Bischof Felix Genn hat im Paulus-Dom in Münster die bundesweite Adveniat-Weihnachtsaktion "ÜberLeben in der Stadt" eröffnet.

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Adveniat-Aktion im Bistum Münster eröffnet

Die bundesweite Weihnachtsaktion des Hilfswerkes Adveniat steht in diesem Jahr unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“.

„Die Adveniat-Weihnachtsaktion schildert uns die Ungerechtigkeiten in den Städten in Lateinamerika und den Kampf so vieler Menschen um das tägliche Überleben. Wir sind mitverantwortlich für die Welt und dürfen nicht die Augen verschließen vor der Not der anderen.“ Dazu hat Bischof Felix Genn im feierlichen Gottesdienst zum bundesweiten Auftakt der Adveniat-Weihnachtsaktion unter dem Motto „ÜberLeben in der Stadt“ am ersten Advent, 28. November 2021, im St. Paulus-Dom in Münster aufgerufen. Konzelebranten waren Adveniat-Partner Erzbischof Leonardo Steiner aus der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus, Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck, Weihbischof Stefan Zekorn und Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier. 

Die Zusage Jesu einer nahen Erlösung ist trotz aller Katastrophenszenarios „keine Durchhalteparole und kein blanker Zynismus, sondern Ermutigung: Ihr könnt euch darauf ausrichten, dass euer Leben eine Perspektive hat, die größer ist.“ Das sagte Bischof Felix Genn in seiner Predigt. Diese Perspektive werde schon heute deutlich in denen, „deren Engagement dazu beiträgt, dass Gottes Reich jetzt ankommt: dort, wo Menschen der Not Gegenwehr leisten.“

Durch die Adveniat-Weihnachtsaktion geschehe genau das. „Adveniat will deutlich machen, dass es eine Gerechtigkeit gibt, die größer ist als unsere und die Maß nimmt an der Liebe zu allen Menschen“, sagte Genn. So sei die Pandemie bei aller Schrecklichkeit eine Herausforderung, „ob wir nur auf uns selbst schauen oder ob wir bereit sind, über uns zu wachsen, indem wir uns impfen lassen und die Impfstoffe mit anderen Völkern teilen.“ Die Weihnachtsaktion sei „keine bloße Bettelaktion, sondern eine Aktion gelebter Solidarität, die zuerst darin besteht, dass wir überhaupt einen Blick füreinander haben“, sagte der Bischof. Es sei kaum zu überschauen, was in den 60 Jahren seit Gründung des Lateinamerika-Hilfswerks Gutes bewirkt worden ist. 

„Die Corona-Pandemie hat die Stadt Manaus schwer getroffen. Die Bilder der überfüllten Kliniken und der vielen offenen Gräber gingen um die Welt. Bis zu 500 Menschen starben täglich allein in Manaus an den Folgen der Infektion mit dem COVID-19-Virus“, schilderte der Gast der Adveniat-Weihnachtsaktion, Erzbischof Leonardo Steiner, die fast ausweglose Lage im brasilianischen Amazonas-Bistum Manaus. Dort mangelte es an Sauerstoffgeräten und Krankenhausbetten. „Dank Ihrer Hilfe, liebe Mitchristen in Deutschland, konnten wir helfen und Leben retten. Wir brachten Sauerstoffgeräte zu den Erkrankten. Die Hospitalschiffe, die die Kirche auf dem Amazonas unterhält, leisten großartige Hilfe.“

Gerade in den Großstädten des Kontinents zeige sich Ausgrenzung, Ausbeutung und Not in überdeutlichem Maße, beklagte Erzbischof Steiner. Acht von zehn Lateinamerikanern lebten inzwischen in der Stadt. Ein Großteil von ihnen arbeite im informellen Sektor, schlage sich also mit Handlangerdiensten oder Gelegenheitsjobs durch, die schlecht bezahlt und nicht sicher sind. Die Kirche tue viel, um die Situation der Menschen in den Armenvierteln an den Rändern der Städte zu verbessern. „In der Gemeinschaft der Gemeinden wachsen Hoffnung und Perspektiven. Adveniat unterstützt uns in dieser Arbeit“, sagte Steiner. „Unsere Kirche ist weiblich, denn die Hoffnungsträgerinnen sind vor allem die Frauen, die in vielen kleinen Gemeinschaften und Projekten den Armen Chancen eröffnen“, so der Erzbischof weiter. 

„Ohne die Adveniat-Hilfe wäre die Seelsorge gerade in den Gemeinschaften der Indigenen und der Flussrandbewohner, der Ribeirinhos, kaum möglich“, sagte Steiner. „Die Kirche in Lateinamerika verdankt Euch viel“, betonte er gegenüber den Spenderinnen und Spendern des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat und bat sie um ein offenes Herz und ihre großzügige Mithilfe: „Ihr Beitrag – vor allem in der Weihnachtskollekte, die ja an Adveniat geht – ist eine konkrete Geste lebendiger Solidarität mit der Kirche in Lateinamerika und der Karibik.“

In den Gottesdiensten am 24. und 25. Dezember in ganz Deutschland ist die Kollekte wichtiger Ausdruck des Teilens und der weltkirchlichen Solidarität an Weihnachten. Die Pandemie und ihre Folgen haben Hunger und Armut massiv verstärkt. Deshalb sind die Armen dringender denn je auf Hilfe angewiesen. „Werden Sie zum Über-Lebensretter!“, ruft Adveniat-Hauptgeschäftsführer Pater Martin Maier die Menschen in Deutschland auf.

Die Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember in allen katholischen Kirchen Deutschlands ist für Adveniat und die Hilfe für die Menschen in Lateinamerika und der Karibik bestimmt. Weitere Informationen zur Weihnachtsaktion und zur Weihnachtskollekte gibt es hier

Das Kolpingwerk Deutschland ist Kooperationspartner von Adveniat. Im aktuellen Kolpingmagazin (Ausgabe 4/2021) gibt es einen großen Beitrag über die Arbeit von Schwester Arlina in der Migranten-Herberge „Casa Mambré“ in Mexiko-Stadt. Außerdem wird dort ein Kolping-Projekt in Mexiko vorgestellt, das Adveniat fördert. »Zum Kolpingmagazin-Beitrag 


Foto: Achim Pohl/Adveniat