderen Bedingungen wieder zu begegnen.

Einen spannenden Vortrag im Rahmen der Tagung hielt Dr. David Gutmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Freiburg im Bereich Finanzwissenschaft und Sozialpolitik. In dem Studienteil stellte Gutmann den Anwesenden eine langfristige Projektion der Kirchenmitglieder und des Kirchensteueraufkommens in Deutschland vor. Unter Berücksichtigung demografischer Faktoren sowie der Anzahl von Taufen und Kirchenaustritten zeigte sich bis 2060 ein alarmierender Schwund an katholischen und evangelischen Christen in Deutschland. Ernüchternd, aber im verbandlichen Kreis unmittelbar die Frage aufwerfend, inwiefern dies auch auf die Mitgliederzahlen in einem Verband wie Kolping übertragen werden könne – und wie man dieser Entwicklung am besten begegnete.

Auch einem Vortrag der Geschäftsführerin des Verbandes der Kolpinghäuser, Christina Borchert, wurde mit Interesse gelauscht. Darüber hinaus gab es zahlreiche Berichte aus den Diözesanverbänden sowie aus dem Bundessekretariat. Informationen über anstehende Projekte und Ereignisse, wie z.B. den Synodalen Weg, die Schuhaktion, Kolping Upgrade, 30 Jahre Seligsprechung Adolph Kolping, Digitalisierung und vieles mehr rundeten die Tagung ab.

Vor allem aber die Begegnung, die gemeinsame Gottesdienst-Feier, eine Ansprache des stellvertretenden Stadtdekans Rolf Glaser, eine Führung im Frankfurter Dom und viele Gespräche zwischendurch motivierten in dieser langen Corona-Pandemie-Durststrecke, machten neuen Mut und sorgten für Erfrischung.