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Weckruf für Ausbildungsmarkt

Der aktuelle Berufsbildungsbericht 2026 ist ein Weckruf für alle, die sich um die berufliche Bildung und damit einer stabilen Lebensperspektive der jungen Menschen sorgen.

Die Zahlen im Berufsbildungsbericht 2026 zeigen eine besorgniserregende Schieflage auf dem deutschen Ausbildungsmarkt: Während Betriebe händeringend Nachwuchs suchen, stehen so viele junge Menschen ohne Ausbildungsplatz da, wie seit der Weltfinanzkrise 2009 nicht mehr.

Obwohl die Nachfrage bei den Jugendlichen nach Ausbildung im Vergleich zum letzten Jahr gestiegen ist, sinkt das Ausbildungsangebot der Betriebe. D.h. rund 15 Prozent aller Suchenden blieben zum Ausbildungsstart unversorgt, dies sind immerhin 84.400 junge Menschen, die weiter auf Ausbildungsplatzsuche waren. Besonders hart trifft es Jugendliche mit niedrigen Schulabschlüssen oder schwierigen Startbedingungen. Gleichzeitig bleiben über 54.000 Stellen unbesetzt. Dieses „Matching-Problem“ zeigt: Die klassischen Wege der Vermittlung reichen hier nicht aus.

Deshalb setzt sich Kolping gemeinsam mit dem Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit für eine gezielte Stärkung der Jugendberufsagenturen (JBA) ein. Denn es ist nicht zielführend, junge Menschen von Behörde zu Behörde zu schicken, die mit finanziellen Sorgen, familiären Problemen oder psychischen Belastungen kämpfen. Vielmehr benötigen sie Begleitung aus einer Hand - nämlich von den Jugendberufsagenturen. Diese bündeln die Zuständigkeiten von Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendhilfe. 

KOLPING fordert deshalb:

  • Verbindliche Zusammenarbeit: Es braucht klare gesetzliche Regeln, damit alle Behörden (für die Rechtskreise SGB II, III und VIII) verbindlich Hand in Hand arbeiten.
  • Verlässliche Finanzierung: Nur mit ausreichend Personal und langfristiger Sicherung können Jugendliche durch die Unterstützungsangebote der Jugendberufshilfe individuell und intensiv begleitet werden.
  • Einbindung der Praxis: Kammern, Gewerkschaften und Betriebe müssen enger in die Netzwerke vor Ort eingebunden werden, um Angebot und Nachfrage besser zu verzahnen.

KOLPING fordert die Politik auf, die Jugendberufsagenturen als zentrales Werkzeug für soziale Gerechtigkeit und als Beitrag zum Fachkräftebedarf zu sehen und einzusetzen. Wir brauchen Strukturen, die niemanden im System verloren gehen lassen. Jeder junge Mensch verdient eine faire Chance auf einen Berufsabschluss!"