Bundesebene Geistlicher Impuls

Wir dürfen ihm begegnen - in unserem Alltag.

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Sonntag.

Das Evangelium zeigt mir heute zwei Seiten einer Erfahrung: wie schön es ist, eine Heimat zu haben, wo Menschen einen kennen, aber auch wie schwer dies gleichzeitig werden kann.

Gehen wir doch noch einmal den Weg Jesu nach, um dies zu verstehen: Zuerst sieht es so aus, als ob Jesus in seiner Heimat gut aufgenommen würde. In der Synagoge lehrt er, verkündet die Botschaft Gottes, liest aus den heiligen Schriften vor.

Die Menschen staunen, denn er lehrt mit Vollmacht. Er ist einer von ihnen und doch passt er nicht mehr genau in ihr Denken hinein. Das, was sie von Jesus gehört hatten - seine Wunder und Heilungen, wie er sprach und die Schrift auslegte - überraschte sie, und sie konnten es nicht verstehen. Woher hat er das alles? Den kennen wir doch!

Jesus, so haben die Menschen in seiner Heimat gesehen, kann und weiß mehr als ein Mensch. Sie sehen seine Weisheit, seine Wunder. Diese sind Zeichen, dass er größer ist als ein Mensch. Sie denken: Wer mit solch einem Anspruch auftritt, will etwas Besonderes sein, er will hoch hinaus! …. Prophet … Gottes Sohn …

Jesus teilt ihnen Neues und Wichtiges mit, aber wenn sie darauf hören, müssen sie sich und ihr Verhalten ändern. Wer will das schon … da lehnen wir ihn doch lieber ab!

Wir erleben die vielen Fragen und Unsicherheiten der Menschen. Sie kommen zu dem Schluss: Das kann nicht sein, das gibt es nicht. Anstatt das Gute, Frohmachende zu hören, lehnen sie Jesus ganz ab. Sie finden auch eine Begründung: Wir kennen seine Familie, sie leben mit uns. In ihren Alltag passt das Ungewöhnliche, Besondere nicht hinein.

Und wir?

Ich wünsche uns, dass Jesus sein heilbringendes Wort zu uns bringen kann; dass wir erfahren dürfen, dass es für Unerwartetes und auch Unbegreifliches in unserem Alltag - so will ich einmal übersetzen ? Heimat geben kann. Dass dieses Unerwartete auch von guten Bekannten, von Freunden kommen kann, dass Gottes Geist auch unter uns wirkt, in unserer Gemeinde, unserer Gemeinschaft, unseren Familien und Kolpingsfamilien.

Ich wünsche uns, dass wir uns vor Jesu Wirken nicht zurückziehen, weil es vielleicht Konsequenzen für unser Leben hat, sondern dass wir aufgeschlossen für ihn bleiben. Trauen wir uns gegenseitig zu, dass Gott wirken kann, dann werden wir auch Zeichen für Gottes lebendiges Leben und Wirken unter uns entdecken. Jesus wirkt durch die Menschen unserer Umgebung. Jesus lebt mitten unter uns. Wir dürfen ihm begegnen - in unserem Alltag. Das ist wirklich eine Frohe Botschaft.

 

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Bild: Timothy Eberly on unsplash.com