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Debatte über neue gesellschaftliche Fragestellungen

Bei seiner letzten Sitzung in Frankfurt am Main hat der Bundesfachausschuss "Gesellschaft im Wandel" unter anderem die Bundestagswahl 2021 in den Blick genommen.

Bei den Diskussionen ging es nicht nur darum, mit welchen Formaten und Methoden Materialen zur Bundestagswahl entwickelt werden sollen, sondern auch darum, wie grundsätzlichen Problemen, etwa der sinkenden Wahlbeteiligung insbesondere bei Gruppen, die sich ausgegrenzt fühlen, begegnet werden könne.

Demokratiefähigkeit

Ein weiterer Schwerpunkt in der Sitzung des Bundesfachausschusses war eine Grundsatzdebatte über soziale und gesellschaftliche Phänomene, die für die wachsende Demokratiemüdigkeit bis hin zu aggressiven Einstellungen gegenüber demokratischen Verfahren verantwortlich zeichnen. Dabei wurden Erscheinungsweisen wie sinkender Respekt im zwischenmenschlichen Verhalten ebenso wie gegenüber Behörden und staatliche Institutionen problematisiert. Verschiedene Entwicklungen deuten auf eine tiefergehende Akzeptanzproblematik aber auch auf Ausgrenzungstendenzen hin, was zu einer weiteren Zersplitterung der Gesellschaft führen könnte, so das Resümee des BFA. Erörtert wurde in diesem Zusammenhang, welchen Beitrag zur gesellschaftlichen Befriedung Verbände wie das Kolpingwerk leisten können und wie sie dabei unterstützt werden müssen.

Allgemeine Sozialdienste

Die immer wiederkehrende Debatte über die Einführung von Allgemeinen Sozialdiensten als Verpflichtung aller junger Menschen wurde kontrovers diskutiert, wobei die Einführung eines Allgemeinen Sozialdienstes für alle jungen Menschen durchaus auf große Sympathien stieß: Es wurde ein Modell debattiert, das Allgemeine Sozialdienste im Rahmen der Schulausbildung vorsieht. Ziel eines derartigen Modells wäre es, junge Menschen bewusst aus unterschiedlichen Milieus zusammenzubringen und auf diese Weise unterschiedliche Lebenswelten für jeden erlebbar zu machen. Das Papier enthält die These, dass die Kenntnis anderer Lebenswelten das Verständnis für unterschiedliche Lebenslagen vermittle und in der Folge zu solidarischem Verhalten führe.

Generationengerechtigkeit

Ob und wie die Gerechtigkeit zwischen den Generationen gesichert oder hergestellt werden könne, war ein weiteres Debattenthema. Das Thema Generationengerechtigkeit soll mit der AG „heute für morgen“ der Kolpingjugend fortgeführt werden.

Direkte Solidaritätsabgabe

Ferner wurde ein Vorschlag erörtert, wie durch eine Umstellung bei Abgaben und Steuern ein Solidarbeitrag innerhalb gleicher Gruppen eingeführt werden kann, um die Förderung ausgewiesener sozialer Aufgaben transparenter machen zu können.

 

Text: Dr. Victor Feiler