Der Finanzausschuss bei einer Tagung im vergangenen Jahr in Köln. Inzwischen hat sich die Zusammensetzung nach der Neuwahl verändert.

Kolpingmagazin

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Wie die Finanzmittel des Kolpingwerkes Deutschland eingesetzt werden, darüber entscheiden die stimmberechtigten Mitglieder des Bundesvorstandes.

Rund 350 Delegierte aus allen Teilen Deutschlands haben sich Ende Oktober in Köln zur Bundesversammlung des Kolpingwerkes Deutschland versammelt. Das Gremium tagt im Abstand von vier Jahren. Zwischen den Bundesversammlungen trifft sich jährlich der zahlenmäßig kleinere Bundeshauptausschuss, dem hauptsächlich Delegierte der Diözesan- und Landesverbände/Regionen angehören.

Der Bundesversammlung obliegen die wichtigsten Beschlüsse und Weichenstellungen unserer Verbandsarbeit. Dazu zählt auch die Wahl des Bundesvorstandes. Nur der Bundessekretär und die Bundesleitung der Kolpingjugend werden durch den Bundesvorstand bzw. die Bundeskonferenz der Kolpingjugend gewählt.

Die ehrenamtlichen Mitglieder des Bundesvorstandes bilden gemeinsam mit drei Hauptamtlichen die Entscheidungs- und Aufsichtsgremien, die u.a. über die Verwendung der Beitragsmittel beschließen. Obwohl sie alle gewählt werden und der Bundesversammlung und dem Bundeshauptausschuss rechenschaftspflichtig sind, gibt es mit dem von der Bundesversammlung gewählten Mitgliedern des Finanzausschusses ein weiteres Beratungsgremium.

Das Pensum des Bundesvorstandes, seiner Rechenschaftspflicht zu entsprechen, ist enorm. Allein sein inhaltlicher Bericht an die Bundesversammlung umfasst 240 Seiten. Hinzu kommt ein Bericht zur wirtschaftlichen Situation, ein Zahlenwerk mit 24 Seiten. Die Delegierten der Bundesversammlung hatten nun Gelegenheit, dazu Fragen zu stellen und Kritik zu äußern.

Dieses Recht nimmt der gewählte Finanzausschuss ebenfalls in besonderer Weise wahr. Ihm gehören Mitglieder des Kolpingwerkes an, die besonders erfahren sind im Umgang mit Geld. Sie arbeiten beruflich unter anderem als Geschäftsführer, Steuerberater und diplomierte Kaufleute.

In der Satzung des Kolpingwerkes Deutschland sind die Aufgaben des Finanzausschusses konkret beschrieben (§ 24): Beratung über die Jahresabschlüsse des Kolpingwerkes Deutschland sowie seiner Rechtsträger und Einrichtungen, Beratung über den jeweiligen Jahresetat des Kolpingwerkes Deutschland sowie seiner Rechtsträger und Einrichtungen, Überprüfung der Einhaltung der Beschlüsse der verbandlichen Organe, soweit diese die Haushalts- und Finanzplanung des Kolpingwerkes Deutschland sowie seiner Rechtsträger und Einrichtungen betreffen, Empfehlung an den Bundesvorstand, ob und inwieweit den Vorständen und Geschäftsführungen des Deutsche Kolpingsfamilie e.V., der Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland und des Katholischen Gesellenhospitium zu Köln Entlastung erteilt werden soll, Empfehlung an den Bundeshauptausschuss, ob und inwieweit der Jahresabschluss des Kolpingwerkes Deutschland festgestellt und dem Bundesvorstand Entlastung erteilt werden soll.

Der bisherige Vorsitzende des Finanzausschusses, Alfons Rave, berichtete der Bundesversammlung schriftlich und mündlich über die Arbeit der vergangenen vier Jahre. So heißt es in seinem Bericht wörtlich: „Mit dem Konsolidierungsplan 2015 haben Geschäftsführung und Bundesvorstand ein ehrgeiziges wirtschaftliches Konzept für die Jahre 2015 bis 2019 vorgelegt, mit dem der Etat des Kolpingwerkes Deutschland strukturell jährlich um mehr als 600.000 Euro entlastet wird.“ Bundeshauptausschuss und Bundesversammlung begrüßten die Umsetzung des Konsolidierungsplans 2015.

An den Sitzungen des Finanzausschusses nehmen auch Bundessekretär Ullrich Vollmer und der Leiter Finanzen und Verwaltung, Guido Mensger, sowie ein weiteres Mitglied des Bundespräsidiums teil.

Einige Veränderungen werden im Vergleich der Haushaltszahlen für die Jahre 2014 und 2015 spürbar. So verringerten sich die Einnahmen aus den Mitgliedsbeiträgen um 106.130 Euro. Außerdem verringerten sich die Erlöse aus der Anzeigenverpachtung, dagegen stiegen die „sonstigen Erträge“ leicht an. Stärker unterscheiden sich die Zahlen bei den Teilnahmebeiträgen (Anstieg von 4 auf 5,2 Prozent) und bei den Zuschüssen (Rückgang von 19 auf 17,7 Prozent). Die Erträge verringerten sich insgesamt von 9.078.519 auf 8.826.485 Euro.

Der Kapitalstock Zustiftungsbeiträge wuchs von 10.323.733 Euro (2014) auf 11.453.913 Euro (2015). Mit einem jährlichen Zuschuss in Höhe von derzeit ca. 200.000 Euro an das Kolpingwerk Deutschland ist die Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland eine wichtige Säule der Finanzierung der gemeinnützigen Arbeit geworden. Die Gemeinschaftsstiftung wird zukünftig stärker auf sich aufmerksam machen.„Verantwortlich leben – solidarisch handeln“ – hinter diesem Motto des Leitbildes steht die Überzeugung, dass jedes Kolpingmitglied in der Gemeinschaft Verantwortung trägt für die Entwicklung und das Wohl der Gesellschaft. Diese Überzeugung prägt auch die Arbeit der Gemeinschaftsstiftung Kolpingwerk Deutschland. Die Stiftung ist im Sinne Adolph Kolpings tätig, indem sie die gemeinnützige Arbeit der Kolpingsfamilien, der 27 Diözesanverbände und des Kolpingwerkes Deutschland finanziell absichert und mit den vier Fonds „Junge Menschen“, „Arbeitswelt“, „Familie“ und „Eine Welt“ die inhaltliche Arbeit auf allen Ebenen des Kolpingwerkes fördert, Spenden und Zustiftungen einwirbt, um auch in Zukunft gemeinnützige Projekte fördern zu können, die Gründung unselbstständiger Stiftungen innerhalb des Kolpingwerkes initiiert und deren treuhänderische Verwaltung übernimmt.

Vorsitzender des Stiftungskuratoriums ist der Ehrenvorsitzende des Kolpingwerkes Deutschland, Heinz Schemken. Bundesvorsitzender Thomas Dörflinger steht zusammen mit Bundespräses Josef Holtkotte dem Stiftungsvorstand vor. Die Stiftung hat zudem einen Aufsichtsrat, dessen Vorsitzender Herbert Barthelmes ist. Er gehörte viele Jahre dem Finanzausschuss und dem Bundesvorstand an.

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