Weihbischof Josef Holtkotte während der Predigt seines Abschiedsgottesdienstes.

Neun Jahre in Bildern: Slideshow zur Verabschiedung von Josef Holtkotte

Die Kolping-Bundesvorsitzende Ursula Groden-Kranich zeichnete Josef Holtkotte mit dem Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland aus.

Rosalia Walter, die Geistliche Leiterin des Kolpingwerkes (links), und Klaudia Rudersdorf (stellvertretende Bundesvorsitzende) sprachen die Fürbitten.

Zur Verabschiedung von Josef Holtkotte war auch Margrit Unternährer (Vorsitzende von Kolping Europa) angereist – schließlich war Holtkotte gleichzeitig auch Europapräses.

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Ein würdiger Abschied

Mit einem Gottesdienst und einer anschließenden Feier in der Minoritenkirche hat das Kolpingwerk Deutschland Bundespräses Josef Holtkotte verabschiedet.

Neun Jahre lang war Josef Holtkotte Bundespräses des Kolpingwerkes Deutschland: Neun Jahre lang erster Ansprechpartner in spirituellen Fragen, neun Jahre lang im und für den Verband unterwegs – vor Ort bei den Kolpingsfamilien oder bei Veranstaltungen auf Diözesan- und Bundesebene. In dieser Zeit hat er zahlreiche Menschen nicht nur in persönlichen Gesprächen begleitet, sondern auch regelmäßig mit seinen geistlichen Impulsen inspiriert. Ende September wurde er zum neuen Weihbischof im Erzbistum Paderborn geweiht. Aus diesem Grund hat Josef Holtkotte nun sein bisheriges Amt als Bundespräses niedergelegt.

Um Holtkotte für seine Arbeit zu danken und um ihn angemessen zu verabschieden, hat das Kolpingwerk Deutschland am Samstag den 16. Oktober 2021 einen Gottesdienst in der Kölner Minoritenkirche gefeiert. Jener Kirche also, deren Rektor Verbandsgründer Adolph Kolping ab 1862 war und in der er auch seine letzte Ruhestätte fand. Unmittelbar an den Gottesdienst schloss sich in der Minoritenkirche die offizielle Verabschiedung an. Wer die Messe und die Abschiedsfeier nicht vor Ort erleben konnte, kann sich die Aufzeichnung auf dem YouTube-Kanal des Kolpingwerkes Deutschland anschauen.

Beschenkt durch Ideen, Aufbrüche und Glaubenszeugnisse

Nur wenige Meter vom Sarkophag Adolph Kolpings entfernt, ließ Holtkotte in einer Dankesansprache seine Zeit als Bundespräses noch einmal Revue passieren. Gottesdienste, Messen, Einkehrtage, geistliche Tage oder Vorträge seien sein Rüstzeug gewesen, sagte er: „Ich habe versucht, in Texten und geistlichen Worten zu erschließen, wie Glaube im Alltag gelebt werden kann. Wie Adolph Kolping konkret wird in unserer Welt.“ Bei seinen Reisen quer durch Deutschland und darüber hinaus habe er vor Ort zwar ermutigen, stärken und manches geben können, er sehe sich aber vielmehr selbst als Beschenkter. Beschenkt durch all die Ideen, Aufbrüche und Glaubenszeugnisse vor Ort.

Dass er sich zu Besuch bei den Kolpingfamilien so wohl fühlte, dürfte auch daran liegen, dass er die Kolping-Welt kennt, seit er 14 ist. Vor Ort wurde er nicht nur Leiter einer Jugendgruppe, sondern auch Mitglied im Vorstand. Daher war es nur folgerichtig, dass Holtkotte zwischen 1990 und 1994 das Präses-Amt der Kolpingsfamilie Verl übernahm. Nach insgesamt acht Jahren als Diözesanpräses im Erzbistum Paderborn sowie als leitender Pfarrer der Bielefelder Innenstadtpfarrei St. Jodokus trat er 2012 dann die Nachfolge von Ottmar Dillenburg als Bundespräses an.

