Erklärungen

Sozialer Frieden ist in Gefahr

Kolpingwerk Deutschland sieht dringenden Bedarf für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns

Im Vorfeld seiner Bundesversammlung vom 26. bis 28. Oktober in Fulda hat sich der Bundesvorstand des Kolpingwerkes Deutschland erneut für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns in Höhe von derzeit mindestens 8,10 Euro ausgesprochen. Der Mindestlohn soll sich am jährlich festzustellenden soziokulturellen Existenzminimum orientieren.

"Die Schere zwischen Arm und Reich läuft in Deutschland immer weiter auseinander. Der soziale Friede und die Kultur einer Demokratie hängen jedoch wesentlich von der Integration und Teilhabemöglichkeit möglichst vieler Menschen ab", betont der katholische Sozialverband mit mehr als 250.000 Mitgliedern. Befürchtet wird, dass sich diese Situation in Zukunft noch verschärfen wird und immer mehr Menschen von Teilhabeprozessen ausgegrenzt sind. "Wir sehen daher einen dringenden Bedarf für die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns. Es kann nicht sein, dass immer mehr Menschen aus den Einkünften ihrer Erwerbstätigkeit alleine nicht mehr in der Lage sind, sich und ihre Familien zu ernähren und deshalb teilweise gezwungen sind, mehrere Arbeitsstellen anzunehmen, um überhaupt ihr Existenzminimum zu sichern!"
Das Kolpingwerk verweist dabei auf die katholische Soziallehre, die zu den Grundlagen der Arbeit des Verbandes gehört. Diese verstehe unter Gerechtigkeit mehr als nur eine am Markt orientierte Entlohnung. "Die Entlohnung muss den Menschen in die Lage versetzen, seinen Lebensunterhalt angemessen zu bestreiten." Ein "gerechter Lohn" in diesem Sinne sei Voraussetzung zur Achtung der Menschenwürde und bilde die Grundlage zur freien Entfaltung des Menschen. Er schaffe "echte" Wahlmöglichkeiten und verringere hierdurch Abhängigkeiten.

Die Höhe des Mindestlohns soll zukünftig nach den Vorstellungen des Kolpingwerkes Deutschland grundsätzlich durch eine paritätisch besetzte Kommission der Sozialpartner festgelegt werden. "Kommt diese zu keiner Einigung, legt der Gesetzgeber den gesetzlichen Mindestlohn jährlich fest, der derzeit nicht unter 8,10 Euro die Stunde liegen darf."

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