Kolping-Arbeitnehmer-Vizepräsidenten

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DHKT Herbsttagung der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten in Magdeburg

Aus den 53 Deutschen Handwerkskammern kamen die Arbeitnehmer-Vizepräsidenten des Deutschen Handwerkskammertages (DHKT) in Magdeburg zusammen.

Bei der diesjährigen Herbsttagung waren auch zahlreiche Kolping-Vizepräsidenten anwesend. Für das Kolpingwerk Deutschland nahmen Reinhard Ockel (Bundesvorstand) und Oskar Obarowski (Fachreferent) teil.

Grußworte an die Tagungsteilnehmenden richtete u.a. der Wirtschaftsminister von Sachsen-Anhalt, Prof. Dr. Willingmann, aus: Schwerpunkte seiner Ausführungen waren die wirtschaftliche Situation und die Rolle des Handwerks in Sachsen-Anhalt. Insgesamt sei die wirtschaftliche Entwicklung positiv, wenngleich weiterhin Nachholbedarf bestehe. In den folgenden Jahren werde es jedoch aufgrund der demografischen Entwicklung Probleme bei Unternehmensübergängen geben. Als Flächenland falle es auch zunehmend schwer, junge Menschen zu mobilisieren. Schließlich seien die Wege zur Arbeit oder zur Berufsschule unter Umständen sehr weit. Willingmann setzt sich daher – wie auch das Kolpingwerk – für ein bundesweites Azubi-Ticket ein. Kolping hat hier aber vielleicht noch eine andere Antwort: das Jugendwohnen.

Weiterer Gast der Tagung war Bundesarbeitsminister Hubertus Heil. Mit seinem Besuch – für den er sich fast zwei Stunden Zeit nahm – kam er einer Einladung der Arbeitnehmer-Vizepräsidenten nach. Er ging in einem Impulsreferat auf die verschiedenen Felder der Arbeitsmarkt- und Rentenpolitik ein und diskutierte anschließend mit den Tagungsteilnehmenden diese und weitere Politikfelder. Heil beschrieb auch die Arbeit der Koalition in Berlin und verwies auf die im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziele und Vorhaben. Die Vizepräsidenten ließen es sich nicht nehmen und nutzen die Gelegenheit, um ihm die Wirklichkeit der Arbeitswelt in den Betrieben zu erklären. Eine zentrale Botschaft: Die Tarifbindung muss wieder steigen – hier ist die Politik gefragt.

Auch die Meisterpflicht war Thema der Tagung: Dazu referierte der DHKT Geschäftsführer Dirk Palige über den Stand der Initiative des Zentralverbands des Handwerks (ZDH) sowie ein eigens in Auftrag gegebenes Gutachten. DGB und Kolpingwerk vertreten in dieser Frage übrigens die gleiche Position: Die großflächige Deregulierung für 53 der 94 Handwerksberufe im Jahr 2004 war eine – zwar gut gemeinte – aber falsche Entscheidung des Gesetzgebers. Nun bedarf es der Prüfung, wo die Meisterpflicht wiedereingeführt werden kann und soll. Der Bundesvorstand des Kolpingwerkes hatte zu diesem Thema bereits im September Stellung bezogen. Zur Stellungnahme 

Am Rande der Tagung trafen sich zudem – das ist Tradition – die Kolping-Vizepräsidenten zu einer Vorbesprechung. Oskar Obarowski und Reinhard Ockel berichteten über aktuelle Themen aus dem Bundesverband, u. a. zur Bundesversammlung mit Neuwahlen. Positive Rückmeldungen gab es zur Vorstellung der Broschüre „Kolping und Handwerk“, die hier heruntergeladen werden kann. Auch Norbert Grellmann, Regionalsekretär Ost, nahm an der Runde teil, um über die Arbeit des Kolpingwerkes in Ost- und Mitteldeutschland mit einem Exkurs über die Situation vor der Wende zu referieren.

Die Frühjahrstagung 2019 findet in der Handwerkskammer Flensburg statt.