Familie mit neun Kindern: Vater Daniel, Mutter Barbara, Hannah, Raphael, Lena, Katharina, Paula, Jonathan, Mirjam, Antonia, Emanuel.

Anna und Ulrich Fürst sind gläubige Menschen. Sie haben fünf Kinder.

Mutter Barbara mit Emanuel, dem jüngsten Kind.

Oma Britta Stiebe, Vater Ulrich, Mutter Anna, Annika, Benigna, Magnus, Elmar, Xaver.

In einer großen Familie ist das Schuhregal schon mal überfüllt.

Geschwister einer Großfamilie lernen von Beginn an Teamarbeit. Sie gelten als kompetenter.

Alle packen mit an und lernen viel von Geschwisterkindern.

Mehrere Geschwister brauchen keine Eltern als Alleinunterhalter.

Kolpingmagazin

Wenn sich alle kümmern

Habt Ihr keine anderen Hobbys? Mit dieser Frage werden Eltern einer Großfamilie konfrontiert. Warum sich Menschen heute zu mehr als drei Kindern entschließen und was sie glücklich macht.

Xaver ist sieben Jahre alt. Einmal, als er unerlaubt Spiele am Handy spielt, fragt ihn Ulli, sein Vater, warum er das tut. „Daran sind Adam und Eva schuld“, meint Xaver seelenruhig. „Wieso denn Adam und Eva?“ will Ulli wissen. „Na, die beiden haben die Sünde doch in die Welt gebracht“,erklärt Xaver dem verdutzten Vater.

Ulrich „Ulli“ Fürst aus dem bayerischen Kaufbeuren und dort Mitglied in der Kolpingsfamilie könnte zig solcher Episoden erzählen. „Was unsere Kinder so alles sagen, da staune ich immer wieder“, sagt der 48-Jährige lachend. „Allein dadurch kriegt man schon so viel zurück.“ Neben ihm, auf der Eckbank in ihrer Küche, sitzt Anna, seine Frau. Auf einer anderen Eckbank, in der Küche seines Vaters, begann ihre gemeinsame Geschichte. Anna war damals aus Schweden ins Allgäu gekommen, kannte noch kaum die Landessprache.„Ich sollte ihr Deutsch beibringen“, erzählt Ulli. „Mein Vater schärfte mir jedoch ein, ich solle bloß die Finger von ihr lassen.“

Heute haben Anna und Ulli fünf Kinder. Und gehören damit zu den zwölf Prozent aller Familien in Deutschland, die drei oder mehr Kinder haben. In der Summe sind das 1,5 Millionen Großfamilien bundesweit. „Nur zwei Kinder, das wäre uns viel zu langweilig“, sagen Anna und Ulli. Eine Einstellung, die viele Paare nicht teilen würden. Allein der Blick in die Medien zeige das Bild „permanent gestresster Eltern“ – und da sei von Eltern mit lediglich ein, zwei Kindern die Rede. „Die meisten verstehen nicht, warum wir fünf Kinder in die Welt gesetzt haben“, erzählt Anna. Immer wieder kämen Sprüche wie „Habt ihr keine anderen Hobbys?“ oder „Könnt ihr nicht verhüten?“. Ulli sagt, er habe den Eindruck, heute könne zwar jeder leben, wie er möchte, aber wer sich für eine Großfamilie entscheide, „der wird ganz komisch angeschaut, als würde mit ihm etwas nicht stimmen“.

Das ideale Familienbild hierzulande sieht tatsächlich anders aus als das von Familie Fürst. Eine europaweite Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach kam zu dem Ergebnis, dass das ideale Familienbild der Deutschen so aussieht: Mutter, Vater, zwei Kinder. Lediglich 16 Prozent gaben an, zu einer idealen Familie würden drei oder mehr Kinder gehören – dagegen sprachen sich 36 Prozent der Franzosen für die Großfamilie aus. In unserem Nachbarland erlebt die Mehrkindfamilie nicht nur mehr gesellschaftlichen Zuspruch, sondern auch deutlich mehr familienpolitische Unterstützung. So gibt es etwa für das dritte Kind einen wesentlich höheren Rabatt bei der Einkommensteuer als für das erste. „Da haben wir in Deutschland noch erheblichen Nachholbedarf“, so ein Statement des Verbands kinderreicher Familien in Deutschland e.V., der sich unter anderem politisch für Großfamilien engagiert. Denn: Die Familienpolitik der vergangenen zehn Jahre hat sich vor allem auf Eltern mit ein oder zwei Kindern konzentriert. Im Fokus: Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Dennoch ist Deutschland im weltweiten Vergleich weiterhin arm an Kindern. Frauen hierzulande bringen durchschnittlich 1,4 Kinder auf die Welt. Nicht genug, um den demographischen Wandel zu verlangsamen oder gar umzukehren.

