Freunde von mir hielten im Familienbesitz über Generationen eine Mineralquelle in der Eifel, und verkauften das sehr geschätzte Mineralwasser bis in die Kölner Bucht. Im Zuge der Konkurrenzkämpfe wurden sie vom Marktführer aufgekauft, die Quelle stillgelegt. Schade!
Karfreitag predige ich über die Begegnung Jesu mit der Frau am Jakobsbrunnen. Auch so ein Brunnen aus Familienbesitz, mit legendärem Wasser. Kein Wunder, dass der durstige Jesus dort Rast macht. Er erlebt eine Begegnung, die es so nicht geben dürfte, weil sie eine Frau und Samaritanerin ist, doch: wer gibt hier wem was gegen den Durst des Lebens? Von diesem besonderen Wasser...
Jeder Getränke-Marktführer würde diese Quelle sofort besitzen wollen: ein Wasser, nach dem du nie mehr Durst haben wirst. Der Durstkiller. Ein Gamechanger.
Nie mehr Durst zu haben, nie mehr Hunger spüren? Das will ich gar nicht. Weil mir die Spannung von Bedürfnis und Erfüllung bewusst macht, wie lebendig ich bin. Wie sehr ich mich nach einem Mangel auf etwas freuen und es genießen kann. Wie sehr ich es schätze, mit Anderen ein festliches Mahl zu kosten. Was wären KOLPING-Events ohne Essen und Trinken?
Jesus bietet der Frau und uns letztlich seine eigene Erfahrung zwischen Tod und Auferstehung an: Du wirst nie an Hunger und Durst nach Leben zugrunde gehen, wenn du Gott als die Quelle deines Lebens entdeckst. Du wirst an Grenzen kommen, und deine Seele wird es heil überstehen, weil er dir Kraft schenkt. Auf den Durststrecken und in den Hungerwüsten deines Daseins wird Gott dich begleiten. Gib mir dieses Wasser...!
Amen, ja, ich glaube.
Maria Adams, Geistliche Leitung KOLPING Deutschland
