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„Mit Flüchtlingen und ihren Helfern im Gespräch“

Ökumenische Podiumsdiskussion der Kolpingsfamilie Bövinghausen

Ziel der Veranstaltung war es, miteinander anstatt übereinander zu reden und so Vorurteile abzubauen. Eindrucksvoll gelang dies auf der Podiumsdiskussion in Bövinghausen, die von der Kolpingsfamilie Dortmund-Bövinghausen und der evangelischen Christus-Kirchengemeinde bereits zum 19. Mal organisiert wurde.

Über 150 Personen waren zu der abwechslungsreichen Veranstaltung gekommen. Auf dem Podium ging es um einzelne Schicksale, die aktuelle Lebenssituation und Zukunftschancen der Geflüchteten, sowie um die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Betreuenden.

Dabei kamen neben dem Moderator Frank Bünte, den Geflüchteten und ehrenamtlichen Helfenden u.a. Pfarrer, Lehrpersonal, Vertreter und Vertreterinnen der Gemeinden und Caritas sowie Träger der Aufnahmeeinrichtungen ins Gespräch.

Die Beiträge machten die besondere Bedeutung der ehrenamtlichen und der hauptamtlichen Betreuer und Betreuerinnen im Rahmen des Integrationsprozesses auf den verschiedenen Konfliktebenen deutlich. Besonders der gemeinsame Dialog mit den Geflüchteten zeigte, wie das Motto der Veranstaltung "Aus Fremden werden Freunde" Realität werden kann. Die Geflüchteten berichteten auch von ihren Wünschen und Hoffnungen an ihr neues Leben in Deutschland. Dabei lag der Fokus nicht nur auf Wohn,- Bildungs- und Arbeitsmöglichkeiten.  Insbesondere christliche Geflüchtete formulierten auch Wünsche und Erwartungen an die Kirche.

Ein Beispiel gelungener Integration verdeutlichte ein Gespräch mit einer Familie aus Syrien. Die Familie ist bereits seit einigen Jahren in Deutschland und engagiert sich im Rahmen von Möbelspenden nun selbst für andere Geflüchtete. Dadurch, dass sie die Möbelspenden von Familien abholen, kommen viele Kontakte zustande und Vorbehalte können abgebaut werden. Im Anschluss  zeigte ein junger Syrer Fotos aus seiner zerstörten Heimat, die bei allen Anwesenden eine große Betroffenheit auslösten und die Gründe für die Flucht verdeutlichten.  

Das Rahmenprogramm wurde durch drei unbegleitete Minderjährige aus Syrien und Afghanistan in Begleitung der Musikpädagogin Kim gestaltet. Besonders Lieder wie "We shall overcome", einem internationale Friedenslied oder "Zünd an das Friedenslicht" sorgten für einige Gänsehautmomente.