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Eine Weltfamilie, lebendig und stark

Geistlicher Impuls von Bundespräses Hans-Joachim Wahl zu Weltmissionssonntag und Weltgebetstag 2025

In diesem Jahr lenken sowohl der Weltmissionssonntag als auch der Kolping-Weltgebetstag unseren Blick auf Südostasien, nach Myanmar. Das Land ist durch Erdbeben und Bürgerkrieg schwer in Mitleidenschaft gezogen. Viele Menschen haben alles verloren. Minderheiten, auch die Christ*innen sind unter ständiger Bedrohung. All das hat die Kolpinggeschwister in Myanmar nicht davon abgehalten, den Weltgebetstag, für den sie den Gottesdienst gestaltet haben, unter ein Wort von Adolph Kolping zu stellen: „Wenn man Freud und Leid miteinander teilt, wächst man zusammen“. Auf dem Hintergrund eines krisengeschüttelten Landes gewinnt solch ein Zusammenhalt an Wert und Bedeutung.

Wir sind weit davon entfernt, möchte man meinen. Und doch sind wir näher dran, als wir denken: Wir gehören in der großen Weltfamilie zusammen – wir bewohnen das eine Haus, das uns die Schöpfung Gottes bietet, und deshalb kann es uns nicht gleichgültig sein, wie sich das Leben „am anderen Ende der Welt“ gestaltet.

„Die Hoffnung lässt nicht zugrunde gehen“ – ist das biblische Leitwort des Weltmissionssonntages, der ebenfalls auf Myanmar schaut. Diese Perspektive bewahrt vor Resignation und Schwarzseherei, wie die Gemeinschaft, die durch Dick und Dünn zusammenhält, Kraft und Halt geben kann. 

Tage wie der Weltmissionssonntag und der Weltgebetstag sind Prüfsteine für unseren Glauben: sie fragen uns zuerst, ob wir überhaupt bereit sind, unsere Wohlfühlzone zu verlassen.

Lassen wir uns davon anrühren, dass unsere Geschwister in der Weltfamilie Not und Bedrängnis erfahren. Schauen wir darauf, dass sie sich nicht unterkriegen lassen, sondern sich bewusst machen: Hoffnung und Gemeinschaft helfen.  Wenn wir auf die beiden Leitworte schauen, wird auch klar, dass es hier um mehr geht als eine Spende. Wir sind aufgerufen, zu erkennen, dass es ein gutes Programm sein kann, was wir in unserem Lied „Wir sind Kolping“ von der Aufgabe der einen Weltfamilie singen: „Zueinander finden, lernen zu versteh‘n und gemeinsam Wege zu geh‘n.“

Es steht außer Frage: finanzielle Unterstützung ist notwendig und gut. Genauso notwendig ist aber auch, dass wir uns in der Liebe Gottes als eine Weltfamilie verbunden wissen und aus dieser Haltung heraus füreinander beten. Dazu gehört es auch, im Alltag immer wieder vor Augen zu haben, dass das, was wir hier tun oder lassen, durchaus seine Auswirkung auf die Welt hat, in der wir leben.

Da ist es ermutigend, auf die Hoffnung verwiesen zu werden, die nicht zugrunde gehen lässt. „In der Tätigkeit füreinander wird die Liebe zueinander erhalten“ sagt Adolph Kolping. 

Darauf weisen die Aktionen für den Weltmissionssonntag und den Weltgebetstag hin. Wir sollten sie nicht auf die Seite schieben, denn wir gehören zusammen. Halten wir die Liebe zueinander lebendig.

„Für Christen ist nicht bloß der Himmel eine gemeinsame Heimat, sondern auch die Erde, wo sie nämlich zusammen sind.“ (Adolph Kolping)

 

Zum Gedenken an die Seligsprechung Adolph Kolpings feiert KOLPING INTERNATIONAL jedes Jahr den Weltgebetstag. Er wird immer von einem anderen Nationalverband gestaltet, in diesem Jahr von Myanmar. Materialien und eine Broschüre mit Informationen zu KOLPING Myanmar sowie Texte für die Gestaltung eines Gottesdienst finden sich hier.