Der katholische Sozialverband Kolping Deutschland begrüßt die Bildung eines Synodalen Rates der Katholischen Kirche in Deutschland. Seine Aufgabe wird es sein, den notwendigen Reformprozess konsequent fortzusetzen. Ausgelöst durch den Hilferuf der Deutschen Bischöfe auf dem Höhepunkt der Missbrauchs- und Vertrauenskrise, hat der Synodale Weg – wie nie zuvor in Deutschland – wichtige Beschlüsse zur Beseitigung offenkundiger Problemfelder und zur Stärkung der Teilhabe von Gläubigen an Beratungen und Entscheidungen auf den Weg gebracht.
„Der Synodale Weg war und ist für uns ein wertvoller Prozess, der zahlreiche Gespräche angestoßen und grundlegende Reformimpulse gesetzt hat. Gemeinsam ist in den vergangenen Jahren Einiges erreicht worden, auch wenn vieles noch offen ist und sich erst in den Bistümern oder im künftigen Synodalen Rat konkretisieren muss“, so Michaela Brönner, stellvertretende Bundesvorsitzende von Kolping Deutschland und Mitglied der Synodalversammlung.
Stimmen, die den Synodalen Weg als gescheitert betrachten, weil bislang nicht alle Ziele erreicht wurden, hält Kolping entgegen: Es gibt keine Alternative, wenn das Vertrauen der Menschen in die Kirche zurückgewonnen werden soll. Die Kirche bewege sich langsam, aber sie bewege sich. Kolping dankt allen Engagierten, die diesen Weg bislang mit Kreativität, Mut und Ausdauer mitgestaltet haben, – ganz besonders den Vorsitzenden Irme Stetter-Karp und Bischof Georg Bätzing sowie allen, die sich in Arbeitsgruppen, Foren und Delegationen eingebracht haben. Durch ihren Einsatz ist Synodalität in der Kirche lebendig geworden: Laien und pastorale Kräfte übernehmen zunehmend partnerschaftlich Verantwortung.
Der vor uns liegende Weg bleibt anspruchsvoll und wird weiterhin viel Kraft benötigen. Ein wesentlicher und sehr wünschenswerter Schritt wird sein, dass die deutschen Bischöfe auf ihrer bevorstehenden Frühjahrsversammlung die Satzung für den Synodalen Rat beschließen und damit eine verlässliche Grundlage für Synodale Strukturen in der katholischen Kirche in Deutschland schaffen. Ein Synodaler Rat kann und wird Perspektiven eröffnen, um Beteiligung und Mitverantwortung aller Getauften dauerhaft zu stärken – in Einheit mit der Weltkirche.
Kolping Deutschland steht weiterhin dafür, diesen gemeinsamen Weg kritisch-konstruktiv und engagiert zu begleiten – im Vertrauen darauf, dass Kirche und Gesellschaft von einem glaubwürdigen, menschenzugewandten und solidarischen Miteinander profitieren.
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