Geistlicher Impuls

Er ist der Heiland. Der König.

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Christkönigssonntag

Die Welt hat schon viele Könige kommen und gehen gesehen. Er, Jesus Christus, aber ist der König über Raum und Zeit. In ihm verbinden sich Wahrheit und Liebe. Daher will er weder Krieg noch Kampf, weder zerstörerische Auseinandersetzung noch Lieblosigkeiten.

Christus als König zu bezeichnen – ist das heute noch zeitgemäß?

Könige kennen wir heute fast nur als Repräsentanten ihres Volkes. Sie haben in der Regel keinerlei politische Macht mehr. Kann es da noch einen Sinn haben, sich zu Christus als unserem König zu bekennen? Haben uns die Symbole, die mit dem Königtum zu tun haben, noch etwas zu sagen? Diese Frage können wir zweifellos bejahen, denn Symbole des Königtums begegnen uns tatsächlich im alltäglichen Leben. So sprechen wir manchmal von einem königlichen Mahl; die Krone gilt weiterhin als wertvolles Symbol, wie ihre Verwendung in der Werbung hinreichend zu belegen vermag; wenn jemand das Sagen hat, sprechen wir nicht selten davon, dass er das Zepter in der Hand hat; als Größenmaß ist uns das englische „kingsize" mehr als geläufig. Wann immer wir uns der königlichen Symbolsprache bedienen, wollen wir zum Ausdruck bringen, dass es sich um etwas Außerordentliches, jedenfalls immer um Positives handelt. Kann man in vergleichbarer Weise auch von unserem Herrn sprechen? Ist es sinnvoll, von ihm, der am Holz des Kreuzes gestorben ist, als von einem König zu sprechen?

Schauen wir auf die heutige Lesung. Jesus Christus übt seine Herrschermacht über die Könige der Erde aus. Die Könige der Erde sind schon nach alttestamentlichem Sprachgebrauch die Repräsentanten der gottfeindlichen Mächte. Als solche gehen sie auch gegen Gottes Volk vor und wollen es vernichten. Gerade Christen, die von ihren Mitbürgern um ihres Glaubens willen bedrängt werden, wie die Adressaten der Johannesoffenbarung, macht die Aussage, dass Christus über die Feinde Gottes und ihre eigenen Feinde herrscht, Mut und schenkt ihnen Zuversicht. Er tritt als der getreue Zeuge für die Seinen ein. Als der "Erstgeborene der Toten" ist er Garant dafür, dass die Seinen ebenfalls nicht im Tod bleiben. Denn dem Erstgeborenen folgen die Vielen, die sich ihm anschließen und teilhaben an seinem unvergänglichen Leben.

Die Initiative freilich geht von ihm aus: Er umfängt uns mit seiner Liebe, die niemals aufhört. Wir feiern Christus als den König!

Ich meine: Wir können uns auch heute noch sinnvoll zu Christus als unserem König und Herrn bekennen. Er ist unser König, weil er uns liebt und weil er die Macht hat, uns einmal in die volle Gemeinschaft mit Gott und mit sich selbst zu führen. Diesem König dürfen wir folgen – mitten in dieser Welt, mitten in unserem Alltag. Mit diesem König dürfen wir auf dem Weg sein – als Suchende und Fragende, als Zweifelnde und Glaubende. Er ist der Herr der Geschichte, der uns nicht allein lässt. Er ist der Heiland. Der König. Gott sei Dank!


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