Bundesebene News Geistlicher Impuls

Gott ist da. Mitten unter uns. Mitten in dieser Zeit.

Geistlicher Video-Impuls des Bundespräses Josef Holtkotte zu Weihnachten.

Liebe Kolpingschwestern und Kolpingbrüder,

einen weihnachtlichen Gruß sende ich aus der Kapelle Seliger Adolph Kolping im Kolpinghaus International zu Köln.

Ich stehe neben der Tabernakelstele. In ihrer künstlerischen Gestaltung birgt sie zwei Weihnachtsszenen. Wir erkennen eine bronzene Darstellung der Hirten bei der Heiligen Familie unter dem Stern, und wir sehen auf der Schauseite des Tabernakels eine Emaille, welche die Anbetung der Heiligen drei Könige vor dem neugeborenen König der Welt zeigt.

Christus wird für uns in diese Welt hinein geboren und die ganze Welt kommt zur Krippe. Die ganze Welt mit den vielen leidenden und fragenden Menschen, die Welt mit Kriegen und Corona, die Welt mit all den persönlichen Schicksalen der einzelnen Menschen.

Was geht uns durch den Kopf? Was bewegt mich persönlich?

Man kann Gott verantwortlich machen für Hunger und Elend.  Man kann Gott leugnen, weil er sich nicht sehen lässt und Unglück nicht verhindert. Man kann Gott mieten zu besonderen Anlässen, weil er der Feierlichkeit dient und den Umsatz fördert. Man kann Gott nur für sich haben wollen und anderen - besonders Andersdenkenden - Gott absprechen. Man kann Gott für die eigene Macht missbrauchen. Man kann im Namen Gottes Kriege führen, Menschen verdammen und töten und sagen, das sei Gottes Wille. Das alles aber ist gott-los.

Die Botschaft von Weihnachten sagt uns, dass unsere Welt mit Gott gefüllt ist! Dass er wirklich da ist, sichtbar, voller Liebe, lebendig in Jesus Christus.

Im Lukas-Evangelium heißt es: „Da trat ein Engel des Herrn zu ihnen und die Herrlichkeit des Herrn umstrahlte sie und sie fürchteten sich sehr. Der Engel sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn siehe, ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteilwerden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Christus, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“

Die Corona-Pandemie fordert uns heraus, in der Dunkelheit nach einem Gott zu suchen, der das Licht ist. Ich vertraue auch in dieser Zeit einem Gott, der durch die Menschwerdung Licht der Welt geworden ist. Mein Glaube sagt mir, dass unsere Welt und alle Menschen von diesem Gott getragen und gehalten werden.

Weihnachten feiern wir Gottes Zuwendung, seine Achtsamkeit und Liebe. Er ist Zukunft und Leben. Er ist da. Seine Liebe kommt durch Jesus Christus in die Welt. Das ist Weihnachten!

Gott bleibt für uns Menschen immer ein Geheimnis. Aber er hat uns einen Blick auf sein Geheimnis werfen lassen, indem sein Sohn Jesus Christus Mensch wurde. Überzeugender hätte Gott uns nicht offenbaren können, dass er ein Herz für uns hat.

Ein Ereignis, vor 2000 Jahren geschehen, bleibt bis heute Wirklichkeit:

Die Geburt Gottes in Jesus Christus.

Für alle Menschen wird er geboren.

Auch für mich.

Weihnachten nimmt mein Leben ernst. Weihnachten öffnet den Blick in die Zukunft. Weihnachten gibt Kraft und Mut, weil Gott selbst handelt. Weihnachten sagt mir, dass Gott wirklich da ist. Mitten unter uns. Mitten in dieser Zeit.

Ich wünsche euch und Ihnen von Herzen ein gesegnetes Weihnachtsfest.

 

------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Weitere geistliche Impulse zum Nachlesen und Stöbern gibt es hier

 

Bild: Marian Hamacher