Bundesebene Geistlicher Impuls

Mit Jesus auf dem Weg sein

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Palmsonntag.

In den Texten der Heiligen Schrift überschlagen sich heute die Ereignisse. Vom frohen Jubel wird berichtet, von Verhör und Gesprächen, vom Aufschrei Jesu am Kreuz und von der stillen Grablegung. Stets waren Menschen dabei: Die Masse der Jubelnden oder die kleine Schar, die eingeschlafen war und Jesus in seiner Todesangst alleingelassen hat. Wenige, die ihn auf dem Leidensweg bis ans Kreuz begleitet haben und viele, die verlangten, dass der Verbrecher Barabbas freigelassen werde.

Heute, am Palmsonntag, sind auch wir dabei. Mit der Kirche erinnern wir uns an Jesu Einzug in Jerusalem. Wir stehen am Beginn der Heiligen Woche, in der die wichtigsten Ereignisse unseres Glaubens in den Gottesdiensten gefeiert werden. Suchen wir Gelegenheit mitzufeiern. Wir drücken damit aus, dass wir bei Jesus, seinem Leiden und Sterben und seiner Auferstehung dabei sein wollen. Wir vertiefen unseren Glauben, wenn wir die altbekannten Evangelienberichte wieder neu hören. Indem wir Gottesdienst feiern, stärken und ermutigen wir uns gegenseitig im Bemühen, unser Leben aus dem Glauben zu gestalten.

Jesus wird auch heute verraten, verurteilt, verspottet, gekreuzigt. Überall, wo Kinder und junge Menschen bewusst und zielstrebig zum Hass gegen Gott und Menschen erzogen werden. Dort, wo Menschen verdächtigt werden, weil sie sich aus dem Geist der frohen Botschaft um Unterdrückte und Abhängige sorgen.

Viele Menschen, die bei der Passion damals dabei waren, gaben sich damit zufrieden, dass sie einem Schauspiel zusehen konnten. Manche spürten ihre Ohnmacht und Hilflosigkeit und hatten mit Jesus Mitleid. Zugleich waren sie froh, dass sie nicht auch in das leidvolle Geschehen hineingezogen wurden.

Wo brauchen Menschen heute unsere Zeit, unsere Zuwendung und unsere Hilfe? „Mit Jesus auf dem Weg sein“ kann die abgewandelte Sichtweise für die Heilige Woche bei uns lauten. Verstehen wir sie als Gelegenheit, beim Kreuztragen in unserer Zeit zu helfen, Nöte von Menschen zu sehen und zu lindern, aufmerksam dafür zu bleiben, was Recht und was Unrecht ist. So gehen wir in die Karwoche hinein.

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Foto: von K_M auf pixabay.com