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Orientierung und Aufbruch.

Mittendrin-Impuls im Monat Juli von Bundespräses Sebastian Schulz.

Der Mittendrin-Impuls ist wie ein Dartpfeil. Er fliegt los und landet an einer Stelle, die wir uns nicht ausgesucht haben. Diesen Monat trifft er den 15. Juli und damit den Gedenktag des heiligen Bonaventura.

Bonaventura lebte im 13. Jahrhundert, war Franziskaner, Gelehrter und einer der großen Denker seiner Zeit. Sein bekanntestes Werk trägt den Titel „Itinerarium mentis in Deum“ - Die Pilgerreise des Menschen zu Gott. Schon der Titel verrät: Glauben ist kein Besitz, sondern ein Weg.

Bevor Bonaventura diesen Weg beschreibt, betet er. Er bittet Gott um „erleuchtete Augen des Geistes, um unsere Füße zu lenken auf den Weg jenes Friedens, der alles Empfinden übersteigt“.

Mich berührt dieses Bild. Erleuchtete Augen und gelenkte Füße. Sehen und Gehen. Orientierung und Aufbruch. Denn oft wünschen wir uns den großen Plan für unser Leben. Bonaventura spricht stattdessen vom nächsten Schritt. Der Weg zu Gott beginnt nicht mit fertigen Antworten, sondern mit dem nächsten Schritt auf den Frieden zu.

Als Kolpinggeschwister sind wir gemeinsam unterwegs. In unseren Kolpingsfamilien, in unserem Verband und in unserem Alltag suchen wir Wege, die Menschen zusammenführen, Hoffnung stärken und Zukunft gestalten. Frieden wächst dort, wo Menschen den ersten Schritt aufeinander zu wagen, statt voneinander weg.

Der Dartpfeil dieses Monats landet deshalb bei einer Frage:

Wo könnte ich heute einen Schritt auf den Frieden zu machen?