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"Alles kann zu Gott führen"

Seniorentag des Kolpingwerkes Diözesanverband Speyer in Winnweiler

"Man müsste ihre Liebe zu Gott und den Seelen und ihren klaren Blick über die Zeit haben, um sich mit ihr in die Bilder des Ewigen zu vertiefen." Mit diesem Zitat Adolph Kolpings über Hildegard von Bingen resümierte Diözesanpräses Pfarrer Michael Baldauf seine Predigt über die große Mystikerin beim diesjährigen Seniorentag des Kolpingwerkes Diözesanverband (DV) Speyer in der Pfarrkirche Herz Jesu in Winnweiler. 120 Seniorinnen und Senioren feierten einen bewegenden Gottesdienst, in dessen Mitte Pfarrer Baldauf ganz die Kirchenlehrerin des Mittelalters stellte, die 40 Jahre auf dem pfälzischen Disibodenberg gelebt hat, und deren Gedenktag sich an diesem Tag jährte. Mit am Altar stand Diakon Andreas W. Stellmann, Diözesanvorsitzender des Kolpingwerkes DV Speyer.

Baldauf verdeutlichte in seiner Predigt: Hildegard von Bingen, eine Universalgelehrte ihrer Zeit, Äbtissin, Dichterin und Komponistin, habe ihre Epoche wesentlich mitgeprägt. Als Zeitgenossin Kaiser Barbarossas sei sie in eine unruhige Zeit hineingeboren worden. Obwohl zum klösterlichen Leben bestimmt, habe die prophetisch begabte Frau hinaustreten müssen in die Öffentlichkeit, um vielen Menschen Weisung und Orientierung zu geben. Hildegard von Bingen sei beseelt gewesen von der Gewissheit, dass Gott alles zum Guten führen wird, was wir mit menschlichen Kräften beginnen, denn „Gott ist gut, und alles was in ihm seinen Anfang nimmt, ist gut.“ Mit dieser Zuversicht habe Hildegard Mensch und Welt sehen können, wie sie sind, ohne zu idealisieren, ohne zu verteufeln und ohne zu moralisieren. „Alles was ist, darf sein; nichts muss geleugnet oder verdrängt werden, weil alles zu Gott führen kann, wenn ich bereit bin, mich durch die Sehnsucht meines Leibes, meiner Seele, meines Geistes zu Gott führen zu lassen“, so Pfarrer Baldauf wörtlich.

Nach dem Gottesdienst setzte sich das Programm im Bürgerhaus Winnweiler fort: Die Seniorinnen und Senioren wurden von der Seniorenbeauftragten des DV Speyer, Gisela Schroth, und vom Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Winnweiler, Markus Schreiber, begrüßt. Nach dem Mittagessen fand ein kleines Besichtigungsprogramm statt. Eine Entdeckung war für viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer das Jüdische Museum Winnweiler. Weitere Möglichkeiten für die Senioren waren eine Besichtigung der Kreuzkapelle sowie ein gemeinsames Singen im Festhaus.

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