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Mittendrin Impuls im September von Bundespräses Sebastian Schulz

„Demokratie ist für uns als Kolpinggemeinschaft kein Randthema. Gemeinschaft, Beteiligung und Verantwortung gehören zu unserem Selbstverständnis.“

Ich bin jedes Mal gespannt, wohin mich der Mittendrin-Impuls am 15. eines Monats führt…

Diesmal lande ich beim Internationalen Tag der Demokratie. Und in diesem Jahr fällt er mitten in einen Wahlmonat: Sachsen-Anhalt hat gewählt, in Niedersachsen waren gerade Kommunalwahlen, und in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern stehen wichtige Entscheidungen bevor. Demokratie ist an diesem 15. September also alles andere als ein abstraktes Thema.

Dabei geht es um mehr als Mehrheiten und Regierungsbildungen. Die vergangenen Wochen haben Fragen aufgeworfen, die tiefer reichen: Wie sicher können sich Menschen fühlen, wenn ihre Zugehörigkeit infrage gestellt wird? Wie widerstandsfähig sind unsere demokratischen Institutionen? Und wie gehen wir damit um, wenn politische Kräfte stark werden, die Grundüberzeugungen unserer Demokratie infrage stellen?

Natürlich muss Demokratie Streit aushalten. Sie lebt von freien Wahlen, starken Institutionen und dem Ringen um tragfähige Kompromisse. Zugleich darf sie ihre eigenen Grundlagen nicht preisgeben: Menschenwürde, Freiheit und Gleichheit.

Genau deshalb ist Demokratie für uns als Kolpinggemeinschaft kein Randthema. Gemeinschaft, Beteiligung und Verantwortung gehören zu unserem Selbstverständnis.

Als Christ sehe ich dafür noch einen tieferen Grund: In Jesus ist Gott ganz und gar Mensch geworden. In ihm begegnet uns ein Gott, der Menschen aufrichtet, in die Freiheit führt und ihnen Verantwortung für sein Reich anvertraut, das er selbst wachsen lässt.

Wer sich an Jesus orientiert, wird sich für eine Gesellschaft einsetzen, in der die Würde jedes Menschen geachtet wird und Macht dem Menschen dient. Gerade deshalb haben Christinnen und Christen gute Gründe, sich für die Demokratie einzusetzen.

Deshalb begleitet mich mitten im September vor allem eine Frage:

Was braucht unsere Demokratie heute von mir?