Erklärungen

„Probleme werden unverantwortlich verschleppt“

Kolpingwerk Deutschland kritisiert die Ankündigung der Änderung der Rentenformel durch Bundesarbeitsminister Scholz

"Die von Bundesarbeitsminister Scholz angekündigte Änderung der Rentenformel, um Rentenkürzungen auszuschließen, ist ein unverantwortliches Wahlkampfmanöver“, kritisiert Gitte Scharlau, Mitglied des Bundesvorstandes des Kolpingwerkes Deutschland. So berechtigt die Sorge der Rentnerinnen und Rentner angesichts der sich verschärfenden wirtschaftlichen Situation sei: „Eine erneute Manipulation der Rentenformel verschafft nur kurzfristige Linderung.“ Langfristig werde so der Beitragssatz und damit die Belastung des Faktors Arbeit noch mehr steigen, als es in der geltenden Rentenformel vorgesehen sei. „Den gesellschaftspolitischen Herausforderungen des demografischen Wandels, der veränderten Arbeitswelt und der drohenden Altersarmut wird so nicht effektiv begegnet“, ergänzt Scharlau in einer Stellungnahme des katholischen Sozialverbandes. Man solle nicht so tun, als könne man das Problem des sinkenden Rentenniveaus durch ein Zurückdrehen der Uhr auf die Zeit vor den Reformen der letzten Jahre und dem damit verarbeiteten demografischen Wandel bewältigen.

Seit langem engagiert sich das Kolpingwerk Deutschland in einem Bündnis von fünf katholischen Verbänden für ein armutsfestes und zugleich leistungsgerechtes Rentenmodell. Mit dem Vorschlag einer garantierten Sockelrente, die aus einkommensabhängigen Beiträgen aller Bürger finanziert würde, haben sie einen handfesten Alternativvorschlag erarbeitet, der gesellschaftspolitisch und ökonomisch tragfähiger ist als die geplanten Reparaturmaßnahmen an der Rentenformel. Demnach funktioniert eine armutsfeste Alterssicherung aber nur dann, wenn sie wirklich von allen Schultern getragen wird. Dennoch bleibt es in der Summe bei einer beitrags- und leistungsorientierten Rentenhöhe, sodass auch für die jüngere Generation der Anreiz zur Erfüllung des Generationenvertrages gestärkt wird.

„Wer Interesse an einem langfristigen Funktionieren des Generationenvertrages hat, darf heute nicht die absehbaren Probleme verschleppen und so noch verschärfen“, betont Gitte Scharlau. „Das Kolpingwerk Deutschland fordert eine ernsthafte Auseinandersetzung der Politik mit dem Sockelrentenmodell der katholischen Verbände, dem vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung bereits die Umsetzbarkeit attestiert wurde.“


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