Kolping Upgrade – unser Weg in die Zukunft

Die Zukunftssicherung unseres Verbandes ist das Anliegen des bundesweiten Zukunftsprozesses, den die Bundesversammlung im Jahr 2016 in Köln beschlossen hat. Zwei Ziele verfolgen wir damit: Die Aktivierung unseres Mitgliederverbandes und die Beantwortung der Frage, wie die Rolle und der gesellschaftliche Beitrag von Kolping in einer sich wandelnden Gesellschaft geklärt und gesichert werden kann.

Wer sind wir? Was wollen wir? Was tun wir? Darauf gibt unser Leitbild „Kolping – verantwortlich leben, solidarisch handeln“ eine Antwort. Es wurde nach einem vierjährigen breit angelegten Diskussionsprozess im Jahr 2000 in Dresden beschlossen. Seitdem ist es die Programmatik unseres Verbandes. In den vergangenen 18 Jahren haben sich Gesellschaft und Kirche rasant verändert. So stellt sich die Frage, ob es einer Weiterentwicklung oder auch einer Neuformulierung unseres Leitbildes bedarf.

Welches Profil wollen wir haben? Was sind unsere Alleinstellungsmerkmale? Wie verstehen wir uns als Teil von Kirche? Wer kann Mitglied werden und wer soll Leitungsverantwortung in unserem Verband übernehmen können? Wie können Verband sowie seine Einrichtungen und Unternehmen zusammenwirken, sodass die Marke KOLPING – ganz im Sinne Adolph Kolpings – gestärkt wird? Fragen, auf die unser Zukunftsprozess eine Antwort geben soll.

Unser Zukunftsprozess basiert und reagiert auf gesellschaftliche und kirchliche Veränderungen – wie beispielsweise dem demografischen Wandel – und stellt sich den relevanten Fragen, die sich daraus für das Kolpingwerk Deutschland sowie für unsere verbandlichen Einrichtungen und Unternehmen ergeben.

„Upgrade“ – es geht also um ein Aufwerten, vielleicht auch um eine notwendige Veränderung unserer verbandlichen Arbeit. Unser Verband hat in seiner mehr als 160-jährigen Geschichte immer wieder auf gesellschaftliche und kirchliche Veränderungsprozesse reagiert. Dies ist sicherlich eine Stärke unseres Verbandes. Gleichzeitig haben wir eine große lebendige Tradition, die uns aber nicht lähmen darf, sondern sie muss die Treue zu Adolph Kolping und die Weitergabe seines Auftrages für eine gute Zukunft stets im Blick haben.

Regionalforen – Rückblick

„Ich bin begeistert von den vielen Eindrücken und der Motivation. Wir sind ein starkes Netzwerk, das motivierend wirkt. Wichtig ist: Strukturen anpassen und in der Zukunft mit Herzblut dabei sein“, so die Rückmeldung einer Teilnehmenden am Regionalforum.

Der Wunsch nach Veränderung und Begeisterung für Kolping bestimmten die Regionalforen 2018. Mit großer Dankbarkeit dürfen wir auf die 20 bundesweiten Regionalforen im April zurückblicken. An die 2.000 interessierte und hochmotivierte Kolpingmitglieder kamen zusammen, um miteinander Fragen über die Zukunft unseres Verbandes zu besprechen. Fragen, die von großem Belang sind.

Im Namen der Mitglieder des Bundesvorstandes danke ich allen Mitgliedern unseres Verbandes, die in den 20 bundesweiten Regionalforen die Möglichkeit genutzt haben, sich aktiv am Zukunftsprozess des Kolpingwerkes Deutschland zu beteiligen, sich mit ihren Erfahrungen und Anliegen engagiert einzubringen. Darüber freuen wir uns – zeigt es doch, dass die Zukunft und Weiterentwicklung unseres Verbandes vielen Mitgliedern am Herzen liegen.

Die Regionalforen konnten nur gelingen und damit zu einem großen verbandlichen Ereignis werden, weil sich viele Kolpingmitglieder engagiert eingebracht und uns unterstützt haben, sei es bei der organisatorischen Vorbereitung oder der tatsächlichen Durchführung. Danken möchte ich den Mitgliedern der Diözesanvorstände und des Bundesvorstandes, den Mitarbeitenden in den Diözesanbüros und im Bundessekretariat, den Freundinnen und Freunden aus den Kolpingsfamilien sowie den vielen Helfenden vor Ort. Ohne diese hätten wir das so nicht geschafft! Diese großartige Unterstützung ist Zeugnis für unseren großen Zusammenhalt im Verband.

Regionalforen – Wie geht‘s weiter?

Alle Kolpingsfamilien sind eingeladen, sich am Zukunftsprozess zu beteiligen. Nach den Regionalforen gibt es weitere Möglichkeiten. In einer Dokumentation werden die Ergebnisse der Regionalforen 2018 sowie zahlreiche Statements und Einschätzungen der Teilnehmenden dokumentiert. Erste Ergebnisse zeichnen sich ab, jedoch ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts entschieden! Die Dokumentation ist in Erarbeitung und wird zeitnah veröffentlicht.

I. Handreichung für Kolpingsfamilien
Eine erste Handreichung für einen Diskussionsabend zum Zukunftsprozess in den Kolpingsfamilien und deren Gruppen vor Ort liegt vor. Diese ist auch weiterhin im Bundessekretariat abrufbar. Die Handreichung enthält einen Gestaltungsvorschlag, wie eine Gesprächsrunde zu unserem Zukunftsprozess ablaufen und aussehen kann. Bereits jetzt liegen uns erste Rückmeldungen und Diskussionsergebnisse vor. Dafür sind wir sehr dankbar. Alle Diskussionsergebnisse, die uns erreichen, werden wir in einer eigenen Dokumentation veröffentlichen.

II. Handreichung für Kolpingsfamilien
In Erarbeitung ist bereits eine zweite Handreichung für Kolpingsfamilien. Inhaltlich werden in dieser Handreichung einige Themen und Aussagen zum Zukunftsprozesses – die im Rahmen der Regionalforen 2018 zur Diskussion standen – erneut aufgegriffen. Sie enthält methodische Anregungen zur Diskussion im kleinen Kreis. Die Handreichung versteht sich als eine Ergänzung der ersten Handreichung und wird allen Kolpingsfamilien wieder zur Verfügung gestellt. 

Zukunftsforum 2019 in Fulda
Wir reden nicht von Basisdemokratie, wir machen das! Wir nehmen uns Zeit, die Regionalforen 2018 waren ein erster wichtiger Schritt. Deren Ergebnisse werden in unser Zukunftsforum am 30. März 2019 in Fulda münden, zu dem wir mehr als 1.500 Teilnehmende erwarten. Dort soll weitere Meinungsbildung herbeigeführt werden, auf deren Grundlage die Bundesversammlung im Jahr 2020 in Köln dann – voraussichtlich erste – Richtungsbeschlüsse fassen kann.

„Wenn wir es schaffen, die Begeisterung der Gemeinschaft weiterzutragen, ist das schon ein großer Baustein unseres Zukunftsprojektes“, so die weitere Rückmeldung eines Teilnehmenden.

Bundessekretär Ulrich Vollmer