„Eine Förderung der Großfamilien muss zur zweiten Säule und Zielsetzung der deutschen Familienpolitik werden“, heißt es beim Verband. Nicht nur aus gesamtgesellschaftlicher Sicht. „Kinderreiche Familien stehen unter erheblichen Druck, ihre finanzielle Belastung ist enorm.“ Zahlreiche Umfragen würden belegen, dass sich Familien oft aus Existenzängsten gegen mehrere Kinder entschieden. Insbesondere, wenn sie aus der Mittelschicht stammen. In Deutschland sind es daher vor allem Wohlhabende, die sich eine Großfamilie sozusagen „leisten“. Oder sie stehen, ganz im Gegenteil, auf der untersten Stufe der Gesellschaft. Durch das Privatfernsehen hat sich das Bild von „XXL-Familien“aus dem Hartz IV-Milieu verfestigt – und damit auch weitere Vorurteile.

„Um es ganz klar zu sagen, ich laufe nicht verzottelt und in abgerissener Jogginghose durch die Gegend – und ich trinke auch kein Bier zum Frühstück“, sagt Daniel Schreglmann, der sich über dieses Klischee ärgert. Mit Ehefrau Barbara hat der 45-Jährige Maschinenbauingenieur neun Kinder: Emanuel, 1,5 Jahre, Antonia, 5, Mirjam, 8, Jonathan, 11, Paula, 12, Katharina, 15, Magdalena, 17, Raphael, 19 und Hannah, 20. Alle leben auf 170 Quadratmetern in einem Haus in Waldtrudering, einem der größten Einfamilienviertel Münchens. Es ist ein Sonntagabend im November. Hannah, die Älteste, sitzt an dem riesigen mit Blumen, Kerzen und einem Kreuz geschmückten Küchentisch, neben ihr macht ihre Schwester Magdalena Hausaufgaben, der kleine Emanuel brabbelt vor sich hin und Antonia nimmt sich einen Kirschkuchen vom Tablett, das ihre Mama gerade auf den Tisch stellt. „Ich könnte mir gar nicht vorstellen, wie es ohne meine Geschwister wäre“, sagt Hannah lächelnd. „Ich finde es schön, dass immer jemand da ist, wenn ich nach Hause komme.“ Sie erinnert sich, wie sie einmal nur mit den Eltern in einem Einkaufszentrum unterwegs war. „Die ganze Aufmerksamkeit richtete sich plötzlich ausschließlich auf mich, das war schlimm, ganz ungewohnt“, erzählt sie. „Da wusste ich, wie sich Einzelkinder fühlen müssen. Ständig unter Beobachtung.“ Sie selbst wiederum kenne es, „dass wir angeglotzt werden wie Aliens“, wenn sie beispielsweise als ganze Familie in Italien an den Strand gehen. „An diese Blicke habe ich aber mich längst gewöhnt“, sagt Hannah.

