Ein Erinnerungsfoto vor der Traditionsfahne der Kolpingsfamilie Passau. Von links: Viktoria Asen, Manuel Sprüderer, Präsident Alexander Umpiérrez, Diözesanvorsitzender Gerhard Alfranseder und Missionsreferentin Christine Krammer.

Aus den Regionen

Aus Partnerschaft wurde Freundschaft

Uruguayischer Kolping-Präsident zu Besuch in Passau

Seit 2017 ist der 29-jährige Einzelhandelskaufmann im Kommunikationsbereich, Alexander Umpiérrez, ehrenamtlicher Präsident des Kolpingwerkes in Uruguay. Anlässlich einer Tagung von Kolping International in Köln, bei der Delegierte aus 60 Nationen vertreten waren, nahm Alexander Umpiérrez die Gelegenheit wahr, dem Kolpingwerk Diözesanverband Passau erstmals einen Besuch abzustatten. Gemeinsam mit Diözesanvorsitzendem Gerhard Alfranseder und den Vertretern der Kolpingjugend Manuel Sprüderer und Viktoria Asen, die gleichzeitig auch als Dolmetscher fungieren, standen in Passau Gespräche und ein kleines Kulturprogramm an.

Zusammen mit der Referentin für Mission und Weltkirche im Ordinariat, Christine Krammer, wurde vor allem die wirtschaftliche und soziale Lage in Uruguay erläutert. Uruguay ist als Einwanderungsland entstanden und setzt sich zu fast 90 Prozent aus Nachkommen europäischer Einwanderer zusammen. Uruguay zählt mit rund 3,3 Mio. Einwohner als zweitkleinster Staat Südamerikas und ist von der Fläche halb so groß wie Deutschland. Seine unmittelbaren Nachbarn sind Brasilien und Argentinien. Wirtschaftlich und sozial gehört Uruguay zu den Vorzeigestaaten in Lateinamerika. Allerdings ist Uruguay als kleines Land aufgrund bestehender Wirtschaftsbeziehungen bei Rezessionen in den Nachbarländern sehr anfällig. Gerade die Wirtschaftskrise in Argentinien mit derzeit 40 Prozent Inflation kann sich auch auf die Wirtschaftssituation in Uruguay auswirken. Ebenso kämpft Uruguay mit Flüchtlingsbewegungen aus den angrenzenden Ländern. Rund 40 Prozent der Einwohner wohnen in der Hauptstadt Montevideo, und trotzdem stützt sich die uruguayische Wirtschaft maßgeblich auf die Agrarwirtschaft.

Bei einem Gespräch mit Vertretern des Diözesanvorstandes und der Kolpingsfamilie Passau wurde vor allem die Situation der Kolping-Arbeit erörtert. In Uruguay bestehen 28 Kolpingsfamilien vor allem in den ländlichen Regionen mit 1.000 aktiven Mitgliedern, die verschiedene Projekte durchführen, um insbesondere auch die Landflucht zu stoppen. Es geht nach Aussage von Präsident Umpiérrez vor allem darum, Strukturen in den ländlichen Regionen aufzubauen, um den Menschen eine dauerhafte Existenz zu sichern. Dazu gehören soziale Treffpunkte und Möglichkeiten der Bildung und Ausbildung, damit der Lebensunterhalt gesichert werden kann.

Präsident Umpiérrez dankte den Kolpingsfamilien im Bistum Passau für ihre langjährige Partnerschaft und betonte, dass aus der Partnerschaft in den vielen Jahren eine echte Freundschaft geworden sei. Dies unterstrich auch Diözesanvorsitzender Alfranseder, der anmerkte, dass aus den sieben Jugendbegegnungen seit 2005 nicht nur Freundschaften, sondern sogar schon Ehen hervorgegangen seien.