In Mexiko-Stadt traf Bundesgesundheitsminister Jens Spahn Vertreter des Kolpingwerkes Mexiko und des Kolpingwerkes DV Paderborn zum Gespräch über den Transfer von Pflegekräften.

Aus den Regionen

Bundesminister Spahn zu Gesprächen bei Kolping in Mexiko

Minister und Kolping-Vertreter sprechen in Mexiko-Stadt über Zusammenarbeit durch Qualifizierung von Fachkräften

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sich am Freitag (20. September 2019) bei einem Besuch in Mexiko-Stadt mit Vertretern des Kolpingwerkes Mexiko und des Kolpingwerkes Diözesanverband (DV) Paderborn getroffen. Beide Seiten erörterten die Möglichkeit, Pflegekräfte aus Mexiko für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Im Rahmen einer seit nunmehr 30 Jahren bestehenden Partnerschaft zwischen den Kolpingwerken in Mexiko und dem DV Paderborn werden in der Kolping-Bildungseinrichtung Santa Ana in Mexiko-Stadt unter anderem Pflegekräfte für den deutschen Arbeitsmarkt qualifiziert.

Um dem Mangel an Pflegekräften in Deutschland zu begegnen, war Bundesminister Spahn bereits im Juli in den Kosovo gereist. Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Weiss (CDU) war zu diesem Zweck im August auf den Philippinen unterwegs. Mexiko ist nun das dritte Land, in dem der Minister bei seiner Reise um Fachkräfte aus dem Ausland wirbt.

„Der Zuzug von Fachkräften aus dem Ausland kann eine Teillösung des Problems sein, vor allem, weil sie kurzfristig umsetzbar ist“, sagt Werner Sondermann, Vertreter des DV Paderborn bei den Gesprächen in Mexiko-Stadt und Vorsitzender des Verbandes der Kolping-Bildungsunternehmen Deutschland e. V.  Durch einen umfassenden Prozess von der ersten Ansprache im Heimatland bis zum Berufseinstieg in Deutschland begleitet das Kolping-Tochterunternehmen Medical Bridge Germany (MBG) den Weg der Pflegekräfte. „Wir stellen dabei sicher, dass wir nur Fachkräfte aus Ländern für den deutschen Arbeitsmarkt qualifizieren, in denen durch die Abwanderung keine Unterversorgung im medizinischen System des eigenen Landes entsteht“, betont MBG-Geschäftsführer Dietmar Mantel.

Interessierte können sich online bewerben. Die Auswahl erfolgt mit einem mehrstufigen Assessment-Center und einem persönlichen Gespräch mit dem zukünftigen Arbeitgeber per Videokonferenz. Zum Programm gehört eine umfassende sprachliche Ausbildung. Sie ist auf die Bedürfnisse des medizinischen Sektors zugeschnitten und beinhaltet Prüfungen nach dem TELC-Standard, der auf dem Gemeinsamen europäischen Referenzrahmen für Sprachen des Europarats basiert. Zu den fachlichen Inhalten, die vermittelt werden, gehören Kenntnisse des deutschen Gesundheitswesens, der Grundpflege, des Qualitätsmanagements und Software-Systeme.

Die Begleitung der Fachkräfte durch Kolping, die Kolping-Bildungsunternehmen und Medical Bridge Germany geht aber über das Fachliche hinaus. Sie umfasst, wenn gewünscht, auch die persönliche Begleitung, die Unterstützung bei Anträgen und in Kontakt mit Behörden oder bei der Wohnungssuche. „Als erfahrener und verlässlicher Partner im Sozialsektor steht Kolping für die Erfüllung hoher ethischer und qualitativer Ansprüche“, betont Werner Sondermann.

Foto: Kolping Mexiko