Ein Anruf bei Sabine Weingarten. Die Sozialpädagogin arbeitet beim Familienreferat im Kolpingwerk Landesverband Bayern e.V.. In ihrer Kartei finden sich um die 800 Mehrlings- und Mehrkindfamilien „Die meisten fühlen sich alleine gelassen“, berichtet Weingarten. „Deshalb ist es mein größtes Anliegen, dass die Familien sich untereinander kennen lernen und ein Netzwerk aufbauen.“ Weingarten organisiert Erholungswochen und Bildungswochenenden in den bayerischen Familienferienstätten des Kolpingwerkes und berät Familien bei der Beantragung staatlicher Zuschüsse für diese Angebote. In Teisendorf, das zwischen Salzburg und dem Chiemsee liegt, hat sich in der letzten Woche der bayerischen Sommerferien das so genannte Groß- und Mehrlingsfamilientreffen etabliert. Auch die Fürsts und die Schreglmanns haben sich dort kennengelernt. „Die sozialen Kontakte sind mit der Zeit weniger geworden. Seit wir zu siebt sind, werden wir bei anderen nicht mehr so oft eingeladen“,erzählt Anna Fürst. Da tue es gut, wenn man sich unter Gleichgesinnten austauschen könne. „Es sind tolle Freundschaften, die da entstehen“, bestätigt auch Barbara Schreglmann. Außerdem sei endlich genug Ruhe und Zeit da – ohne Hausarbeit im Rücken. „Wir können uns innerhalb der Familie noch mal ganz anders umeinander kümmern. Und ich komme sogar dazu, ein Buch zu lesen.“

Dass viel zu stemmen ist, um den Alltag in einer Großfamilie am Laufen zu halten, liegt auf der Hand. Bei den Fürsts läuft die Waschmaschine gut 510 Mal im Jahr, die Spülmaschine mindestens 730 Mal. Etwa drei Mal die Woche geht es zum Einkaufen. Ähnlich ist es bei den Schreglmanns, wobei die Waschmaschine deutlich häufiger, zwei, manchmal drei Mal täglich angeschmissen werden muss, zuzüglich Trockner „Dementsprechend ist unser Stromverbrauch“, sagt Daniel Schreglmann. Und fügt grinsend an: „Also sind wir diejenigen, die das Bruttosozialprodukt ankurbeln.“ Lebensmittel zu horten, davon halten beide Familien nichts. „Auf Vorrat kaufen wir nicht, weil wir diese Großpackungen nicht mögen, und es ist in der Regel auch nicht günstiger“, so Daniel. Und Ulli erläutert: „Wir haben uns extra keinen überdimensionierten Kühlschrank gekauft. Das war mir wichtig, damit wir keine überlangen Lagerzeiten haben. Es passt einfach nicht so viel rein.“

Das Geld, das aufzubringen ist, muss auch erstmal verdient werden. Sowohl Ulli als auch Daniel sind die Alleinernährer in der Familie. Und stellen damit keine Ausnahme: Der größte Teil der Familien mit drei oder mehr Kindern kann keine doppelte Berufstätigkeit aufnehmen. Existenzangst? Ist das ein Thema? „Nein“, antwortet Ulli, der eine Firma für Hygienemanagement betreibt. „Ich war bereits mit 18 Jahren selbstständig und habe immer schon gut verdient.“ Was nicht bedeute, dass die Familie das Geld nicht zusammenhalten müsse. Die fünf Kinder sind momentan in zwei Zimmern untergebracht: Die beiden ältesten Mädchen Annika und Benigna in einem und ihre drei Brüder Magnus, Elmar und Xaver in einem anderen. Weil es in den Zimmern zu eng würde, um für jeden einen Schreibtisch unterzubringen, befindet sich im Erdgeschoss ein eigens eingerichtetes Hausaufgabenzimmer. „Wenn wir den Anspruch hätten, für jedes Kind ein Zimmer einzurichten, wüsste ich nicht, wie wir uns das leisten sollen“, sagt der Kaufbeurer. Wichtig war der Familie, auch die 83-Jährige Britta bei sich zuhause unterzubringen, Annas Mutter und Oma der Kinder. „Man muss Prioritäten setzen und sollte die vielen Ansprüche, die man hat, überprüfen“, so Ulli Fürst weiter. Die meisten Extras wie beispielsweise Skifahren würden eben nicht gehen. „Das muss man akzeptieren.“ Auch Ehefrau Anna macht deutlich: „Wenn man mehr als drei Kinder haben will, muss man auf vieles verzichten.“

Daniel Schreglmann zitiert aus dem Matthäusevangelium: „Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen.“ In diesem Gottvertrauen lebe er, lebe die Familie. „Es hat uns tatsächlich noch nie an etwas gefehlt.“ Für ihn gehöre es zum natürlichen Familienverständnis, Haupt der Familie zu sein. Er übernehme gerne die Verantwortung. „Meine Frau und meine Kinder sollen wissen: Ich kümmere mich um euch mein Leben lang“, fährt er fort.

