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Geistlicher Impuls Bundesebene

Anspruchsvoll, herausfordernd

Geistlicher Impuls des Kolping-Bundespräses Josef Holtkotte zum Sonntag

Was gehört dazu, ein überzeugter Christ zu sein? Was macht mein Christsein aus? Wie lebe ich meinen Glauben an Christus? Im heutigen Evangelium hören wir dazu einige Worte, die Christus an die Menschen damals richtet. Gilt das auch uns? Wenn wir die Worte wirklich ernst nehmen, können sie uns in Schrecken versetzen: Vater und Mutter, Frau und Kinder, Brüder und Schwestern, ja sogar sein eigenes Leben gering achten, wenn nötig preisgeben, sein Kreuz tragen, auf seinen ganzen Besitz verzichten! Unter solchen Bedingungen fordert Jesus auf, sein Jünger zu sein. Möchten wir da nicht wie die Jünger bei anderer Gelegenheit sagen: „Die Rede ist hart. Wer kann sie hören?“ (Joh 6, 60).

Die Christen haben sich immer schon gefragt, wie man die radikalen Forderungen Jesu an alle, die ihm nachfolgen wollen und seinen Namen tragen, mit der Tatsache vereinbaren kann, dass die allermeisten Christen offenbar nicht imstande sind, sie zu befolgen. Es steht eine große Herausforderung im Raum. Christsein meint immer etwas Ganzes: die ungeteilte Bereitschaft und Hingabe an den Willen Gottes. Das ist zweifellos richtig. Aber die Art und Weise, wie der Einzelne lebt, was er vom Evangelium und von Gott verstanden hat, kann ganz verschieden sein und bleibt nicht einfach berechenbar. Gott lässt jedem seinen freien Willen und damit auch die Möglichkeit der freien Entscheidung.

Was erwartet Jesus von meinem Leben? Vielleicht, alles zu verlassen? Vielleicht etwas vordergründig Unscheinbares, das dennoch eine radikale Entscheidung, den ganzen Einsatz fordert? Es bleibt anspruchsvoll und herausfordernd, Gottes Willen zu erkennen und den eigenen richtigen Weg zu finden. Das Evangelium fordert auf und fordert heraus. So ist Glaube. So ist Gott. So sind wir mit ihm auf dem Weg. Einfacher geht es nicht.


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