Erinnerung an "großartigen Kolpingtag"

Das Amt bedeutete gleichzeitig, dass Holtkotte unter anderem in das Bundespräsidium und den Bundesvorstand sowie in die Einrichtungen und Rechtsträger des Verbandes eingebunden wurde. Seine Mitarbeit dort und in anderen katholischen Einrichtungen, Institutionen oder Zusammenschlüssen habe er immer als eine Möglichkeit verstanden, Inhalte und Ziele des Verbandes zu verorten. „Der großartige Kolpingtag 2015, der diese Vielfalt abbildete, hat sich bei mir unauslöschlich eingegraben“, betonte Holtkotte.

Als einen Segen bezeichnete er den Zukunftsprozess „Kolping Upgrade“, in dem sich das Kolpingwerk gerade befindet. „Er wird eine Kraftquelle werden für neue Möglichkeiten, für eine stärkende Kultur des Miteinanders, für die Einladung an viele Menschen, Kolping für ihr eigenes Leben zu entdecken“, zeigte sich Holtkotte überzeugt.

Warum Kolping heiliggesprochen werden soll

Dass er als Präses so wirken konnte wie er es tat, sei nur möglich gewesen, weil er sich als Mitglied einer starken, weltweiten Gemeinschaft fühlte. „Weil wir miteinander als Glaubens- und Weggemeinschaft auf dem Weg waren, weil Aktionen und Bildung mit Leben erfüllt werden“, so Holtkotte. „Weil Gott immer dabei ist und deshalb jeder Mensch seine Würde hat.“ Genau deshalb sei es so wichtig, dass Adolph Kolping heiliggesprochen wird. Nicht um den Verbandsgründer auf einen höheren Sockel zu stellen, sondern um ihn noch mehr zu den Menschen zu holen. „Wenn Heilige Gottsuchende sind, dann war das doch genau Adolph Kolping: ein Gottsuchender, der die Menschen mit auf den Weg nahm“, sagte der scheidende Bundespräses. Es bedürfe keiner Vorbilder mehr, „die mit Silikon gefüllt unsere Interessen an sich bilden“. Vielmehr seien Vorbilder gefragt, die mit Gott gefüllt das Interesse an Gott binden. Genau das habe Adolph Kolping getan.

Mit diesem Adolph Kolping werde er auch weiterhin auf dem Weg bleiben, versprach der neue Paderborner Weihbischof – schließlich ist Kolping auch gemeinsam mit dem heiligen Josef auf seinem Bischofsstab abgebildet. Kolping bleibe „ein Mensch, der an Gott und die Menschen glaubte. Das setzt sich in seinem Werk bis in jedes Mitglied hinein fort. Und das wird auch meinen weiteren Weg prägen.“

Ehrenzeichen für Holtkotte

Ursula Groden-Kranich zeichnete den scheidenden Bundespräses im Rahmen der Abschiedsfeier mit dem Ehrenzeichen des Kolpingwerkes Deutschland aus. Sie bezeichnete Josef Holtkotte als überzeugenden und sympathischen Seelsorger, der stets den Menschen zugewandt ist und sich immer von den Idealen des Verbandsgründers Adolph Kolping leiten lässt. Orientiert an den Grundlagen des Verbandes habe er sich für eine zeitgemäße Weiterentwicklung des Kolpingwerkes – ganz in der Mitte von Gesellschaft und Kirche – eingesetzt. Neben der Gewinnung von Frauen und Männern für das Amt der Geistlichen Leitung sowie deren Begleitung habe er sich stets für dessen Verankerung als ein eigenständiges Amt eingesetzt.

Grußworte sprachen auch die Vorsitzende von Kolping Europa, Margrit Unternährer, und der emeritierte Weibischof von Paderborn, Hubert Berenbrinker.

Wer Josef Holtkotte im Amt des Bundepräses nachfolgen wird, steht noch nicht fest. Darüber entscheidet die Bundesversammlung Anfang November 2021.

Fotos: Marian Hamacher