Ob andere das für ein überholtes Familienmodell halten, kümmert ihn nicht. „Wir spüren, wie gut es den Kindern tut, dass meine Frau ganz für sie da ist, die kommen heim von der Schule, und da steht Mittagessen auf dem Tisch, und es ist jemand zum Reden da“, sagt Daniel. „Ich bewundere, wie meine Frau den Laden am Laufen hält.“ Von Erziehern und Lehrern kam stets positive Rückmeldung zu den Kindern. Über Hannah hieß es beispielsweise, sie würde der Klassengemeinschaft besonders gut tun. „Wir haben uns von Anfang an gesagt, wenn Gott uns Kinder schenkt, dann verdiene ich das Geld und Barbara bleibt zuhause“, sagt Daniel. „In der Gesellschaft gab es in der Zwischenzeit ein Umdenken. Aber warum sollten wir umdenken, wenn wir alle so gut damit fahren?“

Barbara Schreglmann ist gelernte Hebamme. Aus Leidenschaft. Sie erzählt, es sei ihr erstmal sehr schwer gefallen, ihren Beruf aufzugeben. Es dennoch getan zu haben, sei mehr gewesen als die Überzeugung, das Richtige zu tun, es sei „ein Liebesbeweis“. Im Muttersein habe sie ihre Berufung gefunden. Sie weiß, dass viele Frauen diese Einstellung befremdet. „Dass man heutzutage sagt, ich bleibe zuhause bei den Kindern, und dass das etwas Schönes ist, kann sich kaum jemand vorstellen“, so die 42-Jährige.

Dabei sehe sie doch, wie es bei vielen Frauen ist, die Beruf und Familie vereinbaren. „Entweder haben die den Kindern gegenüber ein schlechtes Gewissen oder dem Arbeitgeber gegenüber oder beides.“ Anfangs habe sie sich noch Vorstellungen gemacht, wie sie als Mutter zu sein habe. „Ab dem dritten Kind konnte ich meinen Erwartungen an mich nicht mehr gerecht werden, dann habe ich damit aufgehört“, sagt sie lachend. Man müsse sich nichts vormachen. „Im Grunde kommt jeder zu kurz.“
Die Kinder aber hätten damit gelernt, umzugehen. „Und wenn es einer mal braucht, dass sich die Eltern nur Zeit für ihn nehmen, dann sagt man ihnen das und dann bekommt man diese Zeit auch“, sagt Jonathan.

Sich zurücknehmen, Rücksicht üben, miteinander teilen – all das gehört zum Alltag von Kindern mit mehreren Geschwistern. Man übernimmt Verantwortung füreinander, hilft sich gegenseitig, man stimmt sich aufeinander ein und lernt, wie es im Miteinander am besten funktionieren kann. Im späteren Job kann diese Team- und Empathiefähigkeit entscheidende Vorteile verschaffen. Nicht überraschend haben Studien gezeigt, dass Kinder aus Großfamilien sozial kompetenter sind als Kinder aus Kleinfamilien.

„Das, was die Kinder bei uns zuhause lernen, dafür muss ein Einzelkind mit 20, 30 Jahren extra Coachingstunden nehmen“, ist sich Ulli Fürst sicher. „In Großfamilien werden noch Werte gelebt, die unsere Gesellschaft mehr als nötig hat“, bestätigt Sabine Weingarten aus ihrer Erfahrung. Der Zusammenhalt sei besonders stark. Das mitzuerleben, da gehe ihr jedes Mal das Herz auf. „Diese positiven Aspekte der Großfamilie werden leider oft nicht gesehen.“

Natürlich ist nicht alles eitel Sonnenschein. Der neunjährige Elmar Fürst sagt: „Wenn meine Geschwister sauer sind, dann ist das anstrengend.“ Seine 13-jährige Schwester Benigna erzählt: „Ich habe ein großes Bedürfnis nach Rückzug und Ruhe. Das muss ich mir oft erkämpfen.“ Und Vater Ulli berichtet: „Man kommt als Vater oft zu kurz. Anna hat so viel mit den Kindern zu tun. Es gibt Zeiten, da fühle ich mich zeitweise sehr vernachlässigt.“ Anna wiederum hatte mit Ansprüchen an sich selbst zu kämpfen. Und auch mit Kommentaren von außen. „Heute habe ich mich daraus befreit“, sagt sie. „Dann liegt halt mal Zeug herum, na und.“ Ulli ergänzt: „Und wenn die Socken Löcher haben, auch egal.“ Anna protestiert lachend: „Nein, das ist nicht egal.“

