Bundesebene Geistlicher Impuls

Die tiefste Grundlage für alle Aktivitäten ist das Gebet.

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Sonntag.

„Denn wir wissen nicht, was wir in rechter Weise beten sollen.“

Das klingt wie eine Aussage unserer Zeit. Sie stammt aber aus der heutigen Lesung aus dem Römerbrief (Röm 8, 26).

Dazu fällt mir diese Begebenheit ein:

Eine Frau ist seit langem bettlägerig und dauerhaft auf die Hilfe des Pflegepersonals angewiesen war. Lange Zeit war sie sehr unglücklich über ihr Schicksal. "Ich bin zu nichts mehr nutze", sagte sie. „Es wäre besser, ich wäre tot!"

Eines Tages kam sie mit einem jungen Pfleger ins Gespräch.

Er erzählte ihr von den schweren Sorgen in seiner Familie. Beim Abschied sagte sie zu ihm: „Ich würde Ihnen so gerne helfen! Aber ich weiß nicht, wie!" Da bat er sie: „Wenn es Ihnen möglich ist, beten Sie für uns."

„Seit diesem Tag", so erzählt die Frau, „hat meine Bettlägerigkeit

einen Sinn. Wenn ich auch sonst nichts tun kann, so kann ich doch beten für die, die es schwer haben. Ich bin sicher: Es ist eine Hilfe für die, denen meine Fürbitte gilt, auch wenn sie es vielleicht nicht direkt merken. Ich habe die Zeit zum Beten, die vielen Menschen im Alltag

fehlt. Dafür bin ich dankbar. Mein Gebet hilft anderen, davon

bin ich überzeugt. Und es hilft mir selbst. Das weiß ich. Wenn ich die Hände zum Gebet falte, spüre ich: Ich und alle, für die ich bete, sind in Gottes Hand."

Mit diesen Gedanken können Schmerz, Not und Leid nicht einfach „weggebetet" werden. Auch sollen durch die eigene Auseinandersetzung damit bohrende Fragen und quälende Verunsicherungen nicht „fromm überhöht" werden.

Und doch gibt es eben auch andere Sichtweisen, veränderte Einstellungen und Haltungen, die durch den Glauben möglich sind. Wie gehe ich mit den Herausforderungen meines Lebens um?

Unsere Hände sind arbeitende Hände. Es wird alles Mögliche

mit den Händen getan. Hände helfen. Die tiefste Grundlage für alle Aktivitäten ist das Gebet.

Betende Hände sind Zeichen für unsere Überzeugung und Gesinnung. Wir kennen die bekannte Zeichnung von Albrecht Dürer, seine „betenden Hände".

Den letzten Halt, sagt uns dieses Bild, finden die Hände im Gebet. Sie zeigen, an wem wir uns festmachen: an Christus. Der Glaube ist das Fundament unseres Lebens. Christus gibt uns Kraft für unser Leben. Er ist unsere Hoffnung.

 

Weitere Impulse zum Nachlesen und Stöbern gibt es hier.

Bild: congerdesign auf pixabay.com