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Talkrunde „Flüchtlinge, Frieden und Freiheit“

Veranstaltung in Herbstein war ein voller Erfolg.

Gottesdienste mit sozialpolitischen Themen, ausgerichtet von der Herbsteiner Kolpingsfamilie, werden immer wieder gerne angenommen. Auch jetzt, wo Pfarrer Dr. Ludger Müller, Präses der Kolpingsfamilie Pohlheim zu Gast war und in der Kolping-Kirche den Gottesdienst abhielt. Im Anschluss waren die Gottesdienstbesucher zu einer Talkrunde  ins „Studio A“ des  Kolping-Feriendorfes eingeladen. Das Thema „Flüchtlinge, Frieden und Freiheit“ stand im Mittelpunkt.

Feriendorfleiter und Geschäftsführer Hubert Straub, der als Moderator fungierte, konnte dazu neben Pfarrer Müller noch Pastor Hyuk Rhee von der koreanischen Evangeliums Gemeinschaft Herbstein, dessen Tochter Eunchae sowie Klaus Rühl, Gemeindereferent der Pfarrgruppe „St. Bonifatius“ Hoher Vogelsberg begrüßen.

Eingeleitet wurde die muntere und interessante Talkrunde von einer achtköpfigen Gesangsgruppe der Evangeliumsgemeinschaft und von der Jurastudentin Eunchae Rhee. Die junge Christin verwies  darauf  dass „wir eine gemeinsame Welt darstellen und uns alle in einem Rahmen befinden, der so gemeinsam gefestigt werden müsse, damit dieser nicht auseinander breche". „Unsere Vision heißt: Flüchtlingen helfen“ ,versicherte  sie.

Ihr Vater Pastor Hyuk Rhee, auch zuständig für das Kultur- Zentrum „Mosaik“ in Lauterbach, machte deutlich, dass man im Rahmen dieser Lauterbacher Einrichtung Brücken bauen sowie den Menschen helfen müsse.

Gemeindereferent Rühl erinnerte an Schicksale vieler Flüchtlinge. Diese machten ihn nicht nur betroffen, sondern motiviere ihn auch ihnen hilfreich zur Seite zu stehen. Derzeit befänden sich rund 50 Flüchtlinge in Herbstein, die sowohl von Privatpersonen als auch von Mitgliedern des Helferkreises betreut würden. Insbesondere sollte den neuen Mitbürgern bei Behördengängen, Arztbesuchen und bei Übersetzungen geholfen werden.

Pfarrer Dr. Müller berichtete davon, dass seine Gemeinde zum Großteil aus ehemaligen Sudetendeutsche bestehe, die vor 70 Jahren das gleiche Schicksal wie die heutigen Flüchtlinge erfahren hätten. Heimat und Angehörige durch Krieg zu verlieren mache mehr als betroffen. „Krieg ist das schlimmste, was passieren kann“, sagte er. Seine Aussage: „ Gott schreibt die Geschichte mit uns Menschen – es gibt keine Anderen“ soll Motivation zum barmherzigen und lieben Handeln und Umgang miteinander sein.   

Kolping-Gastgeber Straub erinnerte an die Sinnbilder von Arche Noah, der Weltfamilie, die eine große Vielfalt darstelle. Auch er wünsche sich, dass viele Menschen diesen heimatlos gewordenen Flüchtlingen beistehen, dass man offen auf sie zugehe und dem Kolping-Zitat entsprechend „Herz zum Pfande setzen“. Im friedlichen und freiheitlichen Europa sollten die Flüchtlinge eine gute Aufnahme in einer neuen Gesellschaft finden.

Bei der anschließenden Diskussion wurde sich mit dem Begriff Integration beschäftigt. Die Talkgäste, rund 50 an der Zahl, gingen auch der Frage nach, wie junge Flüchtlinge, die keinen Bildungsabschluss in ihren Herkunftsländern haben, erreicht werden können. Ganz wichtig seien die ehrenamtlich Engagierten, aber auch die Tätigkeiten in den Netzwerken, um diesen Menschen immer wieder unterstützend unter die Arme zu greifen. „Die Arbeit mit den Flüchtlingen ist bereichernd und fruchtbar"- Liebe deinen Nächsten wie dich selbst  war der Tenor der Talker.

Kolpingsfamilien- Vorsitzender Wigbert Nophut bedankte sich am Ende bei den Talkgästen mit je einer Kerze mit dem Kolping-Logo „Worte verpflichten uns zu Taten“.

Foto: Henning