Julia Ott ist Lehrerin, ihr Mann Stefan auch. Das Ehepaar aus dem bayerischen Nittenau wechselt sich bei der Elternzeit ab. Momentan ist Stefan an der Reihe. „Die Familie steht bei uns beiden an erster Stelle“, sagt der 45-Jährige. Der Lehrerberuf sei natürlich ideal: „Wir sind nachmittags beide zuhause.“ Als die Erstgeborene Anja kam, wollten sie, wie sie erzählen, erstmal gucken, „wie das so ist mit einem Kind“. Heute haben sie sechs Kinder. „Man wird gelassener mit jedem Kind“, sagt Julia Ott. Andere Mütter könnten sich das nur schwer vorstellen. Julia Ott hört regelmäßig: „Wie machen Sie das mit sechs Kindern, ich komme mit meinen beiden kaum zurecht.“ Doch, so berichtet Julia, mit jedem weiteren Kind würde sich die Arbeit nicht automatisch verdoppeln, verdrei- oder versechsfachen. Das Gegenteil sei der Fall. „Mit nur einem Kind ist man als Eltern oft Alleinunterhalter. Aber je größer die Familie ist, umso eher kann man sich gegenseitig helfen.“

Es sei tatsächlich viel einfacher, als man es sich vorstelle. Sie wünscht Frauen mehr Mut zu mehr Kindern. Die 41-Jährige erlebe es gar nicht mal so selten, dass sie beispielsweise beim Einkaufen von älteren Frauen angesprochen werde, die ihr erzählen würden: „Wissen Sie, ich habe mir auch immer so viele Kinder gewünscht, aber ich habe mich nicht getraut.“ Oder auch: „Mein Mann wollte nicht.“

Anja Ott ist inzwischen 16 Jahre alt. Ihr Berufswunsch: Kinderkrankenschwester. Sie erzählt, dass sie sich schon immer gerne um ihre Geschwister gekümmert habe. „Ich kenne ja alle, als sie noch ganz klein waren. Ich habe mitgeholfen, als sie Laufen und Fahrradfahren gelernt haben.“ Kämen noch ein paar Geschwister dazu, sie hätte nichts dagegen: „Wenn es nach mir geht, hätte ich gerne sieben Schwestern und sieben Brüder.“ Die Idee, lieber Einzelkind zu sein, käme ihr nie in den Sinn. Neulich sei eine Freundin mit ihrem Vater nach New York gefahren. „Das muss ganz schön anstrengend sein, den ganzen Urlaub nur mit dem Vater zu verbringen“, meint Anja. Auch das teure Reiseziel mache sie nicht neidisch. „Wir nehmen den Wohnwagen und fahren mit der ganzen Familie nach Bosnien.“

Ob bei den Fürsts, ob bei den Schreglmanns, ob beiden Otts, in allen Familien wird der christliche Glaube gelebt. Dazu gehört unter anderem gemeinsames tägliches Beten und der gemeinsame Gang in die Kirche.„Wir wissen, dass wir auf Gott vertrauen können“, sagt Daniel Schreglmann. Das gebe allen Halt und Stabilität. Wie es ohne Gott gehen soll, kann sich Ulli Fürst gar nicht vorstellen. „Schafft man das überhaupt?“, sagt er und schaut Anna an. „Nein“, sagt Anna. „Durch den Glauben kommt man sich auf einer ganz anderen Ebene näher“, beschreibt Julia Ott ihre Erfahrungen.

