Bundesebene Geistlicher Impuls

Das Mahl findet statt!

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Sonntag.

Jesus vergleicht das Himmelreich mit einem König, der zu einem Hochzeitsmahl einlädt. Die er eingeladen hat, kommen aber nicht!

Andere werden eingeladen, solche, an die sich die Einladung zunächst gar nicht gerichtet hat, Ungerufene werden gerufen.

Rätselhaft und widerspruchsvoll empfinde ich dieses Gleichnis.

Und es ist seltsam, aber ich empfinde es auch als tröstlich; denn: Das Mahl Gottes findet statt!

Gott lässt sich nicht beirren. Menschen können sich ausschließen, können weggehen, aber sie können das Mahl Gottes nicht verhindern. Dies ist eine wichtige Botschaft der Hoffnung für uns.

Wird der Glaube immer geringer? Wird die Glaubenskraft Vieler langsamer, ja aufgezehrt? Haben wir den Glauben vergessen?

Jesus lädt uns ein, uns nicht irritieren zu lassen. Das Mahl Gottes findet statt, und wir sind eingeladen!

Wir machen nicht nur die Erfahrungen, die uns zur Resignation verleiten. Es gibt auch Menschen, Christinnen und Christen, Frauen und Männer, die Mut machen. Vielleicht gibt es auch in meinem Leben Menschen, an deren Glaube ich mich orientieren kann, bei denen ich lernen kann, was glauben heißt, mit denen zusammen ich glauben darf.

Es ist wichtig, dass es Menschen gibt, die solche Einladungen Gottes überbringen. Jeder und jede von uns kann für andere zum Einladenden werden, kann von seinem/ihrem Glauben weitergeben, kann zum Mahl mitnehmen. So vertraut uns Gott einander an.

Wo finden wir uns wieder in diesem Gleichnis? Wo finde ich mich? Vielleicht trage ich etwas von allem in mir: Ich bin der von Gott Eingeladene und der von den Hecken und Zäunen Geholte; beschenkt nicht wegen eigener Verdienste, nicht wegen Rang und Ansehen – eingeladen zu glauben!

Vielleicht bin ich – hoffentlich auch – Gottes Bote, der andere einlädt mitzukommen.

Vielleicht bin ich aber auch derjenige, der Gottes Einladung immer wieder ablehnt, den seine Einladung stört, der sich gut eingerichtet hat und unbehelligt von weitergehenden Forderungen des Evangeliums leben will.

Von allem ist vielleicht etwas in mir. Die Trennlinie geht mitten durch mich hindurch.

Kommen wir zum Anfang zurück: Das Mahl findet statt! Wir dürfen dazu gehören, wenn wir wollen, jetzt und endgültig. Wir dürfen dabei sein, auch wenn unser Weg nicht durch das Hauptportal geht, wenn wir unseren Weg erst finden müssen, wenn wir Fragen und Kritik haben. Gott wartet auf uns. Auch heute. Auch auf schwierigen Wegen. Wagen wir es.

Das Mahl findet statt! Für die Zukunft unseres Glaubens. Mit Hoffnung und Liebe. Mit uns.

 

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Bild: congerdesign auf pixabay.com