Im Wandel der Zeit: Das Ehrenfelder Kolpinghaus hat sein Gesicht in den vergangenen Jahren schon mehrfach verändert. Auf dem rechten Bild ist es nach der Kernsanierung zu sehen.

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Ehrenfelder Kolpinghaus wiedereröffnet

Pünktlich zu seinem 70-jährigen Bestehen ist das Kolpinghaus im Kölner Stadtteil Ehrenfeld als kernsaniertes „Kolping Jugendwohnen“ wiedereröffnet worden. So sieht es nach der Kernsanierung von innen aus.

Das Kolpinghaus in Köln-Ehrenfeld ist schon seit Jahrzehnten ein markanter Punkt im Stadtbild – und ein solcher wird es bleiben. Anlässlich seines 70-jährigen Bestehens ist das traditionsreiche Gebäude am Sonntag (3. Oktober 2021) als kernsaniertes „Kolping Jugendwohnen“ wiedereröffnet worden. Verändert hat sich nicht nur die Fassade, die nun in hellem Grau mit orangefarbenen Akzenten erstrahlt: Vor allem dahinter hat sich nach der Kernsanierung so einiges getan. Das fängt schon mit deutlich mehr Platz an. Als das Kolping Jugendwohnen Köln-Ehrenfeld 2013 als Betreiber das Kolpinghaus übernahm, gab es Platz für 50 Bewohnerinnen und Bewohner. Nun verfügt es über 23 Plätze mehr – alle in Einzel- und Doppelzimmern mit jeweils eigenem Bad. Zudem befindet sich nach der Sanierung auf jeder Etage eine großzügige Gemeinschaftsküche.

Gemeinschaft und Geborgenheit

Das Konzept des Jugendwohnens sieht vor, jungen Menschen im Alter zwischen 16 und 27 Jahren – überwiegend Auszubildende – günstigen Wohnraum anzubieten. Insofern ist es noch heute der Kern dessen, was Adolph Kolping, der Gründer des Kolpingwerkes, einst auf den Weg gebracht hat. Denn in seinen Gesellenvereinen wollte er jungen Menschen in schwierigen Verhältnissen eine Hilfestellung leisten. Hier sollten sie Gemeinschaft und Geborgenheit, Bildung sowie ein geselliges Miteinander erleben.

Diese Aufgaben erfüllt das Kolping Jugendwohnen auch mit der Neueröffnung. Anders als Studierendenwohnheime verbindet das Haus nämlich Wohnen, Leben und Betreuung. Das Besondere: Ein pädagogisches Team begleitet und hilft jungen Menschen im neuen Wohnumfeld, bei der Ausbildung oder der Berufsschule sowie dabei, Alltagsprobleme zu bewältigen. „Das verhindert vorzeitige Ausbildungsabbrüche und fördert einen erfolgreichen Ausbildungsverlauf“, sagt Alexandra Horster, die Geschäftsführerin des Kolping-Jugendwohnens. Gelebt wird dieses Konzept bundesweit in rund 40 Kolping-Jugendwohnheimen, die sich im Verband der Kolpinghäuser zusammengeschlossen haben.

Nachhaltig saniert

Das Kolpinghaus in Ehrenfeld sticht aus diesen noch einmal heraus, weil es – ganz im Zeichen der Zeit – konsequent auf Nachhaltigkeit ausgelegt ist. „Sichtbar ist die nachhaltige Ausrichtung nahezu überall im und am Gebäude. Das fängt schon damit an, dass keine fossilen Energieträger wie Gas, Kohle oder Erdöl mehr genutzt werden, um Wärme für die Heizung und die Warmwasserversorgung zu erzeugen“, sagt Horster. „Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach produziert Strom, der zu 75 Prozent direkt im Haus verwertet wird.“ Die restlichen 25 Prozent speist das Kolpinghaus ins Netz ein, wofür es dann eine entsprechede Vergütung erhält.

Ab Herbst oder in einem kalten Sommer springt dann eine Holzpelletanlage an, die zwei Mal pro Jahr gefüllt werden muss. In den kommenden Jahrzehnten dürfte das Kolpinghaus so nicht nur ein markanter Punkt im Ehrenfelder Stadtbild bleiben, sondern auch zu einem Vorbild für nachhaltiges Wohnen werden.


Fotos: Barbara Bechtloff, Kolping Jugendwohnen Ehrenfeld