Wer auf diese Wortwolke zu Ostern schaut, entdeckt vieles, was vertraut ist: Ostereier, Ferien, Frühling, Deko, Osterbrunch... Und dann steht da auch: „die Sache mit Jesus“. Fast beiläufig.
So wird Ostern oft wahrgenommen: als Frühlingsfest, als Familienzeit, als schöne Unterbrechung des Alltags. Und irgendwo gehört auch der christliche Ursprung noch dazu. Eben: die Sache mit Jesus.
Aber genau darum geht es an Ostern.
An Weihnachten feiern wir die Geburt Jesu. Das ist leichter zu fassen. Aber was feiern wir an Ostern? Ein leeres Grab? Die Auferstehung eines Toten? Verstehen wir eigentlich, was wir da feiern?
Die Theologin Dorothee Sölle hat es einmal sehr treffend auf den Punkt gebracht:
„Zu sagen, dass er (Jesus) auferstanden ist, hat nur Sinn, wenn wir wissen, dass wir auch auferstehen werden von dem Tode, in dem wir jetzt sind. Auferstehung als etwas rein Objektives, als ein bloßes Faktum, das auch ohne uns wahr wäre, hat keinen Sinn.“
Das heißt: Ostern bleibt fremd, wenn es für uns nur bei Feiertagen, Bräuchen und Frühlingsgefühlen bleibt. Seine Bedeutung erschließt sich erst dann, wenn Ostern mit unserem eigenen Leben zu tun bekommt. Denn an Ostern liegen Sterben und Leben, Begrabenwerden und Auferstehen eng beieinander.
Ostern kann deshalb ein neuer Schritt sein: ein Schritt heraus aus Trostlosigkeit, aus Verzweiflung, aus Schuld. Ein erster Schritt in ein neues Leben.
Der Theologe Eberhard Jüngel hat es einmal so formuliert: „Das unterscheidet Ostern von einem Osterspaziergang: Spaziergänge ändern nichts. Sie enden in der Regel genau da, wo sie anfangen. Ostern hingegen ist ein Aufbruch ohne Ende.“
Das heißt doch: Unterbrecht euren gewohnten Lebens-Spaziergang und wagt etwas Neues. Lasst euch von Ostern inspirieren. Lasst Ostern für euch zu einem Fest der Auferstehung im Hier und Heute werden. Lasst hinter euch, was gefangen hält: Hass, Streit, Schuld. Vertraut darauf, dass Vergebung möglich ist, und brecht auf - zu einen Aufbruch ohne Ende.
Ich wünsche Euch allen und Euren Familien – verbunden mit herzlichen Grüßen des Bundesvorstandes – ein gesegnetes Osterfest und vor allem, die Freude darüber, dass „die Sache mit Jesus“ alles verändern kann.