„Die Familie muss nicht die ganze Verantwortung für Geborgenheit übernehmen, sondern sie wird nochmal getragen von Gott.“ Und das stärke alle in der Familie. Anja beschreibt es so: „Wenn wir zusammen beten, dann habe ich das Gefühl, wie in einer Schutzhülle zu sein.“ Sie spüre dann ganz besonders: „Wir gegen den Rest der Welt.“


Text: Sylvie-Sophie Schindler
Fotos: Bethel Fath

 

Bundesweit einmalig: Beratung und Hilfe für Großfamilien

Das Familienreferat des Kolpingwerkes Landesverband Bayern ist in seiner Art einmalig in Deutschland. Es wird von der Bayerischen Landesregierung gefördert. Kinderreiche Familien mit fünf und mehr Kindern sowie Mehrlingsfamilien mit Drillingen, Vierlingen und mehr müssen vielfältige Belastungen im Familienalltag, in Schule und Beruf bewältigen. Das Familienreferat unterstützt bayerische Groß- und Mehrlingsfamilien mit Erholungs-, Bildungs- und Beratungsangeboten. Im Einzelnen sind dies u.a.:

  • Einwöchige Erholungsaufenthalte (Groß- und Mehrlingsfamilientreffen) in den bayerischen Kolping Familienferienanlagen sowie Projektwochen
  • Familienbildungswochenenden zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen Erziehung, Ernährung und Partnerschaft
  • Hilfestellung und Beratung bei der Beantragung von staatlichen Zuschüssen zur Familienerholung und Familienbildung
  • Planung und Durchführung von Projekten im Bereich Erholung und Bildung für unterschiedliche Personengruppen der Groß- und Mehrlingsfamilien (z. B. Familien mit sehr geringem Einkommen, Frauen, Alleinerziehende, Familien mit Migrationshintergrund)
  • eintägige Veranstaltungen in den Bereichen Kultur, Freizeit und Sport zu günstigen Preisen (z. B. Freilichttheater, Familienparks, Familienskitag etc.)
  • Persönliche Beratung in Familienfragen und Problemsituationen

Weitere Infos: www.kolping-grossfamilienservice.de

 

Warum sind Kolping-Familienferienanlagen besonders?

  • Kinder- und familienfreundliche Atmosphäre
  • Erlebnisurlaub mit Programm für die ganze Familie
  • Kinderbetreuung und eigene Jugendangebote (in den Schulferien)
  • Familienfreundliche Komplettpreise ohne Saisonpreise
  • Familien sind die erste Zielgruppe
  • Urlaub gemeinsam mit anderen Familien (in den Schulferien)
  • Kinder treffen Kinder (in den Schulferien)

Lage und Ausstattung:

  • Die Lage der Häuser befindet sich mitten im Grünen, umgeben von Wald und Wiesen (in der Regel autofrei) mit großzügigem Spiel- und Außengelände
  • Die Unterbringung erfolgt in familiengerechten Zimmern, Appartements und Ferienhäusern mit Dusche bzw. Bad, WC sowie vielfach mit Balkon oder Terrasse, Zimmerausstattung mit Babypaket (bei Bedarf)
  • kostenlose Parkplätze
  • Gästewaschküche mit Waschmaschinen, Trocknern und Bügelgelegenheit oder Waschservice

Spiel und Freizeit:

  • Spielmöglichkeiten (in- und outdoor)
  • Kindergarten /„Mini-Club“ (Betreuung ab 3 Jahre)
  • Kinderspielplatz, Jugendtreff, Gemeinschafts- und Freizeiträume
  • Sportanlagen im Freien oder Sporthalle, Tischtennis (indoor/outdoor)
  • Sportplatz (Tennis-, Rasenfußball-, Basketball- oder Beachvolleyballplatz)
  • Grillplatz/Grillmöglichkeit, Sonnenterrasse und/oder Liegewiese
  • Musikinstrumente (Klavier/Keyboard und Gitarre), Leseraum/Bibliothek
  • Kapelle oder Meditationsraum

Animation, Programm und Gästebetreuung:

  • kostenlose Kinder- und Jugendanimation durch speziell geschultes Personal in den ausgeschriebenen Familienurlaubszeiten
  • Animation in altersgerechten Gruppen sowie für die ganze Familie in den ausgeschriebenen Familienurlaubszeiten
  • Sport-, Kreativangebote, geführte Wanderungen und Ausflüge
  • Meditation und offene religiöse Angebote

Weitere Infos: www.kolping-familienurlaub.de/pluspunkte-urlaub-kinderfreundlich-deutschland