Erklärungen

Organspende: Bundespräsidium begrüßt Entscheidung

Bundespräsidium des Kolpingwerkes Deutschland begrüßt Entscheidung des Bundestages zur erweiterten Organspende

Mit deutlicher Mehrheit haben die Abgeordneten des Bundestags in dritter Lesung für die sogenannte „Erweiterte Zustimmungslösung bei Organspenden“ votiert. Wie bei ethischen Themen üblich, entschieden die Abgeordneten nach der etwa zweistündigen Debatte nur nach ihrem Gewissen – der Fraktionszwang wurde aufgehoben.

Das Bundespräsidium begrüßt ausdrücklich die Entscheidung zur erweiterten Zustimmungslösung. Damit gelte auch weiterhin der Grundsatz, dass die Organentnahme an die ausdrückliche Zustimmung der verstorbenen Person oder ihrer Angehörigen gebunden bleibe. Eine Widerspruchslösung, bei der auf eine ausdrückliche Zustimmung verzichtet werde, wäre mit dem Persönlichkeits- und Selbstbestimmungsrecht der sterbenden Patienten nicht vereinbar gewesen.

Bereits im Februar 2019 hatte der Bundesvorstand in einer diesbezüglichen Stellungnahme erklärt: „Für das Kolpingwerk Deutschland steht die Würde des Menschen vor dem Hintergrund eines christlichen Menschenbildes im Vordergrund. Vom ersten bis zum letzten Augenblick ist die Würde des Menschen zu wahren. Daraus ergibt sich ein gewichtiges Argument gegen die Widerspruchslösung, die der Autonomie des Menschen am Ende seines Lebens zuwiderhandelt, da sie auf die Passivität der möglichen Spender setzt. Menschen, die sich mit der Frage der Organspende beschäftigen, sind jedoch unter allen Umständen vor moralischem Druck von außen zu schützen, damit sie aktiv eine freie und freiwillige Entscheidung treffen können. Eine politisch gesetzte Norm, die sich in einer gesellschaftlichen Erwartungshaltung ausdrückt, würde die Freiwilligkeit der Spende massiv untergraben.“

Das Bundespräsidium ist davon überzeugt, dass das jetzt beschlossene Gesetz – in Verbindung mit einer zentralen Spenderdatei – eine möglichst große Entscheidungsfreiheit bei der Organspende gewährt und zugleich dazu führen wird, dass die Menschen sich verstärkt mit der Frage der Organspende befassen.


Ursula Groden-Kranich, MdB
Bundesvorsitzende
Mainz, 18.1.2020