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KOLPING in Kontakt mit Politik

Austausch und Gespräche zu sozialen, gesellschafts- und bildungspolitischen Fragen in Berlin

KOLPING ist Bündnispartner für soziale und gesellschaftspolitische Fragen
Als Verband ist es wichtig, im politischen Berlin für unsere Themen und Anliegen Gehör zu finden. Im Gespräch mit Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages und kirchenpolitischer Sprecher der Fraktion „Die Linke“, war vor allem unser Engagement für Demokratiestärkung und gegen extremistische Tendenzen ein wichtiges Anliegen. Marcel Gabriel-Simon, Referent für Familie und Generationen bei Kolping Deutschland,  überreichte ihm die „Orientierungshilfe zum Umgang mit der AfD“, die bei dem Ex-Ministerpräsidenten von Thüringen auf großes Interesse stieß.

Das Erstarken der AfD, inzwischen nicht nur im Osten, erfüllt mit Sorge. Die vermeintlich einfachen Lösungen, die die AfD bietet, und sich dabei als “Kämpferin der Benachteiligten” geriert, fallen auf großen Nährboden. Gerade deswegen müssen die anstehenden Reformen wie die Sozialstaatsreform, die Strukturreform in der Kinder- und Jugendhilfe und die Gesundheitsreform mit Maß und Mitte erfolgen und bei allem Spardiktat und Effienzgewinn, nicht zur Zerschlagung von Strukturen oder zur Minderung von Leistungen bei Klienten führen.

Auch im zweiten Gespräch des Tages mit Wolfgang Dahler und Ralph Edelhäußer, beides Abgeordnete der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, standen die vorgenannten Themen im Fokus. Von Seiten des Verbandes wurde auch angemahnt, dass im Rahmen der Bekämpfung von Kinder-und Jugendarmut ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt werden müsse. Hier wurde auch auf die Kampagne der Kolpingjugend „Armut macht leise. Wir machen laut!“ hingewiesen. Neben einer bürokratieärmeren Ausgestaltung des Bildungs-und Teilhabepaketes müssen im Rahmen der weiteren Beratungen zur Sozialstaatsreform auch noch „Leerstellen“ mit Inhalt unterfüttert werden. Auch wenn der Ansatz zu begrüßen ist, dass z.B. mehr Gelder in die Qualifizierung von Geringqualifizierten fließen sollen, muss hier hinterfragt werden, warum eine stärkere Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht schon in der Vergangenheit durch die Maßnahmeninstrumente der Agentur für Arbeit und der kommunalen Jobcenter gelungen ist.

In beiden Gesprächen wurde auch deutlich, dass die Konsolidierung des Staatshaushaltes nicht einseitig zu Lasten der kommunalen Haushalte gehen dürfe. Hier gilt es Lösungen zu finden, die für Bund, Länder und Kommunen gleichermaßen gangbar sind. In beiden Gesprächen wurde Kolping als wichtiger Bündnispartner für die sozialen und gesellschaftspolitischen Fragen gesehen. Der Austausch soll verstetigt werden.

Das Gebot der Stunde: ein resilientes Berufsbildungssystem
Ebenfalls in Berlin hatte kürzlich der Verband der Kolping-Bildungsunternehmen zum Parlamentarischen Abend 2026 eingeladen. Prof. Dr. Friedrich Hubert Esser, scheidender Präsident des Bundesinstitutes für Berufsbildung (BIBB), präsentierte dabei ein strukturiertes Reformprogramm für eine resiliente Berufsbildung. Esser warnte vor einer zunehmenden Krise der dualen Ausbildung. Sinkende Ausbildungszahlen, weniger angebotene Stellen und der Einfluss von KI auf Berufsbilder machten grundlegende Reformen notwendig. Esser forderte ein flexibleres, inklusiveres und exzellenteres Berufsbildungssystem – unter anderem mit schnelleren Neuordnungsverfahren, modularen Bildungswegen, besserer Förderung junger Menschen ohne Abschluss sowie einer stärkeren gesellschaftlichen Gleichstellung beruflicher und akademischer Bildung. Einen ausführlichen Rückblick auf den Parlamentarischen Abend gibt es hier