Angenehmer lässt sich politische Bildung wohl kaum vermitteln: NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (r.) war zu „Steindorf kocht…“ (Ralf Steindorf Mitte) in das Möbelhaus Stall Coesfeld eingeladen. Überraschungsgast: Josef Brügge (l.).

Aus den Regionen

Beim Kolping-Bildungswerk am Herd

"Steindorf kocht ..." in Coesfeld mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann

„Gemeinsam kochen, über Gott und die Welt plauschen und zwischendurch lecker essen.“ Auf diese kurze Formel brachte Verbandsreferentin Anke Heining bei der Begrüßung das Erfolgsrezept des „Steindorf kocht…“. Hierbei ist Hobbykoch und Moderator Ralf Steindorf aus Rosendahl in Kooperation mit dem Kolping-Bildungswerk Diözesanverband Münster schon seit einigen Jahren und vielen namhaften Gästen aus Politik und Gesellschaft erfolgreich. Dieses Mal war Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen zu Gast. Er band sich die Küchenschürze um und war sich nicht zu fein, den Anweisungen von Ralf Steindorf zu folgen. Schließlich musste ordentlich was auf den Tisch, denn schon Wochen vorher waren alle gut 30 Plätze zu diesem Abend in der Vorführküche des Möbelhauses STALL in Coesfeld vergeben.

Zur Begrüßung gab es einen alkoholfreien „Ipanema“ Cocktail; weiter ging es dann allerdings westfälisch rustikal, dazu Bier aus der Privatbrauerei seines Heimatkreises Steinfurt, so hatte Laumann es sich zuvor gewünscht. Was er nicht wusste: Steindorf hatte Josef Brügge, Inhaber des Hotels Brügge aus Ibbenbüren, eingeladen. „Wenn Karl-Josef die Faxen so richtig dicke hat, geht er dort zum Essen hin“, hatte Ralf Steindorf in Erfahrung gebracht. Diese Überraschung für Karl-Josef Laumann gelang. Die Freude war groß, den Freund seit Zeiten der Jungen Union als professionelle Unterstützung an seiner Seite zu haben. So blieb genügend Zeit mit Laumann, seit 2017 NRW-Minister, zwischen den Menügängen Rahmpilzen mit Knödeln, einem kräftigen Rindseintopf und dem von Josef Brügge genial zubereiteten Rindfleisch mit Zwiebelsoße ins Gespräch zu kommen.

Über die Messdiener und die katholische Jugendarbeit ist er zur Politik gekommen, erzählte Laumann. Und auch zu Kolping schon in jungen Jahren, „wegen des Riesenbecker Kolping-Karnevals“. Ein unterschriebener Bierdeckel hätte als Beitrittserklärung gereicht. Schnell zeigte sich, dass Karl-Josef Laumann fest verwurzelt in westfälischer Muttererde ist und die Christliche Soziallehre im Herzen hat. Seine Antwort auf die Frage, ob seine christliche Prägung und die Mitgliedschaft in den katholischen Verbänden seine politischen Entscheidungen beeinflussen? „Die christliche Soziallehre ist für mich Denkgrundlage. Ich bin davon überzeugt, dass es keine soziale Marktwirtschaft ohne die katholische Soziallehre gegeben hätte.“

Bei der Frage zur Grundrente verweist Sozialminister Laumann darauf, dass rund 15 Prozent der vollzeitig beschäftigten Arbeitnehmer unter 2000 Euro brutto erhielten. Dieses wirke sich natürlich auch auf die Renten aus, und daher hätte die CDA das Modell der Plus-Rente ins Spiel gebracht. „Wer entsprechend gearbeitet hat, muss auch mehr als die Sozialhilfe als Grundsicherung im Alter in der Tasche haben.“ Seine Definition des gesellschaftlichen Wertes von Arbeit beschreibt er mit diesem Beispiel: „Sicher gehört der Leiter eines Bankinstitutes zu den Leistungsträgern. Aber diejenige, die morgens um 5 Uhr dort die Räume putzt, gehört auch den Leistungsträgern der Gesellschaft.“


Text: Rita Kleinschneider / Daniel Fissenewert
Foto: Nicole Drakkar