Erste Thüringer Kolpingwallfahrt im Jahr 1980 nach Etzelsbach im Eichsfeld. - Foto: Archiv Michael Meinung

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Als es mutig war, bei Kolping zu sein

Das Kolpingwerk Deutschland schaut mit Freude und Dankbarkeit auf die historische Leistung vor 30 Jahren zurück.

Mehr als 150 Kolpingsfamilien in Ostdeutschland haben leidvoll in den Zeiten von Nationalsozialismus und der darauffolgenden sozialistischen Diktatur gravierende Einschränkungen in ihrer Arbeit und in ihrem Aktionsradius erfahren müssen. Es gehörte Mut dazu, sich in der DDR aktiv zu Kolping zu bekennen. Mit großer Freude und Dankbarkeit schaut das Kolpingwerk Deutschland deshalb auf die historische Leistung der Wiedervereinigung vor 30 Jahren zurück. Mit dem Erinnern an eine Sternstunde deutscher Geschichte geht der Appell des Bundesvorstandes einher, dass Demokratie, Freiheit und Freizügigkeit nicht als selbstverständlich und für immer gegeben angesehen werden dürfen.

Den 30. Jahrestag der Wiedervereinigung nimmt das Kolpingwerk zum Anlass, die Ereignisse von damals in Erinnerung zu rufen, gerade im Kontext aktueller Radikalisierungstendenzen in Gesellschaft und Politik.

Gerade in einer Demokratie muss das Wissen um die Geschichte lebendig gehalten werden. Aus der Geschichte sind entsprechende Schlüsse zu ziehen. Die DDR-Geschichte zu kennen, ist Voraussetzung für die Sicherung der Demokratie, die mittlerweile von verschiedenen Kräften wieder zum Feindbild erklärt wird.

So groß der Mut und die Kraft der damaligen Oppositionellen und der Bürgerbewegung gegen das SED-Unrechtsregime waren, so überzeugt und aktiv muss heute die Demokratie gegenüber ihren Gegnern gestärkt werden. Der Erfolg der Bürgerbewegung gegen die DDR-Diktatur mahnt uns, sensibel zu bleiben gegen jede Form von Populismus, Radikalisierungstendenzen, Verschwörungsfanatikern und politischen Extremisten – gleich ob von rechts und links. Eine nachlässige Einstellung gegenüber den Gefährdern der Demokratie wäre eine Verhöhnung der Bürgerinnen und Bürger, die im Herbst 1989 in einem beispiellosen und mutigen kollektiven Willensakt das menschenverachtende SED-System beendet haben.

Zur Erklärung im Wortlaut