Verteilung der Spenden an ehemalige Heimkinder auf der Farm

Gruppenbild im Integrationszentrum in Caransebes

Der Sekretär vom Kolpingwerk Rumänien, Eduard Dobre, stellt die Pläne des Kolping Gesellenhauses in Timisoara vor.

So sind wir

Begegnungsfahrt nach Rumänien

Reisegruppe besuchte Projekte im Partnerland

Alljährlich organisiert das Kolpingwerk Diözesanverband Erfurt eine Begegnungsfahrt in eines der Partnerländer Rumänien oder Ukraine. Neben den Verantwortlichen der Kolpinghilfe sind auch Interessierte innerhalb und außerhalb des Verbandes eingeladen, mit auf die Reise zu gehen, um sich vor Ort ein Bild von den von Kolping finanzierten Projekten zu machen. Dabei lernt man Land und Leute kennen und erlebt die große Gastfreundschaft der osteuropäischen Partner.

Im Juni dieses Jahres machte sich eine Gruppe auf den Weg nach Rumänien. Als erste Station stand die Stadt Ineu im Kreis Arad auf dem Programm. Das ehemalige Kinderheim Ineu, welches schon seit 1991 Anlaufpunkt und Empfänger der Kolpinghilfe war, gibt es nicht mehr. Daraus ist eine integrative Schule geworden. Einige der ehemaligen Heimkinder werden aber auch heute noch unterstützt. Sie leben, nun als Erwachsene, auf einer Farm in der Nähe von Ineu. Bei einem Besuch wurden Lebensmittel, Kleidung, Kosmetik und eine Spende dort gelassen. Die Bewohner können das alles sehr gut gebrauchen, die meisten von ihnen müssen von den 80 Euro Sozialhilfe leben, die der rumänische Staat monatlich zahlt. Auch die Patenkinder im Casa Elisabeta in Mocrea, nicht weit entfernt von Ineu, freuten sich über die deutschen Gäste und die mitgebrachten Geschenke. Die 15 Kinder, die dort betreut werden, kommen aus schwierigen familiären Verhältnissen oder haben keine Eltern mehr. Seit 2004 steht die Kolpinghilfe mit Patenschaften dieser Einrichtung bei.

Nach einem Besuch bei der Kolpingsfamilie in Chisineu Cris, auch im Kreis Arad, ging die Reise weiter in den Süden des Landes nach Caransebes. Dort gibt es ein Kolpinghaus und seit zwei Jahren ein Integrationszentrum für Menschen mit Behinderung. Finanziert von der Aktion Mensch der deutschen Behindertenhilfe. Neben einer Besichtigung und der Begegnung mit den Klienten der Einrichtung, wurde gemeinsam überlegt, wie die Einrichtung nach Ende der Projektfinanzierung weiter laufen kann.

Eine Weinverkostung im bekannten Weingut in Recas, gemeinsam mit rumänischen Kolpingfreunden, war ein besonders schönes Erlebnis. Interessant war, dass diese wohlschmeckenden Weine auch in deutschen Supermärkten zu finden sind.

In Timisoara, der zweitgrößten Stadt Rumäniens, gab es auch viel Interessantes zu sehen. Das Kolpingwerk Rumänien möchte dort ein Kolping Gesellenhaus bauen, in dem der Kolping Regionalverband Banat, aber auch Studenten und andere Gäste Platz und Unterkunft finden sollen. Die Baustelle und die Pläne konnten die deutsche Gruppe schon besichtigen, doch es gibt noch sehr viel Arbeit und so manche Hindernisse zu bewältigen. Ein gemütliches gemeinsames Essen mit Vertretern aus zahlreichen rumänischen Kolpingsfamilien am letzten Abend gab reichlich Gelegenheit zu interessanten Gesprächen und gutem Austausch. Der Gottesdienst in der Wallfahrtskirche von Maria Radna in der Nähe von Lipova bildete den Abschluss der Reisewoche. Mit vielen neuen und guten Eindrücken kehrte die Gruppe am Samstagabend wieder zurück und kann nun berichten, wie es so aussieht in Rumänien.

Text/Fotos: Annette Müller